Vom Torre de la Vela bietet sich ein wunderschöner Blick auf Granada

Granada (Provinz): Maurisches Erbe, hohe Berge und reizvolle Dörfer

Neben dem Top-Städtereiseziel Granada bietet die gleichnamige andalusische Provinz landschaftliche Highlights wie die höchsten Berge der iberischen Halbinsel.

Die nach der Einwohnerzahl viertgrößte der acht Provinzen in Andalusien erstreckt sich vom Mittelmeer bis hinauf in die Hochebenen im Nordosten an den Ausläufern der Sierra de Segura. Die höchsten Berge des spanischen Festlands, die Sierra Nevada, verlaufen parallel zur Küste und bilden so eine natürliche Grenze, die nur durch den Verlauf der heutigen Autobahn A-44 zwischen den Städten Granada und Motril durchbrochen wird.

Ein Highlight in Andalusien: Die Stadt Granada

Das Königreiche Granada war bis zum Jahre 1492 die letzte maurisch-islamische Bastion auf europäischem Boden. Und so zählt die traumhafte Schloss der letzten Herrscherdynastie der Nasriden, die Alhambra in der Stadt Granada, zu den mit Abstand bedeutendsten Reisezielen in der Provinz Granada. Daneben stehen die Gartenanlage Generalife und das Viertel Albaicín auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.  Für einen Besuch von Granada sollten mindestens zwei Tage eingeplant werden. Die Eintrittskarten für die Alhambra müssen am besten mehrere Wochen im Voraus gebucht werden.

Blick vom Mirador de San Nicolás auf die Alhambra und die Sierra Nevada
Blick vom Mirador de San Nicolás auf die Alhambra und die Sierra Nevada

Die Granadinische Küste

Über die Autobahn A-44 ist die Küste der Provinz in einer Stunde erreichbar, mit dem Bus dauert es etwa eine halbe Stunde länger. Die Costa Granadina, oder auch seit einigen Jahren werbewirksamer Costa Tropical benannt, erstreckt sich über ca. 70 Kilometer von La Herradura im Westen bis nach La Rábita im Osten.

Castillo Arabe in Salobreña
Castillo Arabe in Salobreña

Der mit Abstand bedeutendste Urlaubsort ist Almuñécar, gefolgt von Salobreña. Beide Küstenorte tauchen auch in den Katalogen deutscher Reiseveranstalter auf. Neben langen und gut gepflegten Stränden bietet vor allem Salobreña, dessen weiße Häuser den Felsklotz am Meer erklimmen, auf dessen Spitze eine maurische Burg erscheint, auch landschaftlich einen reizvollen Akzent. Daher ist  Salobreña durchaus ein Tipp für einen Badestopp oder ein paar Tage Strandurlaub.

Sierra Nevada

Wer einmal vom Mirador de San Nicolás in Granada auf die schneebedeckte Bergkulisse hinter der Alhambra geschaut hat, wird vielleicht Lust verspüren, einen Ausflug in die höchsten Berge des spanischen Festlands zu unternehmen, auf deren Pisten von Dezember bis in den Mai hinein Skifahren möglich ist. Der höchste Ort der Sierra Nevada ist Pradollano auf über 3.000 Metern Höhe, der mit dem Auto in etwa 60 Minuten von Granada aus zu erreichen ist. Von dort aus sind Wanderungen in den Nationalpark Sierra Nevada bis zu den Gipfeln Pico del Veleta (3.396 m) und Mulhacén (3.479 m) möglich. Die vor Jahrzehnten noch mit dem Auto mögliche Querung der Sierra Nevada auf der damals höchsten öffentlichen Passstraße Europas ist nach der Einrichtung des Nationalparks nur noch zu Fuß als Wanderung möglich.

Die Höhlenwohnungen von Guadix

In der Hochebene nordöstlich von Granada liegt die Stadt Guadix, in deren weichen Untergrund aus Tuffgestein Wohnhöhlen gegraben wurden, in den zeitweise bis zu 10.000 Menschen gelebt haben sollen. Im Barrio de las Cuevas ist in einer Höhle ein Museum untergebracht, in dem die Vorzüge des Wohnens ohne Heizung oder Klimaanlage bei einer konstanten Temperatur um 20 Grad, egal ob Sommer oder Winter, demonstriert wird.

Das Bergdorf Trevélez in den Alpujarras vor der schneebedeckten Sierra Nevada
Das Bergdorf Trevélez in den Alpujarras vor der schneebedeckten Sierra Nevada

Las Alpujarras

Südlich der Sierra Nevada liegt ein Hochtal, die Alpujarras, in das sich nach der Eroberung von Granada Teile der islamischen Bevölkerung zurückzogen und noch eine Zeitlang relativ unbehelligt nach ihren Traditionen leben konnten. Für eine Tour durch die Alpujarras sollte mindestens ein Tag eingeplant werden, am besten mit einer Übernachtung in einem der typischen Bergdörfern. Orte wie das auf 1.470 m liegende Trevélez sind gleichzeitig beliebte Ausgangspunkte für Wanderungen in den Nationalpark Sierra Nevada.

Der Weg in die Alpujarras führt von Granada über die Kurstadt Lanjarón, bekannt für das landesweit erhältliche Mineralwasser. Eine Alternative bietet die Zufahrt von Guadix über das reizvolle Dorf La Calahorra und den Pass Puerto de La Ragua (2.041) nach Laroles.

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