Reisen nach Spanien

Mérida: Römische Kunst und Kultur in Spanien

Ruinen des römischen Forums in Mérida

In keiner anderen spanischen Stadt sind die Spuren der Römerzeit so lebendig wie hier. Die archäologischen Stätten in Mérida gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

In der Stadt Mérida finden wir die bedeutendsten Zeugnisse römischer Kultur in Spanien. Die ehemalige Hauptstadt der römischen Provinz Lusitania war zeitweise eine der wichtigsten Städte im Römischen Reich. Das reiche kulturelle Erbe machen die Stadt zu einem attraktiven Ziel für kulturinteressierte Reisende.

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Mérida liegt am Fluss Guadiana in der Provinz Badajoz und ist die Hauptstadt der Autonomen Region Extremadura. Die römischen Ruinen sind über die ganze Altstadt verteilt. Zu den wichtigsten Bauwerken zählen das Römische Theater, das Amphitheater sowie der Tempel der Diana (UNESCO-Weltkulturerbe). Weitere Sehenswürdigkeiten sind u. a. die maurische Alcazaba sowie das Museum für römische Kunst.

Im Jahre 25 v. Chr. wurde der Ort von den Römern unter dem Namen Emerita Augusta gegründet, um verdiente Veteranen aus den Kriegen gegen den widerspenstigen Norden anzusiedeln. Mit der Zeit entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen ökonomischen, militärischen, kulturellen und politischen Zentrum. Mérida zählte zeitweise zu den zehn wichtigsten Städten im römischen Imperium.

Mit dem Niedergang des Römischen Reiches auf der hispanischen Halbinsel endete die Blütezeit von Mérida. Vandalen, Westgoten und Mauren lösten sich in der Herrschaft ab, bis im Jahre 1230 der König Alfonso IX von León mit seinen Truppen die Stadt eroberte. Langsam erholte sich die Stadt und gewann wieder eine politische Bedeutung.

Die Bühne des römischen Theaters (Teatro Romano) in Mérida

Während der spanischen Eroberungen in Amerika suchten viele Menschen aus Mérida ihr Glück in der Neuen Welt. Eine Folge davon sind die gleichnamigen Städte in Mexiko und Venezuela, die heute viel größer sind, als das mit 60.000 Menschen recht beschauliche Mérida in der Extremadura.

Sehenswürdigkeiten in Mérida

Ein guter Ausgangspunkt für eine Besichtigungstour der wichtigen Sehenswürdigkeiten römischer Kunst und Kultur ist das Museo Abierto de Mérida in der Calle Cabo Verde am Rande der nördlichen Altstadt. Das Informationszentrum mit ausreichenden Parkplätzen versorgt die Besucher mit allen wichtigen Infos.

Von hier geht es in Richtung Süden zu dem Römischen Theater und dem Amphitheater. Das Teatro Romano mit der beeindruckenden Bühnenkonstruktion wurde im Jahre 15 v.Chr. erbaut. Das Theater hatte 6.000 Plätze für die Zuschauer.

Nördlich davon liegt das etwas später erbaute Anfiteatro Romano für 15.000 Zuschauer. In dem Amphitheater fanden die Gladiatorenkämpfe und nachgestellte Seeschlachten statt.

Es lohnt sich in Ruhe über das Gelände zu schlendern, unter den Pinienbäumen eine Pause zu machen und einen Blick in die Casa del Anfiteatro zu werfen. Das römische Haus hat einen schönen Innenhof, eine Therme ist mit Mosaiken und Wandgemälden geschmückt.

Teatro Romano in Mérida

Nordwestlich der Ausgrabungsstätte liegt eines der bedeutendsten Museen in Spanien, das Nationale Museum für Römische Kunst. Das Museo Nacional de Arte Romano in der Calle José Ramón Mélida wurde von dem spanischen Architekten Rafael Moneo entworfen. Hier werden wichtige Fundstücke aus den Ausgrabungsstätten in Mérida und der Umgebung aufbewahrt, darunter schöne Mosaike sowie Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs während der römischen Epoche der Stadt. Das Museum ist so gestaltet, dass auch ein Besuch mit Kindern möglich ist.

Nach so viel Kultur und Kunst aus römischer Vergangenheit ist es an Zeit, ein wenig in der Gegenwart von Mérida zu schnuppern und eine längere Pause einzulegen. Kleinere Gassen führen durch die Altstadt vorbei an dem Forum und den Tempel der Diana zur Plaza España, dem zentralen Platz der Altstadt mit dem Rathaus.

Plaza España und Rathaus von Mérida

Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Ufer des Flusses Guadiana und der alten Römerbrücke. Die Puente Romano überspannt den Fluss auf einer Länge von fast 800 Metern. Hier an strategischer Stelle errichten die Mauren anstelle eines römischen Kastells die Alcazaba, welche später u. a. auch als Kloster genutzt wurde.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Wer mehr Zeit in Mérida verbringt, kann die Besichtigungstour auf den Spuren der Römer fortsetzen. Östlich des Bahnhofs überquert der Acueducto de los Milagros die heutigen Schienen der Eisenbahn. Die Wasserleitung wurde durch den von den Römern angelegte Stauseen Embalses de Proserpina y Cornalvo gespeist, die ca. 5 Kilometer nördlich der Stadt liegen. Östlich des Aquädukts liegt ebenfalls jenseits der Bahnlinie der Circo Romano, eine Pferderennstrecke aus den 1. Jahrhundert n. Chr., deren Existenz lange in Vergessenheit geraten war.

Neben den römischen Ruinen gibt es weitere sehenswerte Gebäude in Mérida. So z. B. die Kirche Santa Eulalia aus dem 13. Jahrhundert, dem einzigen mittelalterlichen Gebäude der Stadt. Sehenswert sind auch die Klöster Convento de Jesús (heute ein schönes Hotel) und der Convento de Santa Clara, in dem das Museum für gotische Kunst untergebracht ist. Die Coleccíon de Arte Visigodo umfasst die größte Sammlung westgotischer Skulpturen in Spanien.

Mérida ist ein Endpunkt der alten Römerstraße Via de la Plata. Die von den Römern gepflasterte Straße führt von Mérida über Cáceres und Salamanca bis hinauf nach Astorga. Die Straße war die wichtigste Nordsüdverbindung und diente sowohl dem Handel als auch dem schnellen Transport von Truppen.

Mérida: Römische Brücke über den Fuss Guadiana mit Alcazaba und Kanuten

Anreise

Mérida liegt an der Autobahn A-66 (N-630). Der Hauptbahnhof (RENFE) liegt im Norden der Altstadt und bietet Zugverbindungen nach Badajoz, Cáceres, Madrid und Sevilla. Der zentrale Busbahnhof liegt am östlichen Ufer des Flusses Guadiana am Anfang der Avenida de la Libertad. Die Busse verkehren zu den genannten Städten teilweise häufiger als die Eisenbahn.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte in Mérida

Karte und Lage von Mérida

Mérida
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Lage: Die Stadt Mérida (PLZ 06800; GPS 38.917554/ -6.342695; 60.000 Einw.) liegt auf 224 m Höhe im Norden der Provinz Badajoz der Extremadura.

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