18. März 2019
Blick vom Monte de San Pedro auf A Coruña

A Coruña: Die “Stadt aus Glas” an der galicischen Küste

Eine lebendige Hafenstadt mit schönen Stränden an der Nordwestküste von Galicien mit einem der ältesten Leuchttürme der Welt, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Die galicische Stadt A Coruña (Spanisch La Coruña) gehört zu den spanischen Städten am Meer, die eine Kombination von Großstadt und Strand bieten, ohne dass das Gefühl aufkommt, in einen Touristenrummel zu geraten. Die mit knapp 250.000 Einwohner/-innen größte Stadt in Galicien gleicht in dieser Hinsicht den Städten Gijón (Asturien), Valencia oder Las Palmas de Gran Canaria (Kanaren).

Sehenswürdigkeiten in A Coruña

A Coruña ist angesichts ihrer langen Geschichte eine alte Stadt. Eines der Wahrzeichen der Stadt, der sagenumwobene 59 Meter hohe Torre de Hércules, behauptet seinen Platz seit dem 1. Jahrhundert an der Spitze der Halbinsel, die von den Wellen und Stürmen des Atlantiks umspült wird.

Doch die Spuren des Alten sind im Vergleich mit dem Neuen, dem Modernen, verschwindend gering. Die historische Altstadt, die Cidade Vella, umfasst kaum mehr als einen Quadratkilometer im Osten der Halbinsel. Fast alles andere wurde im Jahre 1589 von den Kanonen britischer Kriegsschiffe unter dem Kommando eines ehemaligen Piraten, Francis Drake, dem Erdboden gleichgemacht.

Die Stadt selbst konnte die Flotte unter der Führung des ehemaligen Freibeuters jedoch nicht einnehmen. Einen entscheidenden Anteil daran hatte der Überlieferung nach eine Frau: María Pita. Coruña würdigt diese entschlossene Frau mit einer Statue auf dem gleichnamigen, zentralen Platz vor dem Rathaus der Stadt.

Las Galerías de A Coruña
Las Galerías de A Coruña

Vom Torre de Hércules über den Paseo Marítimo zum Hafen

Ein guter Ausgangspunkt für eine Erkundungstour der Stadt ist der schon erwähnte Torre de Hércules, nicht zuletzt deshalb, weil hier die Möglichkeit einen Parkplatz zu finden relativ groß ist. Die Tourist-Information bietet Stadtpläne und Infos zu den Busfahrplänen, ein wichtiges Hilfsmittel, da die Entfernungen innerhalb der Stadt nicht unterschätzt werden dürfen.

Der Aufstieg auf den 59 Meter hohen Leuchtturm gehört zum Pflichtprogramm. Die Aussicht ist grandios und bietet eine erste Orientierung über die Lage die Stadt und das Stadtbild.

Nach der Turmbesteigung führt der Paseo Marítimo in südöstlicher Richtung zum Hafen. Die Meerespromenade mit Fußweg und Fahrradspur hat insgesamt eine Länge von über 16 Kilometern. Nach ca. 2,5 km liegt auf der Meerseite die Marina von Coruña, der große Jachthafen mit dem markanten Turm der Küstenwache. Südlich des Sporthafens erhebt sich auf einer kleinen Landzunge das Castillo de San Antón aus dem 16. Jahrhundert, in dem das Archäologische Museum untergebracht ist.

Der Paseo führt nun direkt an Westen zum Hafen von Coruña. Gegenüber dem Hafenbecken erheben sich in geschlossener Front die fast schneeweißen bis acht Stockwerke hohen Häuser mit den für Galicien typischen, verglasten Holzbalkonen. Wenn die Galerías im Licht der Sonne funkelt, wird verständlich, warum A Coruña den Beinamen “Stadt aus Glas” trägt. Im Sommer starten von Hafen aus die Ausflugsboote Cruceros in die Bucht von A Coruña.

Auf der Promenade Paseo Marítimo Richtung Hafen
Auf der Promenade Paseo Marítimo Richtung Hafen

Praza de María Pita

Nördlich des Hafens liegt der zentrale Platz Praza María Pita mit dem Rathaus von Coruña, dem Palacio Municipal. Vor und unter den Arkaden laden Cafés zum Verweilen ein. Die Stadtheldin María Pita steht hier mit erhobenem Speer auf einer Säule. Mit einer Hand hält sie den Arm des getöteten Feindes, der zu ihren Füßen liegt.

Südwestlich der Praza María Pita liegt das Zentrum von Coruña: La Pescadería. Dieser Stadtteil hat sich, wie aus der Bezeichnung zu erschließen ist, aus einem ehemaligen Fischerviertel an der engsten Stelle der Landzunge entwickelte. Südöstlich davon liegt die kleine Altstadt von Coruña, die Cidade Vella (Ciudad Vieja).

Praza María Pita mit dem Rathaus
Praza María Pita mit dem Rathaus

Die Altstadt von A Coruña

Die Anfänge des historischen Zentrums von Coruña gehen auf eine Initiative des Königs Alfonso IX. von León zurück, der an dieser Stelle ab 1208 die Stadt neu anlegen ließ. Im 14. Jahrhundert begann der Bau einer Stadtmauer. Die Attraktionen der Altstadt sind die mit den typischen Steinkreuzen, den Cruceiros, geschmückten Plätze, schöne Stadtpaläste sowie die kleinen Kirchen und Klöstern. Der Kontrast zur quirligen Innenstadt kann kaum größer sein. Hier geht es ruhig und beschaulich zu.

In die Cidade Vella führt die Rúa Santiago. An diese Gasse liegt auf der rechten Seite die älteste Kirche in A Coruña, die romanische Igrexa de Santiago. Wenige Schritte weiter öffnete sich die mit alten Bäumen bestandene Praza de Azcárraga mit einem Brunnen in der Mitte.

Am nordwestlichen Rand der Altstadt liegt die kleine Praza de Santa Barbara umgeben von gotischen Kirchen und Klöstern. Im Süden der Altstadt bietet sich von einer kleinen Parkanlage ein schöner Blick auf den Hafenbereich.

Baden und Strände

Die großen Stadtstrände von Coruña liegen im Norden der Innenstadt. Die Praia Riazor und die Praia de Orzán ziehen sich in einem Bogen entlang der Bucht, die im Norden mit dem Torre de Hércules ihren Abschluss findet. Natürlich führt auch hier der Paseo Marítimo entlang. Wer kleinere Strände bevorzugt wird an dem nördlich gelegenen Stränden Praia de Matadero und Praia As Lapas unterhalb des Herkulesturms Gefallen finden.

Museen

A Coruña verfügt über eine Reihe herausragender Museen, die allerdings wenig Hilfestellung für diejenigen geben, die nicht Spanisch oder gar Galicisch sprechen.

Das sehenswerte Aquarium Finisterrae oder auch Casa de los Peces (Haus der Fische) liegt am Paseo Marítimo südwestlich des Torre de Hércules. Der Besuch dieses Meeresmuseums kann vor allem Familien mit Kindern empfohlen werden.

Das Museum Domus / Casa del Hombre nördlich der Praia de Orzán auch am Paseo gelegen behandelt mit interaktiven Methoden Fragen des Menschseins. Das Gebäude wurde von den japanischen Architekten Arata Isozaki entworfen, vor dem Museum steht ein römischer Soldat, ein Werk des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero.

Ebenfalls im nördlichen Teil der Landzunge liegt an der Rúa Panaderas das Museo de Belas Artes. Das Kunstmuseum zeigt Werke spanischer Künstler wie Goya, Murillo, Ribera und Velázquez. Besonders sehenswert sind die Caprichos, Grafiken auf denen Goya Krieg, Gewalt und soziales Unrecht darstellt und anprangert.

Feste in A Coruña

  • Juni: Hogueras de San Juan, Strandfeuer zur Sonnenwende in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni
  • Juli: Nuestra Señora del Carmen, Prozession der Fischerboote zur Ehren der Schutzheiligen der Seeleute am 16. Juli
  • August: Festas de María Pita im August mit Konzerten, einer inszenierten Seeschlacht und einen großen kulturellen Veranstaltungsprogramm
  • Oktober: Virgen del Rosario, Fest der Stadtheiligen am 7. Oktober

Ausflug zum Parque del Monte de San Pedro

Der Freizeitpark liegt auf dem Hügel Monte de San Pedro im Nordwesten von A Coruña. Von hier aus bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Stadt mit den großen Stränden und dem Torre de Hércules.

Anreise

Der Hauptbahnhof (Estación de A Coruña) liegt südlich der Innenstadt etwas abgelegen in der Neustadt an der Calle Joaquín Planells. Häufige Zugverbindungen nach Santiago, Pontevedra, Vigo und Lugo, nach Madrid und Bilbao ein bis zwei Verbindungen pro Tag.

Der zentrale Busbahnhof befindet sich ca. 400 m östlich des Hauptbahnhofs. Von hier aus gibt es viele nationale und internationale Busverbindungen sowie Busse zu den Küsten wie den Rías Altas und an die Costa da Morte.

Der Flughafen Aeropuerto de A Coruña (LCG) liegt ca. 10 Kilometer im Süden der Stadt und bietet fast ausschließlich Inlandsflüge. Flughafenbusse verkehren zwischen Airport und der Haltestelle Puerto Real an der Avenida de Montoto südwestlich der Praza de María Pita.

Abendliches Ballspiel am Playa del Matadero
Abendliches Ballspiel am Playa del Matadero

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Karte und Lage von A Coruña


Lage: Die Stadt A Coruña (PLZ 15001 / GPS 43.38372, -8.40249; 244.000 Einw.) liegt am Atlantik an der Nordwestküste Galiciens in der gleichnamigen Provinz.

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