Die Kathedrale, die Sehenswürdigkeit in Santiago de Compostela in Galicien

Santiago de Compostela: Ziel der Pilger auf dem Jakobsweg

Es gibt wohl kaum ein anderes Reiseziel in Europa das, wie Santiago de Compostela, so sehr verknüpft ist mit Traditionen, Mythen, Geschichten und Legenden, die sich im Zeitlauf der Jahrhunderte herausgebildet haben.

Die Stadt Santiago ist das Ziel Tausender Pilger, die sich täglich auf eine beschwerliche Wanderung machen. Hinzu kommt eine große Zahl “normaler” Touristen. Santiago ist Sitz einer der größten Universitäten Spaniens mit ca. 45.000 Studenten. In der Hauptstadt von Galicien prallen auf engstem Raum Tradition und Gegenwart aufeinander. Dies drückt sich aus in den Menschen, in der Architektur und dem Lebensgefühl, welche die Stadt ausstrahlt.

Knapp 100.000 Einwohner zählt Santiago, in deren Zentrum die Altstadt, umgeben von modernen Stadtvierteln und grünen Hügel, liegt. Wer der klassischen Pilgerroute folgt und vom Monte do Gozo, dem Berg der Freude, den ersten Blick auf die Stadt wirft, wird die berühmte Kathedrale kaum erkennen können. Und bevor die Pilger das historische Zentrum erreichen, geht es vorbei an modernen Einkaufszentren. Diese Stadtlandschaft hat so gar nichts mit dem romantischen Bild zu tun, welches manche Filme und Bücher über den Jakobsweg zu vermitteln versuchen.

Sehenswürdigkeiten in Santiago de Compostela

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Santiago liegen im Bereich der Altstadt. Das historische Zentrum sollte zu Fuß erkundet werden. Denn nur so kann es gelingen, die einzigartige Atmosphäre der Stadt in sich aufzunehmen.

Auf dem Jakobsweg durch Santiago de Compostela

Der Platz Porta do Camiño (siehe Stadtplan) markiert den nordöstlichen Zugang des Jakobswegs in die Altstadt. Gleich in der Nähe liegen noch außerhalb der Ringstraße zwei der bedeutendsten Museen von Santiago de Compostela: Das moderne Museum für Gegenwartskunst (Centro Galego de Arte Contemporáneo, CGAC) sowie das Galicische Volkskundemuseum (Museo do Pobo Galego), welches in dem ehemaligen Kloster Convento de San Domingos de Bonaval untergebracht ist.

Der Camino de Santiago folgt der Rúa das Casas Reais vorbei an alten Kirchen zum Praza de Cervantes. Hier thront auf einer Säule die Büste des spanischen Nationaldichters Miguel de Cervantes. In westlicher Richtung geht es weiter über die Rúa da Acibechería zur Praza da Inmaculada.

Kleiner Platz in der Altstadt
Kleiner Platz in der Altstadt von Santiago de Compostela
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Praza da Inmaculada

Das ehemalige Benediktinerkloster San Martiño Pinario markiert den nördlichen Abschluss dieses Platzes. Über dem Eingangstor des ehemals wichtigsten Klosters in Santiago wacht der Heilige Benedikt. In dem Barockbau ist wie in vielen anderen historischen Gebäuden eine Pilgerherberge untergebracht. Der Platz, wo früher einmal die fliegenden Händler zu Hause waren, bietet die letzte Gelegenheit für eine kurze Rast. Denn von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Zielpunkt aller Besucher, die Kathedrale von Santiago. Die letzten Meter führen durch den Bogengang Arco do Pazo bevor sich der beeindruckende Vorplatz der Kathedrale, die Praza do Obradoiro, öffnet.

Praza do Obradoiro

Auf diesem Platz kommen alle zusammen, die aus den unterschiedlichsten Motiven Santiago de Compostela besuchen. Pilger und Reisende aus aller Welt, aus Europa, Amerika, Afrika oder Asien. Einzeln, in kleinen oder großen Gruppen, laut oder leise, sichtlich erschöpft oder freudig erregt.

Zu linker Hand liegt das heutige Luxushotel Hospital Real, eine Stiftung der katholischen Könige Isabel und Fernando II. nach dem Sieg über das maurische Königreich Granada im Jahre 1492. Die 87 Meter lange Fassade des klassizistischen Palastes Pazo de Raxois bildet den westlichen Abschluss des Platzes. Heute repräsentativer Sitz der Regierung von Galicien.

Von hier aus bietet sich der beste Blick auf die gegenüberliegende Westfassade der Kathedrale von Santiago, die beiden Zwillingstürme sowie das Standbild auf dem Mittelgiebel, welches den heiligen Santiago (Jakob) als Pilger darstellt. Eindrucksvoll ist der Anblick der berühmten Westfassade, das sich in der Abendsonne golden verfärbt.

Den südlichen Abschluss der Praza do Obradoiro bildet das Colexio de San Xerome, welches im Lauf der Zeit verschiedenen Funktionen diente: Krankenhaus für Pilger, später Unterkunft für mittellose Studenten und heute Sitz des Rektors der Universität.

Kathedrale von Santiago

Der Bau der Kathedrale von Santiago begann im Jahre 1075, die Einweihung erfolgte am 3. April 1211. Die ursprünglich romanische Kirche wurde in den folgenden Jahrhunderten nach dem jeweiligen Zeitgeschmack erweitert und umgebaut. Die heutige Außenansicht im Stil des Barocks wurde vorwiegend im 18. Jahrhundert gestaltet.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Kathedrale zählen das romanische Westportal Pórtico de la Gloria, einem Meisterwerk mit über 200 liebevoll gestalteten Figuren sowie die Kapelle Capilla Mayor über dem Grab des Heiligen Santiago. Während die Kathedrale ohne Entgelt zu besichtigen ist, ist für die Besichtigung des Kreuzgangs und der Museen einschließlich des Bischofspalastes Pazo de Xelmíres der Kauf einer Eintrittskarte obligatorisch.

Östlich der Kathedrale liegt ein weiterer relativ großer Platz, die Praza da Quintana. Hier ziehen zwei weitere schöne Portale der Kathedrale die Aufmerksamkeit auf sich: Die Puerta Real sowie die Puerta del Perdón (Tür der Vergebung), die nur während der heiligen Jahre offen ist.

Die Altstadt von Santiago

Die Altstadt von Santiago de Compostela zählt schon seit 1985 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das Gewirr der Altstadtgassen liegt südlich der Kathedrale. Reizvoll sind beispielsweise die Gassen Rúa de Franco, Rúa do Vilar und Rúa Nova. Viele Abschnitte der alten Straßen sind mit Arkaden gesäumt. Ein guter Schutz vor der Sonne aber auch vor dem Regen, der in Galicien bekanntlich zum Leben gehört. Hier reihen sich Geschäfte, Restaurants und Bars aneinander und Straßenhändler bieten ihre Waren an.

Am östlichen Altstadtrand lockt am Vormittag die lebendige Markthalle Mercado de Abastos, hier werden nicht nur Lebensmittel verkauft, sondern auch andere Waren des tagtäglichen Lebens. Und wenn der Appetit aufkommt, laden Tischreihen zu einem kleineren oder größere Imbiss ein.

Feste /Fiestas

  • Mai: Christi Himmelfahrt – Fiestas de la Ascensión, volkstümliches Fest über mehrere Tage mit Viehmarkt, Kultur und Sport
  • 15. bis 31. Juli: Fiestas del Apóstol, wichtigstes Fest der Stadt rund um den 25. Juli, dem Tag des heiligen Santiago. In der Nacht am 24. August großes Feuerwerk an der Praza do Obradoiro

Die Museen

Santiago de Compostela verfügt über eine Reihe interessanter Museen. Ein Museumsbesuch ist eine gute Abwechslung, falls im Sommer die Sonne zu sehr scheint, oder aber, dass es mal wieder richtig regnet, was wahrscheinlicher ist.

  • Das Pilgermuseum (Museo das Peregrinacións) an der Praza das Praterías Nr. 2 beschäftigt sich mit der Geschichte und Kultur des Jakobswegs und der Entwicklung der Stadt Santiago und deren Kathedrale.
  • Das Galicische Volkskundemuseum (Museo do Pobo Galego) liegt am nördlichen Rand der Altstadt im Convento San Domingos de Bonaval. Das Kloster ist bekannt für die Grabstätten berühmter Literaten und Künstler. Eine Attraktion ist die Wendeltreppe im Inneren, welche die Ausstellungsräume verbindet.
  • Wenige Schritt weiter lockt das Museum für moderne Kunst (Centro Galego de Arte Contemporánea (CGAC)). Hier werden vor allem zeitgenössische Künstler aus Galicien präsentiert. Der portugiesische Architekt Álvaro Siza Vieira hat das moderne Gebäude entworfen.

Moderne Architektur

In Santiago gibt es eine Reihe herausragender Werke der modernen Architektur, die einen deutlichen Kontrast zu den altehrwürdigen Bauten der Altstadt bilden.

Neben dem schon oben erwähnten Museum für moderne Kunst, ist hier die Cidade da Cultura zu nennen, die schon von weitem sichtbar auf einen Hügel südwestlich der Altstadt liegt. Der Komplex wurde von den amerikanischen Architekten Peter Eisenman erschaffen. Hier befinden sich das Museum zur Geschichte Galiciens, ein großer Theatersaal sowie Bibliotheken.

Im Nordwesten der Altstadt liegen in der Parkanlage Vista Alegre weitere sehenswerte moderne Bauten. So das Naturhistorische Museum Museo de Historia Natural des Architekten Luís Iglesias oder die Musikhochschule Escola de Altos Estudos Musicais (Architekt Antón García Abril).

Weiter nördlich liegt im Parque da Música die Konzerthalle Auditorio de Galicia. Dieses Gebäude wurde von dem Architekten Julio Cano Lasso entworfen.

Jakobsweg nach Fisterra

Für die meisten Wanderer auf dem Jakobsweg ist Santiago de Compostela das Ziel. Für nicht wenige ist die Stadt aber auch Ausgangspunkt oder Fortsetzungen einer Wanderung auf dem Camino. Der “Jakobsweg an das Ende der Welt” führt über den Küstenort Muxía zum Kap Fisterra. Der Wanderweg beginnt an der Praza do Obradoiro. Die Rúa das Hortas führt hinaus aus der Stadt.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte in Santiago de Compostela

Das Angebot an Unterkünften in Santiago ist groß. Das beste Hotel der Stadt ist das 5-Sterne Luxushotel, der Parador Hostal dos Reis Católicos, am Hauptplatz an der Kathedrale gelegen. Darüber hinaus gibt es weitere empfehlenswerte Hotels, Pensionen und Pilgerherbergen. Viele davon liegen direkt in der Altstadt.

Santiago de Compostela Karte


Lage: Die Stadt Santiago de Compostela (PLZ 15700; GPS 42.880368, -8.545702; 96.000 Einw.) liegt in der Provinz A Coruña im Nordwesten von Galicien.

Anreise

Der Flughafen von Santiago (Aeropuerto de Santiago de Compostela, SCQ) liegt bei Lavacolla ca. 16 km vom Stadtzentrum entfernt. Die Flugverbindungen beschränken sich hauptsächlich auf innerspanische Flüge. Ein Flughafenbus verbindet den Flughafen mit dem Busbahnhof, der relativ weit nördlich vom der Altstadt entfernt an der N-634 liegt. Von hier aus gibt es Busverbindungen in alle größeren Städte in Galicien sowie an die wichtigsten Küstenorte. Der Hauptbahnhof liegt südlich der Neustadt mit häufen Zugverbindungen nach A Coruña und Vigo.

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