20. September 2020
Ávila, UNESCO-Weltkulturerbe

Ávila: Wehrhaft, heilig und vernascht

Die Stadt Ávila gehört zu den interessantesten Städten in Kastilien und León: Kirchen, Paläste und Stadtmauern prägen das UNESCO-Weltkulturerbe auf über 1.000 m Höhe.

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Rau, wehrhaft und trutzig, so präsentiert sich die Stadt Ávila auf den ersten Blick. Die Stadtmauer aus Granit umfasst eine Länge von 2.557 Metern. Die Mauern sind bis zu 12 Meter hoch und drei Meter dick. 88 Wehrtürme gliedern die gigantische Wehranlage, neun Tore führen in die mittelalterliche Altstadt. Und dies alles wurde in einer relativ kurzen Zeit zwischen den Jahren 1090 und 1099 aus dem Boden gestampft.

Ávila ist eine sehr alte Stadt. Funde von stierähnlichen Statuen deuten darauf hin, dass die Gegend schon von den Keltiberern besiedelt wurde. Später folgten die Römer, die Goten und schließlich die Mauren.

Jahrhundertelang war das Gebiet zwischen den Flüssen Duero im Norden und Tajo im Süden ein hart umstrittenes Niemandsland. Dies änderte sich erst als die Gegend unter dem König Alfonso VI. unter kastilische Herrschaft kam. Wenige Jahre später begann die systematische Befestigung der Stadt und die Ansiedlung neuer Bewohner in der fast menschenleeren nördlichen Meseta.

Platz vor der Kathedrale von Ávila mit der Stadtmauer
Platz vor der Kathedrale von Ávila mit der Stadtmauer

Sehenswürdigkeiten in Ávila

Gleichzeitig mit der Errichtung der Befestigungsanlagen begann der Bau der mächtigen Kathedrale Salvador de Ávila, die mit der östlichen Stadtmauer fest verbunden ist. Die Bautätigkeit an der Kathedrale zog sich über Jahrhunderte hin. Dies hat zur Folge, dass die unterschiedlichsten Stilepochen von der Romanik bis hin zu Einflüssen der toskanischen Renaissance vertreten sind.

Beeindruckend ist die Kombination von Strenge und Pracht in der Kirche. Sehenswert ist die Gemäldegalerie mit Werken u. a. von El Greco im Museum der Kathedrale.

Der Aufstieg von Ávila zu einer wichtigen Stadt in Kastilien erfolgte im 13. Jahrhundert mit der Verleihung von besonderen Stadtrechten. In der Stadt tagte die Cortes, die spanische Ständeversammlung. Hier residierten die Könige und feierten prunkvolle Feste und Hochzeiten.

Die bedeutendste Zeit erlebte Ávila im 16. Jahrhundert. Doch dann setzte der Niedergang ein, von dem sich die Stadt nie wieder so richtig erholen konnte. Madrid wurde zur spanischen Hauptstadt, der Adel verließ die Stadt und die Morisken (christianisierte Muslime) wurden vertrieben. Viele Einwohner suchten ihr Glück in der neuen spanischen Welt jenseits des Atlantiks.

Santa Teresa de Ávila

Ávila ist eine Stadt voller sehenswerter Kirchen, Klöster und Paläste. Die Adelspaläste liegen überwiegend in der Altstadt. Ein Beispiel ist der Palacio de los Dávila an der südlichen Stadtmauer. Westlich davon liegt der Convento de Santa Teresa. Hier wurde das Geburtszimmer der Heiligen Teresa von Ávila zu einer Kapelle umgebaut.

Teresa trat 1535 im Jahre dem Karmeliterorden bei und reformierte den Orden grundlegend. Sie propagierte entgegen dem damaligen Zeitgeist eine gottesfürchtige und bescheidene Lebensweise. Teresa gilt neben Santiago de Compostela als eine der Nationalheiligen von Spanien.

Dem guten Essen war die fromme Nonne allerdings nicht abgeneigt. Yemas de Santa Teresa, eine Köstlichkeit aus Honig und Eigelb, sind ein fester Bestandteil der örtlichen Gastronomie.

Da der ummauerte Teil von Ávila schon schnell zu wenig Fläche bot, liegen einige sehenswerte Kirchen wie San Vicente, San Pedro, San Andrés und San Segundo, die wie die Stadtmauer zum UNESCO-Welterbe zählen, etwas außerhalb der Altstadt.

Lokale Spezialitäten und Tapas

Typisch für die deftigen Gerichte der Gegend sind Koteletts (Chuletón de Ávila) der einheimischen schwarzen Rinder, Gerichte mit großen weißen Bohnen (Judías del Barco) sowie die Süßigkeit Yemas de Ávila (oder de Santa Teresa).

Außerdem ist es in Ávila Tradition, zu einem Wein oder Bier eine kostenlose Tapa zu servieren. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit der freien Auswahl der lecken Köstlichkeiten. Dies gilt vor allem in den Bars und Restaurants der Altstadt zwischen Kathedrale und Plaza del Mercado Chico. Bekannt für gute Pinchos sind z.B. Don Camillo (Calle de Vallespín Nr. 7), Gredos (Calle Comuneros de Castilla Nr. 4) und Las Cancellas (Calle Cruz Vieja Nr. 6).

Ávila Bilder

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte in Ávila

Viele der guten Hotels liegen in der Altstadt. Einige davon sind wie der vornehme Parador in alten Palästen untergebracht. Preiswertere Unterkünfte sind in dem Viertel vor dem Bahnhof zu finden.

Karte von Ávila

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Lage: Die Stadt Ávila (PLZ 05001-05006; GPS 40.655809, -4.699194; 58.000 Einw.) liegt 1131 m Höhe in der gleichnamigen Provinz im Süden der Gemeinschaft Kastilien und León.

Anreise nach Ávila

Ávila liegt auf 1.131 Meter Höhe an den nördlichen Ausläufern der Sierra de Gredos. Von Madrid aus dauert eine Autofahrt über die Autobahnen AP-6 und A-6 ca. anderthalb Stunden (110 km). Die Nachbarstadt Segovia liegt knapp 70 km nordöstlich und ist über die AP-21 / N-110 in knapp einer Stunde zu erreichen. Die Züge nach Madrid fahren stündlich mit Zwischenstopps in El Escorial. Gute Busverbindungen gibt es darüber hinaus nach Salamanca und Segovia.

Bewertung des Reiseziels

Bewertung: 3 von 5.
Ortsbewertung Ávila
Ortsbild und Sehenswürdigkeiten+++++ +++++
Kultur und Unterhaltung+++++ +++++
Landschaft und Umgebung+++++ +++++
Restaurants und Bars+++++ +++++
Hotels und Unterkünfte+++++ +++++
Gesamtbewertung30 von 50 Punkten

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