Soria: Interessante Provinzhauptstadt im Osten von Kastilien und León

Kirche Santo Domingo (12. Jh.) in Soria

Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Soria gehört mit nur knapp 40.000 Einwohner*innen zu den kleinsten Provinzhauptstädten in Spanien. Nur das weiter südlich gelegene aragonische Teruel zählt noch weniger Menschen.

Inhalt
Attraktionen und Sehenswürdigkeiten
Bilder
Reiseinformationen und Unterkünfte
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Bewertung

Die Stadt Soria am Fluss Duero liegt in dem äußerst dünn besiedelten Osten der Gemeinschaft Kastilien und León auf über 1.000 m Höhe. Die Landschaft der Umgebung ist karg und schroff. Und die Winter werden richtig kalt.

Ausländische Touristen kommen im Gegensatz zu den einheimischen kaum mal nach Soria. Die Stadt liegt in einiger Distanz zu den wichtigen Verkehrsadern Spaniens. Wer trotzdem hier Halt macht, kann sich leicht durch die Atmosphäre dieser alten kastilischen Stadt einfangen lassen. Wie die von der spanischen Romantik beeinflussten Dichter, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts zeitweise in Soria lebten. Der berühmteste von ihnen war Antonio Machado, den die Stadt als Patensohn adoptierte und an dem niemand in Soria vorbeikommt.

Während Dichter Menschen und Landschaften der kastilischen Hochebene in den Mittelpunkt ihrer Gedichte stellten, so sind es die Legenden um die furchtlosen keltiberischen Krieger von Numancia, von denen jedes spanische Kind in der Schule hört.

Die Ruinen der Stadt Numancia, die im Jahre 134 v.u.Z. nach dem dritten Anlauf von römischen Truppen erobert wurde, liegen keine zehn Straßenkilometer nördlich von Soria. Die Mehrheit der Verteidiger soll den Selbstmord dem Verkauf in die Sklaverei vorgezogen haben. Kein Wunder, dass diese Geschichte als Beispiel für den spanischen Freiheitskampf gegen fremde Mächte lebendig gehalten wird.

Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in Soria

Das Zentrum der lebendigen Altstadt bildet die Achse Plaza Mayor im Osten, die verkehrsberuhigte Einkaufsstraße El Collado und die große Plaza Mariano Granados im Westen.

Die gute Stube der Stadt, die Plaza Mayor, wird umgeben von der Kirche Santa María la Mayor, dem Stadtpalast Torre de Doña Urraca, dem Palacio de la Audiencia und dem Rathaus. Der Löwenbrunnen (Fuente de los Leones) steht als Blickfang auf der Mitte des Platzes.

Die tragische Geschichte von Leonor und Antonio

Vor der Kirchenmauer steht eine Statue der Leonor Izquierdo, die hinter einem leeren Stuhl steht. Der schon erwähnte Antonio Machado heiratete in dieser Kirche die fünfzehnjährige Leonor Izquierdo, die Tochter seines Pensionswirts, sobald wie diese das damals gültige Heiratsalter erreicht hatte. Er selbst war 34 Jahre alt.

Die Hochzeit wurde als skandalös empfunden und die beiden zogen wegen der Anfeindungen nach Paris. Doch Leonor erkrankte an Tuberkulose, die Ärzte empfohlen eine Rückkehr ins gesündere Klima von Soria. Tragischerweise kam die junge Frau nicht mehr zu Kräften. Drei Jahre nach der Hochzeit wurden die Trauerfeierlichkeiten anlässlich ihres Todes in der Hochzeitskirche des Paares abgehalten. Antonio Machado verließ Soria und verzog in tiefer Trauer nach Baeza in Andalusien.

Wir verlassen den Hauptplatz an der nordwestlichen Ecke und biegen in die Calle el Collado ein, die beliebteste Einkaufsstraße der Altstadt. Wir schlendern vorbei an dem verführerischen Café Pasteleria Nueva York, in der eine Spezialität von Soria verkauft wird: Mantequilla dulce. Bald folgt auf der rechten Seite das Casino Círculo de la Amistad de Numancia, ein geselliger Treffpunkt für Freunde der Literatur. Weniger Schritte weiter lockt das Lebensmittelgeschäft Muñoz mit typischen Produkten der Gegend: Wein aus der Region Ribera del Duero, Käse und hausgemachte Wurstwaren.

Den Endpunkt bildet die relativ große Plaza Mariano Granados mit der Tourist-Information. Auf der westlichen Seite geht der Platz in das grüne Herz der Stadt über, die Alameda de Cervantes. Nördlich davon liegt am Paseo del Espolón das Museum Numantino, welches u.a. Ausgrabungsfunde der Archäologische Stätte von Numancia zeigt.

Romanische Kirchen

Soria ist bekannt für eine stattliche Anzahl von romanischen Kirchen. Ein schönes Beispiel dafür ist die Iglesia de Santo Domingo (12. Jh.) nördlich der Altstadt an der Durchgangsstraße Calle Santo Tomé (N-234). Das sehenswerte Eingangsportal schmücken Szenen aus dem alten und neuen Testament. Südöstlich davon, wieder in Richtung Altstadt, liegt der Palacio de los Condes de Gómara. Das schönste Renaissancegebäude in Soria dient heute als Justizpalast.

Am südlichen Rand der Altstadt von Soria liegt die Kirche Nuestra Señora del Espino (16. Jh.) mit dem angrenzenden Friedhof. Von hier aus führt der Paseo de Fortún López hinauf auf den Hügel des früheren Kastells. Der Weg lohnt sich wegen des Ausblicks auf die Stadt und die Umgebung. Bei guter Sicht sind im Nordwesten die Gipfel des Urbión, des höchsten Bergs der Sierra de la Demanda sowie im Westen der Moncayo, der mit 2.314 Metern höchste Berg des Iberischen Randgebirges, zu erkennen. Hier im Parque de Castillo bietet das Luxushotel Parador de Soria eine hervorragende Übernachtungsmöglichkeit. Eine gut gefüllte Reisekasse ist vorausgesetzt.

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Soria, die Ruinen des Klosters San Juan de Duero (12. Jh.), liegen am anderen, östlichen Ufer des Flusses. Der Weg dahin für über die N-234 vorbei an der Nebenkathedrale San Pedro über die Brücke Puente de Piedra. Diese Brücke, eine der wenigen über den Fluss Duero in Richtung Aragón, besteht seit dem Mittelalter und brachte der Stadt erhebliche Mauteinnahmen. Faszinierende sind die gut erhaltenen Bögen des großen Kreuzgangs der Klosterruine mit romanischen und mozarabischen Elementen. Sehenswert ist auch die ehemalige Klosterkirche.

Schöne Aussicht von San Saturio

Ein weiterer interessanter Ort befindet sich in entgegengesetzter Richtung flussabwärts. Der Camino de San Saturio führt am Ufer des Dueros vorbei an dem ehemaligen Kloster San Polo zu dem Wallfahrtsziel Ermita de San Saturio auf einem Felsen hoch über dem Fluss.

Der Heilige und Stadtpatron von Soria San Saturio lebte, nachdem er alles Hab und Gut an die Armen verschenkt hatte, in einer Höhle unterhalb der heutigen Kirche mit dem sehenswerten Barockaltar. Eine weitere Belohnung für den Aufstieg ist die schöne Aussicht.

Bars und Restaurants

Um die Mittagszeit nach 13 Uhr füllt sich die Plaza de Ramón Benito, auch bekannt als Herradores. Es ist Zeit für einen Aperitif. Hier liegen einige der besten Tapas-Bars von Soria. Rund um die Plaza Mayor gibt es eine Reihe von Restaurants, die typische, regionale Gerichte bieten. Eines der besten Restaurants in Soria ist das Restaurante Baluarte (Calle Caballeros Nr. 14).

Wer am Abend ausgehen möchte, kann auf der Plaza de Ramón Benito bzw. der benachbarten Plaza de San Clemente, bekannt als El Tubo starten. Später verlagert sich die Szene der Nachtschwärmer in die Calle Rota de Calatañazor bei der Stierkampfarena im Nordwesten der Altstadt.

Soria Bilder und Sehenswertes

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Neben dem Parador, dem Luxushotel der staatlichen Hotelkette in schöner Lage über der Stadt, gibt es in Soria einige gute Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Für weiterführende Informationen über die Stadt Soria empfehlen wir Ihnen diese Links:

Soria Karte und Lage

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Lage: Die Stadt Soria (PLZ 42001; GPS 41.763384, -2.464204); 39.000 Einw. liegt auf 1.061 m Höhe am Fluss Duero in der gleichnamigen Provinz im Osten der Gemeinschaft Kastilien und Léon.

Bewertung des Reiseziels

Bewertung: 3 von 5.
Ortsbewertung Soria
Ortsbild und Sehenswürdigkeiten+++++ +++++
Kultur und Unterhaltung+++++ +++++
Landschaft und Umgebung+++++ +++++
Restaurants und Bars +++++ +++++
Hotels und Unterkünfte+++++ +++++
Gesamtbewertung28 von 50 Punkten

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