Die romanische Stiftskirche Santa María la Mayor in Toro

Toro: Eine der schönsten kleinen Landstädte in Kastilien-León

Toro, ein Städtchen hoch über dem Fluss Duero, bekannt für Wein, Käse und Süßigkeiten sowie für eine einzigartige romanische Kirche.

Die Stadt Toro in der Provinz Zamora zählt zu den schönsten Landstädten in der Gemeinschaft Kastilien und León. Gut 9.000 Menschen leben in den reizvollen Städtchen mit dem wunderbaren Blick auf das weite Tal des Flusses Duero, umgeben von Landwirtschaft und Weinbau. Die Weine, der seit den 1960er Jahren gegründeten Bodegas, gehören zu den spanischen Spitzenweinen, welche unter der Herkunftsbezeichnung Vino de Toro vermarktet werden.

Toro bedeutet auf Kastilisch Stier. Doch ist wahrscheinlicher, dass sich der Name der Stadt von dem lateinischen Namen Campu Gothorum, Feld der Goten, herleitet. Da in Toro jedoch ein Verraco, eine stierähnliche Skulptur aus Granit steht, die aus der Zeit der Vettonen stammt, wird die Erzählung, dass der Name der Stadt Toro von toro stammt, populär bleiben.

Sehenswürdigkeiten in Toro

Die herausragende Sehenswürdigkeit in Toro ist die romanische Stiftskirche Colegiata de Santa María la Mayor, deren Bau Ende des 12. Jahrhunderts begann. Sehenswert sind das romanische Nordportal sowie das gotische Westportal, der Pórtico de la Majestad (Portal der Majestät). Die nur in den seltensten Fällen noch erhaltene ursprüngliche Farbgestaltung aus dem 13. Jh. wurde aufwendig renoviert. Öffnungszeiten: Im Sommerhalbjahr Dienstag bis Sonntag 10.30 bis 14 und 17 bis 19:30 Uhr, im Winter 10.00 bis 14 und 16:30 bis 18:30 Uhr. Montags geschlossen!

Weitere sehenswerte Sakralbauten sind die Kirchen San Lorenzo el Real und Santo Sepulcro im Mudéjarstil sowie die gotische Kirche San Sebastián. In der ehemaligen Kirche San Salvador de los Caballeros ist ein Museum für sakrale Kunst eingerichtet. Die Besichtigungszeiten orientieren sich an denen der Stiftskirche (siehe oben).

Blick von der alten Brücke über den Duero auf die Stadt Toro
Blick von der alten Brücke über den Duero auf die Stadt Toro

Östlich der Hauptkirche liegt das älteste Bauwerk der Stadt, der Alcázar de Toro.  Die Festung stammt in ihren Ursprüngen aus der maurischen Zeit, wurde aber in den folgenden Jahrhunderten erheblich umgestaltet. Das Castillo liegt an strategischer Stelle etwa 110 Meter über dem Fluss Duero.

Vom Paseo de Espolón entlang der Stadtmauer, der die Colegiata mit dem Alcázar verbindet, geht der Blick weit hinunter in das Tal des Dueros und zu der 300 Meter langen Brücke Puente Romano, die allerdings entgegen ihres Namens aus den Mittelalter stammt. Es lohnt sich, die talwärts schlängelnde Straße zur Brücke hinunterzugehen. Von unten ergibt sich ein wunderschöner Blick hinauf die Silhouette von Toro.

Hier in der Flussebene des Dueros fand 1476 eine historische Schlacht im Kastilischen Erbfolgekrieg statt, die Batalla de Toro. Diese endete zwar unentschieden, führte aber trotzdem in der Konsequenz zu einem Verzicht des portugiesischen Königs auf die Krone von Kastilien.

Von der Colegiata de Santa María führt in nördlicher Richtung die Calle Mayor direkt in die historische Altstadt zu Plaza Mayor. An den gegenüberliegenden Stirnfronten der mit Arkaden umgebenen Plaza Mayor liegen das Rathaus und die Kirche Santo Sepulcro. Rund um den Hauptplatz liegen Bars, Restaurants und Vinotheken, eine gute Gelegenheit eine Pause einzulegen und zumindest mal einen kleinen Schluck der hervorragenden Rotweine aus Toro zu genießen.

Die weiterführende Straße Puerta del Mercado führt zum gleichnamigen Stadttor, welches unter dem Torre de Reloj (Uhrenturm) hindurchführt. Der Turm stammt aus dem 17. Jh. und von dessen Bau wird die Anekdote erzählt, dass der Mörtel mit Wein statt Wasser angerührt wurde. Dies sei billiger gewesen, als Wasser vom Duero hinauf in die Stadt zu schaffen.

Auch diese Straße ist ein Eldorado für Feinschmecker. Hier gibt es verführerische Geschäfte mit Weinen, Süßigkeiten und Käse. Allein drei Käsereien gibt es in Toro.

Zu den Produzenten von Köstlichkeiten zählt auch das Kloster Convento del Sancti Spiritus, welches südwestlich der Altstadt an der Calle Canto zu finden ist. Das im Jahre 1307 von der Portugiesin Teresa Gil gegründete Kloster beherbergt im Chor einen Sarg aus Alabaster der Königin Beatriz von Portugal. Populär ist das Kloster aber vor allem für das Mandelgebäck Bollos de Almendra, das in der klostereigenen Bäckerei neben anderen Konditoreiprodukten von den Dominikanerschwestern hergestellt wird.

Bilder aus Toro

Weinkeller und Weinmuseum

Toro liegt im Weinland und daher ist es zu erwarten, dass im Umland eine Reihe von Bodegas wie Fariña oder Estancia Piedra zu Führung und Weinverkostungen einladen. Eine Alternative dazu ist das sehenswerte Weinmuseum (Museo del Vino) Pagos del Rey in der benachbarten Gemeinde Morales de Toro.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte in Toro

  • Fremdenverkehrsamt Oficina de Turismo an der Plaza Mayor Nr. 1
  • Individuelle Hotels und Unterkünfte in Toro (P+)

Lage und Karte von Toro


Lage: Die Stadt Toro (PLZ 49800; GPS 41.521030/ -5.391983; 9.000 Einw.) liegt im Kreis Alfoz de Toro im Südosten der Provinz Zamora in der Gemeinschaft Kastilien und León an der Autobahn A-11 (Nationalstraße N-122) zwischen Zamora und Tordesillas.

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