Galicien: Reizvolle Landschaften und außergewöhnliche Städte

Die Region im Nordwesten von Spanien ist nicht nur wegen der Stadt Santiago de Compostela ein reizvolles Reise- und Urlaubsziel: Wunderschöne Landschaften, traumhafte Strände und einzigartige Orte an der Küste und im Hinterland.

Anzeige

Die nordwestlichste Region in Spanien, die sich offiziell als Comunidade Autónoma de Galicia bezeichnet, ist ein deutlicher Farbtupfer auf dem ziemlich multikulturellen Teppich der iberischen Halbinsel. Der Dudelsack symbolisiert die kulturelle Verbindung zu den Kelten, die galicische Sprache verweist auf die enge Nachbarschaft zu Portugal und die Vorliebe, Hexen und Feen eine Bedeutung zuzumessen zeigt, dass hier am „Ende der Welt“ die Gewalten der Natur und das Überirdische noch in einem Zusammenhang gesehen werden.

Xelmírez Palast und San Xerome Kolleg in Santiago de

Xelmírez Palast und San Xerome Kolleg in Santiago de Compostela

Galicien (nicht zu verwechseln mit der historischen Region Galizien zwischen Polen und der Ukraine) gehörte immer schon zu den ärmeren Gebieten, die viele Menschen in die Migration trieben. In südamerikanischen Ländern wie Argentinien werden alle Einwanderer als Galicier bezeichnet, die aus Spanien kommen.

Landwirtschaft und Fischfang sind heute noch die bedeutendsten Wirtschaftszweige, die Industrie ist wenig entwickelt. Der Tourismus konzentriert vorrangig sich auf das Ziel Santiago de Compostela und mit weitem Abstand auf die Westküste Galiciens, die Rías Baixas.

Die Region war wegen fehlender Reichtümer und der hinter Bergen geschützten Randlage nie das bevorzugte Ziel von fremden Eroberern. Die Mauren begnügten sich mit sporadischen Brandschatzungen, der mächtige östliche Nachbar Kastilien konnte die Oberherrschaft erst im 15. Jahrhundert durchsetzen, wobei immer die relative Eigenständigkeit der Galicier zu beachten war.

Im politischen Feld dominierten konservative Kräfte, die zwar die kulturellen Eigenarten gegenüber dem spanischen Staat betonten, aber gleichzeitig eine Trennung von Spanien wie im Baskenland oder Katalonien nicht wirklich auf ihrem Programm hatten. Kirche und Staat hielten fest zusammen, so dass es dem Galicier und späteren Diktator Francisco Franco gelang, während seiner Diktatur die Sprache der Landsleute zu unterdrücken.

Trotz, oder gerade wegen seiner Randlage, zählt Galicien zu den attraktivsten Reisezielen in Spanien. Ein vom Atlantik geprägtes Klima bringt die Natur dazu, ein prächtiges grünes Kleid anzulegen, das im Frühjahr zusätzlich durch wahre Blumenmeere geschmückt wird.

Praia de Soesto bei Laxe

Praia de Soesto bei Laxe an der Costa da Morte

Interessante Reiseziele in Galicien

Die Küstenlandschaften zählen zu den abwechslungsreichsten in Europa. Die Rías, wie hier die sich tief ins Binnenland ziehen Flussmündungen genannt werden, gliedern die Küste, an der sich hügelige, weich geschwungene Abschnitte, mit schroffen Steilküsten abwechseln. An den Rías Baixas im Westen von Galicien sind im Sommer die Wassertemperaturen am höchsten und die schönen Sandstrände eignen sich auch für einen Badeurlaub. Die durch viele Schiffsunglücke bekannte und deshalb so benannte Costa da Morte im Nordwesten und ganz besonders die Rías Altas im Norden sind geprägt durch Steilküsten und starke Strömungen, die das Baden gefährlich machen.

Während die galicischen Küsten vor allem ein Reiseziel für Menschen ist, die die Natur und einsame Gegenden lieben, bieten die kleineren und größeren Städte eine Menge Kultur sowie alte und moderne Architektur. Das Top-Städtereiseziel mit Millionen von Tourist-/innen im Jahr ist Santiago de Compostela, der Endpunkt der Jakobswege aus allen Himmelsrichtungen. Neben der Hauptstadt von Galicien verblassen ein wenig die Hauptstädte der vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra, die allerdings jede für sich, einen besonderen Reiz haben. A Coruña und Pontevedra stehen für das zum Meer hin orientiere Galicien, während Lugo und Ourense auf unterschiedliche Art und Weise das galicische Binnenland präsentieren.

Blick vom Mirador de la Columna auf die Schlucht des Flusses Sil

Blick vom Mirador de la Columna auf die Schlucht des Flusses Sil

Weite Fläche des hügeligen Berglands sind bewaldet, leider fördert die Papierindustrie den Ersatz der traditionellen Eichen durch schnell wachsende Bäume wie Pinien und Eukalyptus. Im Osten bilden bis zu 2.000 Meter hohe Berge die Grenze zu Kastilien. Ein weite Teile der Landschaft prägender Fluss ist der Miño, der mit seinen Nebenflüssen wie dem Sil, tiefe Schluchten in die Landschaft gegraben hat. An den Hängen wird Wein angebaut. Die Weinreben brachten im Mittelalter u.a. Mönche von der Mosel hierher, um ihren Klostergründungen eine wirtschaftliche Basis zu verschaffen.

Reisezeit

Die beste Reisezeit für Galicien ist der Sommer. Die offizielle Badesaison beginnt Mitte Juni und endet Mitte September. Mehr als 18 Grad Wassertemperatur sind kaum zu erwarten, etwas wärmer ist das Wasser an den geschützten Stränden der Rías Baixas. Wer unabhängig vom Wetter ist und auch mal ein paar Regentage vertragen kann, für den sind auch die farbenfrohen Jahreszeiten Frühling und Herbst geeignete Reisezeiten vor allem für Rundfahrten und Stadtbesichtigungen.

Anreise

Der wichtigste internationale Flughafen von Galicien liegt in der Nähe von Santiago de Compostela. Die besten Ostwestverbindungen mit dem Auto sind die Autobahnen A-8 (Autovía del Cantábrico), A-6 (Autovía del Noroeste) und A-52 (Autovía de las Rías Bajas).

Anzeige

Weitere Reiseinformationen, Unterkünfte und Links

Anzeige