20. Oktober 2020
Urlaub zu Corona Zeiten

Spanien: Trotz Corona in den Spanien-Urlaub?

Für Spanien besteht eine Reisewarnung. Von Reisen nach Spanien aus nicht notwendigen Gründen wird daher abgeraten. Eine Reisewarnung ist jedoch kein Reiseverbot. Für alle, die einen Urlaub in Spanien trotz Corona verbringen (möchten), haben wir die folgenden Informationen zusammengestellt.

Aktuelle Informationen zur Entwicklung der Covid-19-Pandemie finden Sie hier.

Inhalt
Einreisebestimmungen für Spanien
Spanien-Urlaub in Corona-Zeiten
Reisewarnungen, Quarantäne und Tests
Ab wann ist ein Corona-Impfstoff verfügbar?
Wichtige Covid-19 Links

Aktuelle Einreisebestimmungen für Spanien

Die Grenzen nach Spanien sind offen und es bestehen keine generellen Einreisebeschränkungen für Einreisende aus dem Gebiet der Europäischen Union.

Wer mit dem Flugzeug nach Spanien einreisen will, muss mindestens 48 Stunden vor der Einreise ein elektronisches Formular zum eigenen Gesundheitszustand ausfüllen. Das FCS-Formular und weitere Informationen über das Verfahren sind über das Portal von Spain Travel Health abzurufen. Dort finden Sie auch einen Link zu der SpTH App für Android und Apple Smartphones, die alternativ zum Web-Formular genutzt werden kann.

Das sogenannte  FCS-Formular muss nur bei der Einreise per Flugzeug ausgefüllt werden.

An den spanischen Flughäfen werden bei der Ankunft von Flügen aus dem Ausland Gesundheitskontrollen durchgeführt. Dabei wird die Körpertemperatur automatisch gemessen und der OR-Code des FCS-Formulars gescannt.

Spanien-Urlaub in Corona-Zeiten

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie galten in Spanien strenge Kontaktverbote. Der Tourismus und die Wirtschaft wurden heruntergefahren. Nach der Eindämmung der Zahl der Erkrankten und der Neuinfektionen begann eine lange Phase der schrittweisen Rücknahme der Einschränkungen.

Die neue “Normalität”: Abstand, Masken und Hygiene

Nach dem Abflachen der Infektionszahlen begann ab dem 21. Juni die Phase der “neuen Normalität”. Diese beschreibt einen Zustand, in dem die Corona-Pandemie noch existiert, aber die Ausbreitung kontrolliert werden kann. Damit wurden auch die innerspanischen Reisebeschränkungen aufgehoben. Touristische Unterkünfte wie Hotels, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze wurden wieder geöffnet.

Es besteht eine Pflicht zum Tragen von Masken in allen Situationen, in denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht garantiert ist. Dies gilt insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften, aber auch an sonstigen Orten, egal ob im Freien oder in geschlossenen Räumen. Die Maskenpflicht betrifft alle Personen ab einem Alter über 6 Jahren, es sei denn, es liegt eine gesundheitlich bedingte Ausnahme vor. Beim Essen und Trinken z.B. in einem Restaurant darf die Maske natürlich abgenommen werden. Wer sich nicht an diese Regel hält, kann mit bis zu 100 Euro bestraft werden.

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen gelten weitere Einschränkungen und zusätzliche Hygiene-Regeln in Spanien

  • Diskotheken, Tanzsäle und Cocktail-Bars bleiben geschlossen
  • In der Gastronomie und im Hotelgewerbe gilt überall ein Mindestabstand von 1,5 Metern
  • Maximal 10 Personen dürfen sich zusammen z.B. an einem Tisch in einer Bar oder einem Restaurant aufhalten
  • Gastronomische Betriebe müssen spätestens um 1 Uhr morgens schließen, neue Gäste dürfen ab 0 Uhr nicht mehr eingelassen werden
  • Im öffentlichen Raum darf außerhalb der Restaurants und Bars kein Alkohol konsumiert werden
  • Es besteht auch im Freien ein Rauchverbot (gilt auch für sogenannte E-Zigaretten), wenn ein Mindestabstand von 2 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann

In einigen Gemeinden, Städten und Regionen gelten zum Teil noch strengere Regeln, wie Ein- und Ausreisebeschränkungen.

Kanaren führen Corona-Versicherung ein

Die Kanarischen Insel zählen bisher zu den „glücklichen Regionen“ in denen die Corona-Infektionsrate relativ gering ist. Um den Tourismus anzukurbeln, hat die Regionalregierung für alle Urlauber eine Corona-Versicherung abgeschlossen. Diese ersetzt die Kosten für die medizinische Versorgung, die Unterbringen während einer Quarantäne und den Rückflug im Falle eines Covid-19 Erkrankung.

Dieser Versicherung gilt für alle Touristen, die sich mit dem SARS-CoV-2 Virus während eines Urlaubs auf den Inseln infizieren. Diese Versicherung gilt ab dem 5. August für einen Zeitraum von 12 Monaten.

Reiseveranstalter wie TUI, Alltours und FTI werden trotz Reisewarnungen ab Oktober wieder Reisen auf die Kanaren anbieten. Dabei ist für die Urlaubsplanung zu beachten, dass alle Reisenden nach Rückkehr die häusliche Quarantänezeit hinzurechnen müssen.

Anreise per Flugzeug

Die EU hat darauf verzichtet, den Fluggesellschaften z.B. vorzuschreiben, dass die Mittelsitze generell frei bleiben müssen. Damit ist der Mindestabstand von 1, 5 m im Flugzeug nicht einzuhalten. Die Fluggesellschaften argumentieren, dass die Lüftungssysteme in den Flugzeugen sicher vor Infektionen schützen. Ob dies den Tatsachen entspricht, wird sich im Massenversuch zeigen.

Die deutschen Fluggesellschaften Condor und Eurowings bieten die Möglichkeit, zusätzlich gegen Aufpreis einen freien Nebensitz (Mittelsitz) zu buchen.

Urlaub am Strand geht nur mit Einschränkungen

Für viele sind Sonne, Strand und Party der wichtigste Grund den Urlaub in Spanien zu verbringen. Dies ist nicht mehr wie gewohnt möglich. Es gibt Zugangsbeschränkungen auch für die Strände und die großen Partys und Fiestas sind abgesagt.

Dies hatte Auswirkungen auf die Urlaubsplanungen der Spanier*innen selbst. Die Buchungen von privaten Ferienwohnungen und Ferienhäusern auf dem Lande steigen. Wer es sich leisten kann, verbringt die Sommerferien im grünen Spanien abseits der Küsten, in relativer Nähe zum eigenen Wohnsitz und mit dem eigenen Pkw erreichbar. Die Vermietungen von Wohnmobilen verzeichnen einen Boom.

Die Gefahr der Pandemie ist real

Die Wissenschaft ist sich überwiegend einig: Die Hauptgefahr für eine Weiterverbreitung des SARS-CoV-2 Virus besteht durch Tröpfcheninfektionen beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen mit vielen Personen. Sich während eines Urlaubs in eine solche Risikosituation zu begeben, sollte vermieden werden.

Grundsätzlich ist die Gefahr einer Covid-19 Erkrankung in wahrscheinlich Spanien nicht höher als zu Hause, wenn die Grundregeln der Pandemie-Bekämpfung eingehalten werden (können). Hinzukommen die Risiken möglicher Reisebeschränkungen und Quarantänemaßnahmen bei einer Verschlechterung der Lage in Spanien.

Buchen Sie Hotels und Flüge daher nur unter der Voraussetzung, dass auch kurzfristige und kostenfreie Stornierungen möglich sind. Dies gilt gleichermaßen für Pauschalreisen wie Individualreisen. Unser Partner Booking.com (P+) bietet für die meisten Hotels und Unterkünfte die Option der kostenlosen Stornierung bis zum Anreisetag. Wir empfehlen daher nur Hotels, Ferienwohnungen etc. mit den Optionen “Kostenlose Stornierung” plus “Keine Voraus- oder Anzahlung notwendig” zu buchen.

Bedenken Sie die Gefahr eines erneuten (regionalen) Ausbruchs der Pandemie, was die Verhängung von neuen Quarantänemaßnahmen erforderlich machen würde. Eine erneute staatlich organisierte Rückführung von Urlaubern hat die deutsche Bundesregierung ausgeschlossen.

Was tun bei einer Reisewarnung?

Reisewarnungen des deutschen Außenministeriums werden auf Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) ausgesprochen, wenn in einem Land oder eine Region die Grenze von 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner*innen dauerhaft überschritten werden. Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot, jedoch ein wichtiger Hinweis, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Aktuell besteht eine Reisewarnung für ganz Spanien.

Bei einer Reisewarnung besteht ein Recht auf die kostenlose Stornierung eines Flugs oder einer Pauschalreise mit Erstattung des vollen Reisepreises.

Wird eine Reisewarnung für die Region ausgesprochen, in der Sie ihren Urlaub verbringen, muss dieser nicht zwingend abgebrochen werden.

Krankenversicherung überprüfen!

Wer eine Krankenversicherung für Auslandsreisen abgeschlossen hat, sollte diese überprüfen, ob die Versicherung auch bei einer Reisewarnung gültig ist. Bei vielen Auslands-Krankenversicherungen besteht im Falle einer Reisewarnung kein Versicherungsschutz mehr. Die von einigen Reiseveranstaltern angeboten “Sorglos-Pakete” beinhalten keine Krankenversicherung, sondern decken nur die Kosten eines Reiseabbruchs ab.

Bei Rückkehr aus Risikogebieten: Quarantäne und Test

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich auf den SARS-CoV-2 Virus testen lassen. Dann verkürzt sich die vorgeschriebene häusliche Quarantäne von 14 Tagen auf die Zeit bis zum Eintreffen eines negativen Testergebnisses. Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten und nach Deutschland eingereist ist, muss sich bei dem zuständigen Gesundheitsamt seiner Gemeinde melden. Dies gilt nicht für reine Transitreisen durch ein Risikogebiet.

Ab 8. November sollen modifizierte Quarantäneregeln in Kraft treten. Dann kann frühstens am fünften Tag nach der Rückkehr nach Hause ein Test durchgeführt werden. Falls dieser negativ ist, entfällt die weitere Quarantänepflicht.

Ist mit Grenzschließungen zu rechnen?

Eine erneute Schließung der Grenzen innerhalb der EU ist gegenwärtig nicht zu erwarten. Unwahrscheinlich ist insbesondere eine Grenzschließung bei Direktflügen oder einer Rückreise mit dem Auto oder Wohnmobil z.B. von Spanien über Frankreich nach Deutschland.

Wann ist ein Impfstoff verfügbar?

Ein Impfstoff gegen den SARS-CoV-2 Virus, der weltweit und für alle verfügbar bar ist, wird es nach Weltgesundheitsorganisation WHO erst innerhalb der nächsten zwei Jahre geben. Die ersten Impfungen für Risikopersonen könnten nach Einschätzung der WHO in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 verfügbar sein.

Für den ersten Schritt zur Eindämmung der Corona-Pandemie benötigt Spanien ca. 15 Millionen Dosen dieses Impfstoffes. Priorität bei der Impfung haben Menschen, die älter als 65 Jahre sind oder zu einer besonderen Risikogruppe gehören.

Die Aussichten

Fast alle Experten gehen davon aus, dass die Kontaktbeschränkungen, Abstandsregelungen und Hygienevorschriften noch längere Zeit gelten werden. Aufgrund der epidemiologischen Einschätzungen werden Einschränkungen sinnvoll sein, solange wie die Immunisierung gegen das SARS-CoV-2 Virus unzureichend ist.

Daher gilt, was in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gelten wird, auch für das Urlaubsland Spanien. Das Einhalten von Abstandsregeln, das Tragen von Masken und vorsorgende Hygienemaßnahmen wird auf längere Zeit unser Leben bestimmen und damit natürlich auch unseren Urlaub in Spanien. Der Spanien-Tourismus steht vor einem Umbruch.

Halten Sie Abstand und bleiben Sie gesund! Viele Tipps für die Planung eines individuellen Urlaubs in Spanien abseits des Massentourismus finden Sie im Reiseführer Reisen nach Spanien.

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