Sotres: Das höchste Dorf und Wanderparadies in den Picos de Europa

Schon die Anfahrt über die schmale Bergstraße ist ein Erlebnis. Es geht durch grüne Täler, mit Weiden und Büchen, umrandet von kahlen Kalksteinfelsen in der Höhe. Im Dorf angekommen, laden die Terrassen der beiden Bars gleich zum Imbiss ein. Die Besucher:innen genießen in Wanderkleidung die Sonne. Damit wird gleich klar, worum es in Sotres in den Picos de Europa geht: Wandern und noch mal Wandern.

Sotres (Picos de Europa)
Sotres, das höchste Dorf in den Picos de Europa in Asturien
Inhalt
Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Treviso und Wanderungen
Reiseinformationen und Unterkünfte
Karte und Lage
Bildergalerie
Reiseziele in der Umgebung

Sotres liegt auf 1.023 m Höhe in den östlichen Picos de Europa und ist damit das höchste Bergdorf dieses nordspanischen Gebirges. Im Hochsommer kann es hier voll werden. Aber trotz einer guten touristischen Infrastruktur leben die Menschen hier nicht nur vom Tourismus, sondern auch sichtbar von der Landwirtschaft, vorwiegend vor der Viehwirtschaft.

Sotres, eine Wanderparadies in den Picos

Und das Spitzenprodukt heißt Käse. Hier ist es ein besonderer Blauschimmelkäse mit geschützter Gebietsbezeichnung: Queso de Cabrales. Dieser reift in Höhlen in Höhenlagen zwischen 800 und 1200 Metern, bei Temperaturen zwischen 6 und 10 Grad sowie 98 % Luftfeuchtigkeit. Unübersehbar auf der linken Seite zur Stichstraße zu dem großen Parkplatz liegt die Käserei Main (Website), die, falls der Laden geschlossen ist, ihren Queso de Cabrales auch in Automaten verkauft.

Sotres (Asturien)
Bar im Zentrum von Sotres

Das bescheidene Dorf gruppiert sich an einem Abhang rund um die Kirche San Pedro. Vom nordwestlichen Dorfrand führt ein Fußweg zum Mirador de Sotres. Vor hier blicken wir auf Sotres und die Berge und Täler der Umgebung.

Wanderungen und Ausflüge

Sotres ist ein guter Standort für Wanderungen und Ausflüge in die landschaftlich sehr reizvolle Umgebung. Vor allem dann, wenn die Zeit reicht, einige Tage in diesem Bergdorf zu verbringen.

Ausflug nach Tresviso

Unser Ziel ist das Dorf Tresviso, welches am östlichen Rand der Picos über der Schlucht Desfiladero de La Hermida liegt. Zuerst geht es aufwärts, bis wir auf einem Pass auf 1.285 m Höhe die asturisch-kantabrische Grenze überschreiten. Rechts und links liegen Weiden, dann schreitet eine Herde Kühe geruhsam über die schmale Straße. Kein Grund zur Sorge, die gemütlichen Rindviecher machen freiwillig den Weg frei.

Kirche San Pedro (Tresviso)
Tresviso: Langsam lichtet sich der Nebel über der Dorfkirche San Pedro

Langsam geht es wieder bergab. Da wir am Morgen aufgebrochen sind, wabern die Wolken noch über der Küste und drängen sich in die tiefen Täler. Nach 11 km Fahrt erreichen wir das Bergdorf Tresviso. Einfache Bruchsteinhäuser, gedeckt mit roten Schindeln, prägen das Ortsbild. Die Menschen leben von der Landwirtschaft und ein wenig vom Wandertourismus. So gibt es einige ländliche Unterkünfte. Auch Tresviso gehört zu den Dörfern, in denen in Höhlen der Queso de Cabrales hergestellt wird.

Liegt Sotres schon ziemlich abseits vom Schuss, so trifft dies auf Tresviso erst recht zu. Keine 70 Menschen leben hier und die Straße ist hier einfach zu Ende. Ein Dorf, das zu Kantabrien gehört, aber nur über Asturien zu erreichen ist. Glücklicherweise steigen die Wolken auf und geben den Blick auf das, so scheint es, „ausgestorbene Dorf“ frei. Angestellte der Nationalparkverwaltung trinken ihren Kaffee in der Taberna. Wenn es in Spanien noch eine Dorfkneipe gibt, dann ist sicher, hier ist noch Leben.

Picos de Europa (Tresviso)
Blick auf Tresviso auf das Macizo de Ándara (Macizo Oriental)

Tresviso ist ein Ziel für sehr sportliche Wander:innen. Von dem Dorf Urdón im Tal führt ein 6 km langer Wanderweg, die Ruta Urdón – Tresviso (ausgezeichnet als PR-PNPE 30), hinauf nach Tresviso. Der Höhenunterschied der landschaftlich reizvollen Strecke beträgt über 800 Meter. Der Rückweg zu Fuß sollte überdacht oder eine Übernachtung eingeplant werden, denn der Rückweg per Auto (Taxi) beträgt 60 km.

Rundwanderweg Macizo de Ándara

Zwischen Sotres und Tresviso beginnt an dem Parkplatz Hoyo del Tejo der 16 km lange Rundwanderweg Macizo de Ándara, der als PR-PNPE 28 ausgezeichnet. Der Macizo de Ándara oder auch Macizo Oriental ist das östliche der drei Gebirgsmassive, welche die Picos de Europa prägen. Dieses Gebirge liegt vom Startpunkt aus gesehen im Südwesten, wird allerdings von den davorliegenden Bergen verdeckt. Für die Rundwanderung sind ca. 4,5 Stunden ohne Pausen einzuplanen.

Tipps zur Navigation auf der Karte: Ein Klick auf das Symbol öffnet die Sotres-Karte im Vollbildmodus in einem neuen Browserfenster. Klicken Sie auf , um Ihren aktuellen Standort anzuzeigen.

Vom Parkplatz nehmen wir den landwirtschaftlichen Weg, der auf der rechten Seite leicht ansteigend nach Süden führt. Der Wanderweg schlängelt sich leicht ansteigend durch eine grüne, mit hellen Kalksteinfelsen besäte Landschaft. Am Wegesrand blüht es in den Farben Gelb, Weiß, Rot und Blau. Nach 3,5 km erreichen wir die in der Saison bewirtschaftete Schutzhütte Casetón de Ándara. Große Geröllfelder prägen die Umgebung, Zeugnisse davon, dass im Ándara-Massiv bedeutende Zinkminen bestanden, deren letzte erst im Jahre 1975 geschlossen wurde. Man stelle sich die Mühe vor, mit der das Mineral über Tresviso ins Tal transportiert wurde.

Casetón de Ándara
Blick von der Schutzhütte Casetón de Ándara in Richtung Norden

Uns Weg macht hier eine Spitzkehre und wir folgen der Ausschilderung nach Vau los Lobos. Weiter geht es leicht ansteigend dem Hang entlang. Der Blick geht zurück auf den bisherigen Weg und weit darüber auf die Gipfel der Bergketten in Richtung Norden.

Bald ist der höchste Punkt der Wanderung erreicht, der Wanderweg führt jetzt leicht absteigend am nördlichen Hang des Macondíu. Wieder gibt es schöne Aussichtspunkte und wir blicken auf das grüne Tal, auf dessen Weiden Rinder und Pferde grasen. Nach ca. 9 km müssen wir aufpassen. Geradeaus geht es weiter zum Dorf Bejes, ebenfalls bekannt für seinen Käse. Für unseren Weg zurück zum Parkpark (Hoyo del Tejo) folgt der Spitzkehre.

Alm in den Picos de Europa
Alm Majada de las Llamas

Auf der rechten Seite liegen im Tal die Ställe der Alm Majada de las Llamas. Nach der Querung eines Bachbettes steigt der Weg wieder leicht an. Wir durchwandern einen noch recht jungen Buchenwald. Bevor wir den Ausgangspunkt der Wanderung erreichen, wird es noch mal anstrengend. Der letzte Kilometer hat es in sich, bevor der Parkplatz in Sicht kommt.

Wanderung von Sotres zum Pico Urriellu

Die anspruchsvolle Wanderung (PR-PNPE 21) führt von Sotres zur Vega de Urriellu. Hier liegt eine bewirtschaftete Schutzhütte. Die Attraktion dieses Wanderwegs ist die freie Aussicht auf den Pico Urriellu (Naranjo de Bulnes), eines der Wahrzeichen der Picos de Europa im Zentralmassiv. Bis zum Ziel in gut 10 Kilometern geht es fast 1.200 m bergauf. Einen ersten guten Blick auf den Urriellu bietet sich nach 6 km vom Pandébano-Pass auf 1.212 m Höhe.

Von Sotres geht es erst einmal auf der Landstraße A-264 in Richtung Arenas bergab, bis an einer Spitzkehre die Piste zum Hotel Áliva (dorthin führt eine beliebte Mountainbike-Strecke) abzweigt. Wir folgen dieser Straße, bis ein Fußweg zu den Ställen von Texu herunterführt. Weiter geht es in nördlicher Richtung, bis ein Wanderweg auf der rechten Seite die Piste verlässt, auf die wir am Cuaceya Pass wieder stoßen.

Picu Urriellu (Naranjo de Bulnes)
Blick vom Pandébano-Pass auf den Pico Urriellu (Naranjo de Bulnes)

Vorbei an Weiden und der Alm La Roble geht es weiter, bis der Parkplatz von Pandébano vor uns liegt. Hier zeigt ein Wegweiser in Richtung Collado de Pandébano. Sobald der Pandébano-Pass erreicht ist, ist der Blick auf den Urriellu frei. Wir genießen die wunderbare Aussicht und machen eine kleine Pause.

Weiter geht es in südwestlicher Richtung zum Refugio de la Terenosa, eine bewirtschaftete Schutzhütte, die oberhalb eines grünen Gebietes von Almen liegt, die sich herunter bis nach Bulnes erstrecken. Jetzt beginnen die letzten 5 km, die es aber in sich haben. Wir verlassen die grüne Zone und die Baumgrenze und folgen dem Wanderweg, mit vielen Kehren, zwischen Felsen und Geröllfeldern immer weiter hinauf. Der Urriellu und die umliegenden Gipfel rücken immer näher. Endlich ist das Refugio de Urriellu (Website) in Sicht.

Refugio de Urriellu (Picos de Europa)
Refugio de Urriellu

Die Berghütte bietet auf engem Raum über 90 Betten und Verpflegung. In den Monaten Juli und August ist eine frühzeitige Reservierung empfehlenswert. Über der Hütte auf ragt der Gipfel des Urriellu mit 500 m steil in die Höhe, ein majestätischer Anblick! Die Besteigung des Gipfels ist allerdings erfahrenen Bergsteiger:innen vorbehalten. Nach einer längeren Pause (Getränke und Bocadillos werden durch ein Fenster des Refugios serviert), machen wir uns auf den Rückweg nach Sotres.

Reiseinformation, Wetter und Unterkünfte

In Sotres gibt mehrere ländliche Unterkünfte, ein empfehlenswertes Hotel ist z. B. das Hotel Peña Castil. Während der Osterwoche sowie in der Hauptsaison zwischen Anfang Juni und Mitte Oktober pendeln Busse stündlich auf der Strecke Arenas de Cabrales, Poncebos, Tielve und Sotres am Vormittag und am Nachmittag. Außerdem gibt es in Sotres Taxis, die zu Parkplätzen der Umgebung fahren, von denen Wanderwege starten.

  • Buchung von individuellen Hotels und Unterkünften in Sotres ⇒ Booking.com (P+) mit Buchungen von Flügen, Taxis und Mietwagen
  • Aktueller Wetterbericht: 7-Tage-Wettervorhersage für die Gemeinde Cabrales vom offiziellen spanischen Wetterdienst AEMet
  • Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, kann auf dem Parkplatz am nördlichen Dorfrand auch übernachten. An diesem Parkplatz liegt auch die Busstation von Sotres.

Sotres Karte und Lage

Lage: Das Dorf Sotres, ein Ortsteil der Gemeinde Cabrales (GPS 43.232739, -4.748475; 130 Einw.) liegt auf 1.023 m Höhe in den östlichen Picos de Europa in Asturien.

Sotres Bilder, Impressionen, Landschaften

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