25. August 2019
Römisches Amphitheater in Itálica

Itálica: Ruinen einer römischen Stadt vor den Toren Sevillas

Die heute zugänglichen Ausgrabungen und Ruinen von Itálica liegen am nördlichen Ortsrand des Städtchens Santiponce, welches wahrschein einen noch älteren Teil der römischen Siedlungen unter seinem Boden versteckt.

Itálica soll zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt werden, den Antrag dazu hat die andalusische Regierung im Jahre 2017 beschlossen. Begründet wurde der Vorschlag mit der geschichtlichen Bedeutung der römischen Siedlung, die um im Jahr 206 v.Chr. von Publius Cornelius Scipio Africanus gegründet wurde. Dies war der römische Feldherr, der den Karthager Hannibal während des Zweiten Punischen Kriegs auf nordafrikanischem Boden schlug. Die beiden ersten römischen Kaiser, die aus einer Provinz stammten, nämlich Trajan und Hadrian, lebten in Itálica bzw. wurden sogar hier geboren.

Die Sehenswürdigkeiten von Itálica

Die Gesamtanlage ist dadurch geprägt, dass Itálica als Stadt praktisch mit der Besetzung Andalusiens durch die Mauren im Jahre 711 ihre Bedeutung verlor. Unter westgotischer Zeit war sie immerhin noch Sitz eines Bischofs. Doch dann dienten die Gemäuer überwiegend als Steinbruch, bis die wissenschaftlichen Ausgrabungen im 18. Jh. begannen. Trotz dieser Schäden beeindruckt die Ruinenstadt durch ihre planmäßige und gleichzeitig großzügige Anlage mit breiten Straßen und kleineren Verbindungswegen, die teilweise von grünen Pinien begrenzt werden.

Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten in Itálica zählt das römische Amphitheater, welches zu den größten auf spanischem Boden zählt. Es hat eine Länge von 160 Metern und bietet bis zu 25.000 Zuschauern Platz. Sehr sehenswert sind auch die zahlreichen, gut erhaltenen Mosaiken, aus den die Fußböden der Villen wohlhabende Einwohner gestaltet sind.

Das Neptun Mosaik (Ausschnitt) in einer Villa von Itálica
Das Neptun Mosaik (Ausschnitt) in einer Villa in Itálica

Die Ruinen des Tempels Trajaneum, der dem Kaiser Trajan gewidmet wurde, die Thermen sowie Aquädukte, sind höchstwahrscheinlich nur für ein archäologisch geschultes und interessiertes Auge von besonderem Interesse. Auf dem Ausgrabungsgelände gibt es ein kleines Museum, die wichtigsten Fundstücke sind jedoch im archäologischen Museum von Sevilla zu besichtigen.

Öffnungszeiten der archäologischen Stätte von Itálica: (Kern-)Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 9-17.30 und Sonntag 10-15 Uhr, montags geschlossen. Eintritt für EU-Bürger-/innen frei.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Santiponce

Santiponce ist ein andalusisches Landstädtchen, welches durchaus seine Reize hat. Auf dem Weg ins Zentrum (von Itálica kommend) liegt auf der linken, östlichen Seite etwas verstreckt, das römische Theater. Hier findet alle zwei Jahre das Tanzfestival Festival Internacional de Danza Itálica statt. Im Süden von Santiponce liegt das Kloster San Isidoro del Campo, welches im Jahre 1301 von Alonso Pérez de Guzmán gegründet wurde, der in Andalusiens als Guzmán el Bueno bekannt ist. Er wurde hier im Kloster mit seiner Frau begraben.

Das Römische Theater in Santiponce
Das renovierte Römische Theater in Santiponce (Sevilla)

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Karte und Lage von Itálica (Santiponce)


Lage: Itálica liegt in der Gemeinde Santiponce (PLZ 41970; GPS 37.444205, -6.044383; 8.500 Einw.) an der Autobahn A-66 im Kreis Aljarafe in der Provinz Sevilla in Andalusien.

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