25. August 2019
Blick auf den Palast von Karl V. mit der Klosterkirche von Yuste im Hintergrund

Monasterio de Yuste: Ein Kloster am Rande der Sierra de Gredos

Ein Ausflug zum Monasterio de San Jerónimo de Yuste, wie die offizielle Bezeichnung des Hieronymiten-Klosters lautet, lohnt sich nicht nur wegen der Klosteranlage.

Der Weg am Rande des fruchtbaren Tals des Flusses Tiétar besticht durch landschaftliche Schönheit, reizvolle kleine Dörfer und Städte sowie grandiose Ausblicke auf die Südflanke der Sierra de Gredos.

Was wir heute von dem berühmten Kloster von Yuste sehen, ist im Wesentlichen eine Wiedererstehung aus Ruinen, denn die Gebäude wurden am Anfang des 19. Jahrhunderts während des spanischen Unabhängigkeitskrieges bis auf die Grundmauern zerstört. Der Wiederaufbau ab 1949 war ein Projekt des damaligen Diktators Franco.

Die Bedeutung des Klosters von Yuste liegt weniger in der religiösen als in der weltlichen, politischen Sphäre. Denn hier verbrachte Karl V. nach seiner Abdankung von 1556 bis 1558 zurückgezogen seine letzten Lebensjahre. Der im Jahre 1500 in Gent geborene Habsburger war als Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und gleichzeitig als Carlos I. König von Spanien. Er regierte damit „ein Reich, in dem die Sonne niemals untergeht“, welches von Europa über Amerika bis nach Asien reichte.

Von Karl V. soll der Ausspruch „Das kommt mir spanisch vor“ stammen. Diesen Satz sprach er aus als spanischer König, während er sich mit den Beschlüssen der spanischen Cortes befasste und mit der spanischen Sprache noch nicht sehr vertraut war.

Gartenanlage vor dem Palast des Kaisers im Kloster Yuste
Gartenanlage vor dem Palast des Kaisers im Kloster Yuste

Das Kloster von Yuste wurde schon 1409 von den Hieronymiten gegründet, einem Orden, der vor allem in Spanien und Portugal beheimatet ist. Neben dem ursprünglichen Kloster wurde für den abgedankten Kaiser ein kleiner Palast im Stil der Renaissance erbaut. Zu den Sehenswürdigkeiten der Anlage zählen die beiden Kreuzgänge, die gotische Kirche und die Zimmer des Kaisers, in denen immer noch ein Sessel steht, auf dem der gichtkranke Monarch seine Gäste empfing. Die Einrichtung ist relativ schlicht und bescheiden, doch sollen sich um die 60 Bediensteten um sein Wohlbefinden gekümmert haben.

Karl V. wurde nach seinem Ableben im Kloster begraben, doch sein Sohn und Nachfolger als spanischer König, Felipe II. (Philipp), ordnete später die Verlegung des Grabes in den neu erbauten Königspalast Escorial in der Umgebung von Madrid an.

Die Öffnungszeiten des Klosters von Yuste sind im Sommer täglich bis auf montags durchgehend von 10 bis 20 Uhr und im Winter von 10 bis 18 Uhr. Montag geschlossen!

Bilder Kloster von Yuste und Umgebung

Das Kloster befindet sich auf dem Gebiet der sehenswerten Ortschaft Cuacos de Yuste in der Comarca de la Vera, einer Gegend mit einem relativ ausgeglichenen Klima. Im Winter wird es nicht zu kalt und im Sommer nicht zu heiß. Diese Region ist bekannt für den Roten Paprika, der hier angebaut wird. Die Paprikaschoten werden typischerweise im Rauch getrocknet und dann gemahlen. Das herkunftsgeschützte regionale Produkt wird überall unter der Bezeichnung Pimentón de la Vera vertrieben.

Als Karl V. nach einer langen Reise die Sierra de Gredos auf dem Pass Tornavacas überquerte, war sein Palast noch nicht bezugsfähig, sodass er einige Monate in dem Palacio de los Condes de Oropesa in dem benachbarten Städtchen Jarandilla de la Vera verbrachte. Wer es dem Kaiser nachmachen möchte, kann heutzutage in dem Palast übernachten, denn dort ist ein Luxushotel der bekannten Parador-Kette untergebracht. Der Wanderweg Ruta del Emperador führt von Jarandilla über 10 km in etwa drei Stunden zum Kloster von Yuste.

Weitere Informationen und Unterkünfte in der Umgebung

Yuste Karte und Lage des Klosters


Lage: Das Monasterio de Yuste liegt bei Cuacos de Yuste im Kreis La Vera in der Provinz Cáceres im Nordwesten der Extremadura (Spanien).

Ziele in der Umgebung

  • Ávila (Kastilien und León) 155 km EX-203 / N-502
  • Plasencia 43 km EX-203
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