Sierra de Gredos: Naturpark im Südwesten der Provinz Ávila

Naturpark Sierra de Gredos

Im Sommer kommen vorwiegend Menschen aus den großen Städten der Umgebung, die im Gebirge der Hitze entfliehen möchten. Die Sierra de Gredos besteht aus Granit. Die Eiszeit und deren Gletscher schufen eindrucksvolle Talkessel, Schluchten, Wasserfälle und Bergseen. Wahrzeichen der Sierra de Gredos ist eine Ziege, der Iberische Steinbock.

Inhalt
Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Bilder
Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte
Karte und Lage

Die schönste Reisezeit für eine Fahrt durch die Sierra de Gredos ist der Herbst, wenn sich die Blätter der Bäume verfärben. Eine weitere jahreszeitliche Attraktion bietet der Frühling. Dann stehen die Bäume im Tal der Kirschen im Valle del Jerte im westlichen Abschnitt der Sierra de Gredos in voller Blüte.

Naturpark Sierra de Gredos

Das Gebirge der Sierra de Gredos bildet den mittleren Abschnitt des Iberischen Scheidegebirges, welches die zentrale spanische Hochebene (Meseta) in den nördlichen und den südlichen Teil trennt. Der Kernbereich, der Parque Regional de la Sierra de Gredos, ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das Gebirge verläuft in Ostwest-Richtung. Der Norden ist leicht ansteigend, mit überwiegend alpiner Flora, während die Südflanke steil abfällt und über ein warmes, mediterranes Klima verfügt. Dieser Unterschied wird deutlich bei der Querung des Gebirges auf einer der beiden Pässe, die im Osten und Westen des Naturschutzgebietes liegen. Dies ist zum einen der Pass Puerto del Pico (1.352 m) der Nationalstraße N-502 und der Pass Puerto de Tornavacas an der N-110 (1.275 m).

Der höchste Gipfel der Sierra de Gredos ist der Pico Almanzor (2.592 m.) im zentralen Gebirgsmassiv. Unter dem Gipfel erstreckt sich der Circo de Gredos, ein Talkessel mit der Laguna Grande, dem größten Bergsee der Sierra. Während der Aufstieg auf den Almanzor bergsteigerisches Können voraussetzt, ist eine Wanderung zur Laguna Grande (1.935) mit guter Kondition möglich. Ausgangspunkt für die Wanderungen ist der Parkplatz Plataforma de Gredos. Dorthin führt eine 12 km lange Bergstraße, die bei Hoyos del Espino von der Provinzstraße AV-941 in südlicher Richtung abzweigt.

Routen entlang der Sierra de Gredos

Wer eine Reise in die Sierra de Gredos plant, steht bei der Streckenplanung vor zwei Alternativen. Eine Route verläuft nördlich des Gebirges, die andere südlich.

Der Norden

Die nördliche Umfahrung folgt der Provinzstraße AV-941, die bei dem Restaurant Venta de la Rasquilla in westlicher Richtung von der Nationalstraße N-502 abzweigt. Vor dem Dorf Navarredonda liegt der Parador de Gredos. Dieser war im Jahre 1928 das erste Hotel der staatlichen Hotelkette, die sich auf Luxushotels in außergewöhnlichen Lagen spezialisiert hat.

Hinter Navarredonda zweigt bei Hoyos del Espino das Bergsträßchen in Richtung Almanzor und Laguna Grande ab. Die Hauptstraße führt entlang des Flusses Tormes weiter bis zu den sehenswerten Städtchen El Barco de Ávila. Hier trifft die AV-941 auf die Nationalstraße N-110, die über den Pass Puerto de Tornavacas durch das Tal Valle del Jerte nach Plasencia geht. Ende März blühen hier die Kirschbäume, dafür ist das Valle del Jerte spanienweit bekannt.

Der Süden

Die südliche Umfahrung führt von Norden kommend über den landschaftlich attraktiven Pass Puerto del Pico in das südliche Zentrum der Sierra de Gredos, dem Städtchen Arenas de San Pedro. Hirten treiben im Sommer Rinderherden über den Pass auf die Weiden der höher gelegenen Almwiesen. Wer Glück hat, kann in der zweiten Junihälfte dem Auftrieb der meist schwarzen Kühe einer einheimischen Rasse zuschauen.

Die Kleinstadt Arenas de San Pedro ist das Zentrum der südlichen Sierra de Gredos. Zu den wenigen baulichen Sehenswürdigkeiten des Ortes zählt das Castillo, das auch als Burg der traurigen Gräfin gekannt ist. Bekannteste Persönlichkeit und vor Ort fast allgegenwärtig ist der Heilige Pedro de Alcántara (Petrus von Alcantara), der als Beichtvater von Kaiser Karl V. nach dessen Abdankung im nahegelegenen Kloster Yuste diente.

Das in der Nähe gelegene Dorf Guisando ist eine beliebte Station für Bergsteiger. Von dem Parkplatz Nogal del Barranco führen mehrere Wanderwege in den Naturpark. Die von hier aus zu erreichenden Granitfelsen Los Galayos (El Galayar) sind ausgezeichnetes Gebiet zum Klettern.

Von Arenas de San Pedro führt die Provinzstraße AV-924 über Candeleda nach Madrigal de la Vera. Zuvor passieren wir die Schlucht Garganta de Alardos, welche die Grenze zwischen der Provinz Ávila (Kastilien und León) und der Extremadura markiert.

La Vera

Entlang der Landstraße EX-203 reihen sich nun die malerischen Dörfer und kleinen Städte der historischen Landschaft La Vera. Zahlreiche Schluchten (Gargantas) mit Bergbächen und dicken Felsbrocken ziehen von den Höhen der Sierra de Gredos ins Tal. Im Sommer locken hier überall natürliche Schwimmbecken, die mit ihren Strandbars eine kühlende Abwechslung während der Sommerhitze bieten.

Auf dem Weg nach Palencia können wir in malerischen Städtchen und Dörfern wie Jarandilla de la Vera oder Cuacos de Yuste einen Stopp einlegen. Ein Besuch der Klosters Yuste gehört wahrscheinlich zum Pflichtprogramm. Hier verbrachte der spanische König Carlos I., der gleichzeitig als Karl der V. deutscher Kaiser war, nach seiner Abdankung seine letzte Lebenszeit.

Sierra de Gredos, Bilder und Impressionen

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

  • Buchung von individuellen Hotels und Unterkünften in Sierra de Gredos ⇒ Booking.com (P+)
  • Parque regional de la Sierra de Gredos ⇒ offizielle Website der Gemeinschaft Kastilien und León

Sierra de Gredos Karte und Lage

Lage: Der Naturpark liegt im Süden der Provinz Ávila in der Gemeinschaft Kastilien und León.

Reiseziele in der Umgebung
ab Arenas de San Pedro

  • Ávila, UNESCO-Welterbe ⇨ 84 km N-502
  • Madrid, die spanische Hauptstadt ⇨ 166 km A-5
  • Toledo, Stadt der 3 Kulturen ⇨ 129 km A-5
  • Kloster Yuste ⇨ 75 km CL-501 / EX-203
  • Plasencia, mittelalterliches Städtchen ⇨ 116 km EX-203