Fuerteventura: Eine Rundfahrt zu Windmühlen, Vulkanen und malerischen Orten

Fuerteventura Rundfahr

Fuerteventura ist mehr als Sonne und Strand. Eine Fuerteventura Rundfahrt durch ursprüngliche Landschaften zu malerischen Orten macht den Blick frei, auf das traditionelle Hinterland der Traumstrände.

1. Etappe der Rundfahrt: Windmühlen und das ländliche Fuerteventura

Auf der ersten Etappe unserer Rundfahrt durch das ländliche Fuerteventura folgen wir der Mühlenroute, die durch die zentrale Ebene der Insel führt. Wegen der Trockenheit bildeten Windmühlen, deren Pumpen das kostbare Wasser aus der Tiefe holten, die Grundlage für die Landwirtschaft und damit für die Ernährung der Inselbewohner*innen. Die meisten der historischen Windmühlen aus dem 18. und 19. Jahrhundert verfallen leider, moderne Technik haben sie ersetzt.

Wir beginnen die Tour in Tuineje, einem Landstädtchen, in dem u.a. Tomaten angebaut werden. Sehenswert ist die Kirche San Miguel Arcángel, die im Jahre 1702 im typisch kanarischen Stil erbaut wurde. Von Tuineje folgen wir in nördlicher Richtung der FV-20. Zur linken Seite erheben sich die Berge von Betancuria, zur Rechten liegen in der Ebene kleinere Vulkane, welche die Ostküste begrenzen. In der staubtrockenen Landschaft liegen Felder mit Aloen.

Karte Fuerteventura Rundfahrt
Karte der Fuerteventura Tour durch ursprüngliche Landschaften und alte Städte im Zentrum der Insel Fuerteventura

Mühlenmuseum in Tiscamanita

Unser nächstes Ziel ist Tiscamanita. In diesem Dorf wird mit der Hilfe von Hydrokulturen u.a. Getreide angebaut. Die Attraktion ist jedoch das Mühlenmuseum. Mit Windmühlen wurde früher Getreide gemahlen und mit diesem Gofio hergestellt. Gofio war eines der Grundnahrungsmittel der Altkanarier. Dieses besteht vorwiegend aus Gerste, aber auch aus anderen Getreidesorten. Vermischt mit Milch, Käse oder anderen Fetten, stillte es, leicht transportierbar, den Hunger während der Feldarbeit. Heute ist Gofio als eine Spezialität der Kanarischen Inseln.

Das Museum informiert auf anschauliche Art und Weise das traditionelle Leben der Landbevölkerung. Die Windmühle und das ehemalige Wohnhaus des Müllers wurden aufwändig restauriert. Geboten wird eine Verköstigung von Gofio, Ziegenkäse und Rotwein.

Antigua

Die nächste Station der Rundfahrt ist das alte Städtchen Antigua. Sehenswert sind hier die Kirche Nuestra Señora mit einer schönen Holzdecke im Mudéjar-Stil und das Käsemuseum Museo del Queso Majorero. Das Museum am nördlichen Ortsrand wurde in zwei ehemaligen Mühlen eingerichtet. Kakteen umsäumen das Gelände.

Wir folgen weiter der FV-20 in Richtung Norden bis nach La Ampuyenta. Sehenswert ist die weiß getünchte Kapelle San Pedro de Alcántara, eine der schönsten kleinen Kirchen auf Fuerteventura. Daneben steht ein restauriertes Gutshaus mit typisch kanarischen Balkonen.

Mühlentour auf Fuerteventura
Windmühle in der Trockenheit der Westküste

Freilichtmuseum in Tefía

In Ampuyenta verlassen wir die Straße und biegen nach links auf der FV-207 in Richtung Oliva ab, um über das Dorf El Almácigo, auf der rechten Seite liegt wieder eine schöne Windmühle, nach ca. 26 km das Dorf Tefía zu erreichen. Unser Ziel ist das Ecomuseum La Alcogida. Dies ist ein Freilichtmuseum, das uns in die Zeiten zurückführt, in denen Fuerteventura noch nicht vom Tourismus beherrscht wurde. Wer möchte, kann von hier aus einem Abstecher nach Puertito de Los Molinos am Meer unternehmen. Der kleine Hafen diente früher zum Export von Getreide und Vieh.

2. Etappe der Tour: Durch karge Gebirge über die alte Inselhauptstadt zum Fischerdorf an der Küste

Von Tefía kehren wir auf der gleichen Straße zurück, um vor La Alcogida nach rechts auf die FV-30 in Richtung Betancuria einzubiegen. Hinter dem Ort Valle de Santa Inés windet sich die Straße hinauf durch das Gebirge von Betancuria (Macizo de Betancuria). Am Aussichtspunkt Mirador de Guize y Ayose machen wir halt und genießen die Landschaft. Die beiden vier Meter hohen Statuen stellen die beiden Könige Guize und Ayose dar. Diese reagierten Fuerteventura zu dem Zeitpunkt, als die ersten „Europäer“ auf die Insel kamen.  Eine Straße führt hinauf zu dem 675 m hohen Morro de Velosa. Von hier aus bietet sich ein fantastischer Panoramablick auf die Insel. Dies ist sicherlich einer der Höhepunkte der Tour durch die Mitte von Fuerteventura.

Berge von Betancuria
Karge Gebirgslandschaft prägen die Westküste

Betancuria, die alte Inselhauptstadt

Unser nächstes Ziel ist die alte Stadt Betancuria. Die ehemalige Inselhauptstadt wurde im Jahre 1404 von dem normannischen Adeligen Jean de Béthencourt gegründet. Das Städtchen in einem grünen Tal zählt mit seinen Palästen zu den schönsten kolonialen Siedlungen auf den Kanarischen Inseln.

Den Mittelpunkt des Ortes bildet die Kirche Santa María (17. Jh.). Die wehrhafte Kirche, Betancuria wurde immer wieder von Piraten bedroht, wurde im Mudéjar-Stil erbaut. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die geschnitzte Decke aus Holz, ein Gemälde des Jüngsten Gerichts sowie der Barockaltar. Die Eintrittskarte gilt auch für das Museum für Sakrale Kunst.

Rund um dem Vorplatz stehen schmucke Paläste des Inseladels, der hier residierte. Es macht Spaß durch die Gassen, in denen sich alte Häuser und grüne Gärten abwechseln, zu bummeln. Das kleine Archäologische Museum in der Calle Roberto Roldán zeigt Schmuck, Keramik und Werkzeuge aus der Zeit der Altkanarier, der einheimischen Bevölkerung vor der europäischen Eroberung der Insel.

Am nördlichen Ortsrand liegen die Ruinen des ehemaligen Franziskanerklosters San Buenaventura. Die Franziskaner waren mit den Eroberern auf die Insel gekommen. Neben dem Kloster liegt die Kapelle San Diego de Alcalá, die über der Höhle des Eremiten errichtet wurde.

Ortsansciht Betancuria
Die ehemalige Inselhauptstadt mit der Kirche Santa Maria de Betancuria

Grüne Palmen in der Wüste

Wir folgen der FV-30 weiter in südlicher Richtung nach Pájara. Auf dem Weg dorthin lohnt ein Stopp in La Vega del Río Palmas y Pájara. Die Ortsbezeichnung wird erstaunen. Auf Formentera soll es einen Fluss (Río) geben? Alte Chroniken berichten, dass der Fluss tatsächlich nicht nur bei Starkregen Wasser führte. Geblieben sind auf jeden Fall die namensgebenden Palmen, die die Siedlung zu einem der grünsten Orte auf der Insel machen.

Wer mag, unternimmt einen Spaziergang zur Ermita de la Peña. Die kleine Wanderung durch den Barranco de las Peñitas dauert hin und zurück etwa eine Stunde (4,8 km Gesamtstrecke). Die sehenswerte Kapelle beherbergt eine Statue aus Alabaster der Inselheiligen. Jeden dritten Sonntag im September ist die kleine Kirche Ziel einer der bedeutendsten Wallfahrten auf Fuerteventura.

Pájara, das Zentrum des Südens

Die letzte Bergstrecke nach Pájara führt entlang steiler Abhänge, bevor wir das Verwaltungszentrum des Südens der Insel Formentera nach weiteren 34 Kilometern erreichen. Die kleine Altstadt zeigt wieder den bekannten kanarischen Baustil mit Stadtpalästen und Gutshäusern mit Holzbalkonen.

Die Kirche Nuestra Señora de Regla zählt zu den Schmuckstücken des historischen Zentrums. Bemerkenswert ist das Portal der Kirche, die aus den Anfängen des 18. Jahrhunderts stammt. Über dem Haupteingang sind Figuren zu entdecken, die an die Bildsprache der Azteken erinnern. Einige Forscher meinen, dass Handwerker aus Mexiko diese Verzierungen geschaffen haben. Aber bewiesen ist das nicht.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Pájara ist die Noria de Tiro auf dem Platz vor der Kirche neben dem Rathaus. Norias sind Schöpfradbrunnen zum Bewässern der Felder. Esel oder Dromedare zogen mit verbundenen Augen im Kreis um den Brunnen, um über eine Holzkonstruktion das Wasser aus der Tiefe zu holen. Die Noria in Pájara gehört zu wenigen noch gut erhaltenden Brunnen dieser Art auf der Insel.

Noria de Tiro
Noria, ein von Eseln betriebener Schöpfradbrunnen zur Bewässerung der Felder

Fischerdorf am schwarzen Sandstrand

Die letzte Station unseres Ausflugs führt uns über die FV-627 hinunter an die Westküste in das kleine Fischerdorf Ajuy. Das Dorf ist bekannt für gute Fischrestaurants. Eine Spezialität sind die Percebes (Entenmuscheln), die an den Felsen der Steilküste gesammelt werden. Dies ist eine nicht ungefährliche Arbeit.

In Ajuy gibt es einen kleinen Strand mit schwarzem Sand. Das Meer ist allerdings sehr rau und bewegt, Baden ist daher kaum möglich und auch nicht zu empfehlen. Im Norden liegen die ehemaligen Hafeneinrichtungen zur Verschiffung von Kalkstein. Zwei verfallene Kalköfen weisen den Weg zu den Höhlen von Ajuy, zu denen eine steile Treppe hinunterführt. Bei ruhiger See lohnt sich eine Besichtigung der Grotten, an deren Felsen Fossilien ausgewaschen wurden.

Playa de Ajuy
Strand bei Ajuy an der Westküste

Weitere Informationen zu der Rundfahrt

Die Tour, die am besten mit einem Mietwagen durchgeführt wird, hat eine Gesamtlänge von ca. 90 Kilometer. Hinzuzurechnen ist die Anfahrt vom jeweiligen Urlaubsort. Eine Empfehlung ist daher, die Rundfahrt als Tagestour zu planen. Eine frühe Startzeit am Morgen ist auf jeden Fall empfehlenswert. Der Startpunkt Tuineje in eignet sich insbesondere dann, wenn Sie im Süden von Fuerteventura ihren Urlaub verbringen. Falls der Urlaubsort im Norden liegt, kann die Rundtour in Tefía begonnen werden.

Länge der Anfahrten zu den Startpunkten der Fuerteventura Rundfahrt

  • Morro Jable → Tuineje 51 km
  • Costa Calma → Tuineje 33 km
  • Gran Tarajal → Tuineje 14 km
  • Caleta de Fuste → Tuineje 28 km
  • Corralejo ⇾ Tefía 64 km

Tipps für einen Urlaub auf Fuerteventura