17. August 2019
Minas de Riotinto, ein landschaftlich reizvolles Reiseziel in Nordwesten von Andalusien

Minas de Riotinto: Ein Städtchen umgeben von einer der ältesten Minen der Welt

Die Kleinstadt liegt inmitten von einem Bergbaugebiet, das zu den ältesten in Europa zählt. Eine Tour durch das Gebiet der Tagebaue zählt zu den landschaftlichen Highlights im Nordwesten von Andalusien.

Der Norden der Provinz Huelva ist kein Touristenmagnet. Doch befinden sich hier in den westlichen Ausläufern der Sierra Morena einige außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten. Südlich der Stadt Aracena liegt das kleine Städtchen Minas de Riotinto inmitten eines Bergbaugebiets, das zu den ältesten Minen in Europa zählt. Namensgeber der Region ist der Río Tito, der rote Fluss.

Seit der Bronzezeit wurden in der Gegend Erze und Mineralien aus dem Boden geholt. Römer und Araber schürften hier nach wichtigen Rohstoffen. Im 19. Jahrhundert wurde dann der Bergbau unter britischer Führung entscheidend ausgebaut.

Rio Tinto Company Limited

Im Jahre 1873 erwarb die britische Firma Rio Tinto Company Limited die Schürfkonzession für Gold, Silber und Kupfer. Dafür erhielt die erste spanische Republik eine für die damalige Zeit gigantische Summe von 93 Millionen Peseten. Damit war der defizitäre Staatshaushalt Spaniens fast saniert. In der Folge wurde die Eisenbahnlinie bis hinunter an den Hafen von Huelva am Atlantik gebaut. Wegen der Entdeckung einer Mine unter der ursprünglichen Siedlung wurde der Ort Minas de Riotinto an die heutige Stelle kurzerhand umgesiedelt.

Sehenswürdigkeiten in Minas de Riotinto

Für die britischen Angestellten und Führungskräfte baute die Firma die Siedlung Bella Vista. Diese glich der britischen Heimat, dreistöckige Häuser um einen Englischen Club und eine presbyterianische Kirche. Heute kann in der als Museum zugänglichen Casa 21 eine originalgetreue Einrichtung besichtigt werden.

Ein Bagger als Museumsstück
Ein Bagger als Museumsstück

Unter weit weniger guten Verhältnisse lebten die Tausenden von Minenarbeitern, die teilweise als Tagelöhner unter schlimmsten Bedingungen wohnten und arbeiteten. Im Jahr 1888 kam es zum Aufstand, das sich als Jahr der Schüsse (El año de los tiros) in das Gedächtnis brannte und mehrfach literarisch und filmisch verarbeitet wurde.

Dies alles und vieles mehr kann in dem äußerst interessanten Bergbaumuseum Museo Minero Ernest Lluch mitten in Minas de Riotinto nachvollzogen werden, das in dem ehemaligen britischen Krankenhaus untergebracht wurde. Das Museum der Stiftung Riotinto kann auch gut mit Kindern besucht werden. Hinab geht es in den Stollen einer nachgebauten römischen Mine. In einer anderen Halle stehen wir vor dem “Waggon des Maharadschas”, einem Luxuswagen der Eisenbahn.

Der Englische Club in Bella Vista
Der Englische Club in Bella Vista

Inzwischen ist der Bergbaubetrieb weitgehend eingestellt, auch wenn der steigende Kupferpreis inzwischen zu einer Reaktivierung einiger Minenteile geführt hat. Zurückgeblieben sind die farblich imposanten Wunden des Tagebaus.

Heute kümmert sich die Stiftung Riotinto um die Bewahrung der bergbaulichen Tradition. Und ein Spaß für die ganze Familie ist eine Rundfahrt mit dem alten Minenzug durch die Bergbauregion. Informationen zu einer Fahrt mit dem Zug Ferrocarril Turístico-Minero oder einer Exkursion zu den Besucherbergwerk Peña de Hierro gibt es direkt im Museum.

Wiege des Fußballs in Spanien

In Minas de Riotinto wurde der erste Fußballclub in Spanien gegründet
In Minas de Riotinto wurde der erste Fußballclub in Spanien gegründet

Die Briten waren es auch, die zu ihrer Unterhaltung in einer sonst ziemlich einsamen Gegend etwas einführten, was heute zu den größten Leidenschaften der Spanier zählt. Sie gründeten in Minas de Riotinto den ersten Fußballverein auf spanischen Boden.

Anreise

Busverbindungen von Huelva und Sevilla. Wer den Ausflug individuell gestalten möchte, nimmt am besten einen Mietwagen.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Karte Minas de Riotinto und Umgebung

Lage der Sehenswürdigkeiten im Tagebaugebiet rund um die Gemeinde Minas de Riotinto.


Lage: Die Gemeinde Minas de Riotinto (PLZ 21660 / GPS 37.693435, -6.596138) liegt auf 416 Meter in den südlichen Ausläufern der Sierra Morena im Kreis Cuenca Minera in der Provinz Huelva im westlichen AndalusienWeiter nördlich liegt das hübsche Landstädtchen Aracena. Sehenswert sind hier die gotische Kirche in einer maurischen Burgruine sowie eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Spaniens, die Höhle der Wunder (Gruta de las Maravillas).

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