25. August 2019
Kapitelsaal des Klosters Santa María de la Rábida

Palos de la Frontera: La Rábida, ein Kloster im Zeichen der Seefahrt

Das symbolträchtige Kloster La Rábida kreist um Christoph Kolumbus und die Entdeckung der Neuen Welt und pflegt so die spanische Sicht auf die Geschichte der Kolonialisierung.

Das Kloster liegt im Gemeindegebiet von Palos de la Frontera. Hier dreht sich fast alles um die Entdeckung Amerikas. Und tatsächlich wurden in dieser Gegend die Erkundungsfahrten vorbereitet, die dann schließlich vor mehr als 500 Jahren das Wissen über die Welt grundlegend veränderten. Im Zentrum dieser Erinnerung steht das Kloster sowie ein heute versandeter Hafen, der symbolisch durch einen Nachbau ersetzt wurde.

Christoph Kolumbus, den die Spanier Cristóbal Colón nennen, zählt zu den historischen Figuren, die in Spanien fast allgegenwärtig sind. Der Seefahrer, 1451 in Genua geboren, war besessen von der Idee, dass die Entdeckung eines direkten Seeweges nach Indien ihm selbst und seinen möglichen Financiers Reichtum und Rum bescheren würde. Doch dafür brauchte er Geld und politischen Schutz, und um dies zu erreichen, zuvorderst eine Menge Geduld und Hartnäckigkeit in der Überzeugungsarbeit.

Der portugiesische König ließ ihn abblitzen, also lag es nahe, sich an die direkte Konkurrenz zu wenden, und dies waren die Spanier. 1486 traf Kolumbus in dem Franziskanerkloster La Rábida ein, wo er die Unterstützung der dortigen Mönche wie Francisco Jiménez de Cisnero fand. Dieser war Beichtvater der spanischen Königin Isabel.

Doch die spanischen Herrscher waren mit etwas Wichtigerem beschäftigt. Die Eroberung der letzten maurischen Bastion auf der iberischen Halbinsel, dem Emirat von Granada, stand ganz oben auf der Tagesordnung. Daher musste sich Kolumbus viele Jahre gedulden, bis er nach langem Hin- und Her, begleitet von wütenden Abreisen und eiligen Wiederzurückholen, seine Forderungen gegenüber der spanischen Krone durchgesetzt hatte.

Muelle de las Carabelas mit den Nachbauten der Karavellen Santa María, Pinta und Niña
Muelle de las Carabelas mit den Nachbauten der Karavellen Santa María, Pinta und Niña

Am 3. August 1492 verließ die kleine Flotte mit den drei Karavellen Santa María, Pinta und Niña den Hafen von Palos de la Frontera, einem ruhigen Örtchen, dass sich heute mit Stolz als die Wiege der Entdeckung Amerikas bezeichnet. Der Hafen ist versandet, dafür lebt im Ort das Andenken an Kolumbus wie aber auch an seine beiden Kapitäne, die Gebrüder Pinzón, die wie viele anderen Besatzungsmitglieder auch aus Palos stammten.

1992 jährte sich die Entdeckung Amerikas zum 500sten Mal. Dies wurde zum Anlass genommen die Umgebung des Klosters am Ufer des Flusses Tinto mehr oder weniger protzig umzugestalten. Dagegen wirkt das kleine, etwas versteckt liegende Kloster fast wie eine Oase. Der Legende nach wurde das Kloster La Rábida von dem berühmter Franziskus von Assisi selbst gegründet. Die ältesten Teile des Gebäudes stammen aus den 14. Jahrhundert, das Übrige ist jedoch bedeutend jünger, da das große Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755 deutliche Zerstörungen anrichtete.

Die Bilder und Ausstellungsstücke im Kloster stehen ganz im Zeichen der Fahrten nach Amerika. Ein Prunkstück ist die Galionsfigur aus Alabaster der Santa María de Rábida, dem Flaggschiff der Flotte. Orte der Ruhe sind die beiden Kreuzgänge des Klosters, welches am Montag geschlossen ist.

Das Kloster La Rábida und das Conjunto Monumental mit der riesigen Säule liegen auf einem Plateau über dem Río Tinto kurz vor dem Zusammenfluss mit den Río Odiel. Der Blick reicht hinüber zur Provinzhauptstadt Huelva mit ihren qualmenden Schloten und Raffinerien. Davor die gezeitenabhängigen Feuchtgebiete und Lagunen der beiden Flüsse, die in der Ría de Huelva in den Atlantik münden.

Unten am Fluss liegen an der Muelle de las Carabellas die originalgetreuen Nachbauten der Schiffe Santa María, Pinta und Niña.

Bilder von La Rábida und Umgebung

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Karte und Lage von La Rábida


Lage: Das Monasterio de la Rábida (GPS 37.207646/-6.926167) liegt südwestlich des Zentrums von Palos de la Frontera (PLZ 21810) in der Provinz Huelva in Andalusien am linken Ufer des Flusses Tinto zwischen Huelva und Mazagón. Der Abstecher von der Autobahn A-49 zwischen Portugal und Sevilla beträgt ca. 25 km.

Ziele in der Umgebung

Teilen mit: