18. September 2019
Die Barockfassade der Kathedrale von Jaén

Jaén: Die Welthauptstadt des Olivenöls

Die Provinzhauptstadt Jaén zählt zu den ältesten Städten in Andalusien und besitzt in der Altstadt einige Sehenswürdigkeiten.

Von der Festung auf dem Burgberg bietet sich ein Rundblick auf das, was die Lage der Stadt Jaén ausmacht: Endlose Olivenhaine und die Berge der nahen und fernen Umgebung wie die Sierra Mágina im Osten. Zu unseren Füßen die kleine Altstadt mit der wuchtigen Kathedrale, umgeben von einem weiten Kreis moderner Wohnhäuser.

In der Provinz Jaén wird fast die Hälfte des spanischen Olivenöls hergestellt, dies sind etwa 20% der Weltproduktion. Die Olivenbäume stehen überwiegend in Reih und Glied, um die mechanische Pflege zu ermöglichen, auf einer Fläche von ca. 550.000 Hektar. Das sich Jaén als Hauptstadt des Olivenöls bezeichnet, ist daher durchaus begründet.

Sehenswürdigkeiten in Jaén

Den Weg hinauf zum Castillo de Santa Catalina möchte kaum jemand zweimal am Tag machen und doch wäre es lohnenswert gerade dies zu tun. Einmal bei guter Sicht am Morgen oder Vormittag und einmal am Abend während des Sonnenuntergangs.

Im Jahre 1246 eroberte der König von Kastilien Fernando III. die Burg und beendete damit die maurische Herrschaft über die Stadt. Auf dem Hügel siedelten schon die Iberer, Fundstücke aus dieser Zeit wie der Stier von Poruna werden im Museo de Jaén am Paseo de la Estación Nr. 27 ausgestellt.

Blick vom Castillo auf die Provinzhauptstadt Jaén und die Umgebung
Blick vom Castillo auf die Provinzhauptstadt Jaén und die Umgebung

Die Burganlage, wie wir sie heute sehen, bestand ursprünglich aus drei verschiedenen Burgen. Erhalten und stark renoviert sind der maurische Alcázar Viejo und der christliche Alcázar Nuevo mit dem dominierenden 40 Meter hohen Torre del Homenaje. Das Luxushotel Parador Castillo de Santa Catalina wurde in die Anlage hineingebaut und hat deren Aussehen erheblich verändert.

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Jaén ist die Catedral de la Asunción. Die Kathedrale präsentiert sich trotz der barocken Hauptfassade im Stil der Renaissance. Die Kirche wurde nach Plänen des Architekten Andrés de Vandelvira (1505-1575) errichtet, der ebenfalls in den Renaissancestädten Baeza und Úbeda sowie in Alcaraz wirkte. Das Bauwerk diente als Modell für die überseeischen Kathedralen u.a. in Mexiko-Stadt, Cuzco und Havanna.

Die Türme der dreischiffigen Kathedrale erreichen eine Höhe von 62 Metern. Im Inneren beeindruckt der Chor aus Nussbaumholz aus dem 16. Jahrhundert und die Sakristei mit Säulen, die denen in der Mezquita von Córdoba ähneln. In der Kapelle Santo Rostro wird ein hochverehrtes Schweißtuch der Heiligen Veronika aufbewahrt, welches das Antlitz von Jesus zeigen soll. An dem 2011 neu gestalteten Vorplatz der Kathedrale Plaza de Santa María liegen das Rathaus und der Palast des Bischofs.

Rathaus von Jaén
Rathaus von Jaén

Nördlich der Kathedrale führen die Calle Maestra und die Calle Cerón in ein beliebtes Kneipenviertel der Altstadt. In der Nähe des Stadttors Arco de Consuelo liegen die Gasthäuser Casa Gorrión und La Manchega, Tavernen die schon weit mehr als 100 Jahre auf dem Buckel haben und für ihre Tapas und Bocadillos bekannt sind. Jaén zählt zu den Städten in Andalusien, in denen es Brauch und Sitte ist, zu jedem Getränk eine kostenlose Tapa zu servieren.

Am Ende der Calle Maestra liegt der Palacio del Constable Iranzo. In dem Kulturzentrum ist der Salón Mudéjar zu besichtigen (Eingang Calle de Bernardo López), sehenswert ist vor allem das Deckengetäfel aus dem 15. Jahrhundert.

Die Calle Martínez Molina führt weiter in nordwestlicher Richtung in das Viertel Magdalena. In den Kellern des Kulturzentrums Palacio de Villardompardo wurde Anfang des 20. Jahrhunderts das größte der noch erhaltenen Arabischen Bäder in Spanien entdeckt. Die Baños Árabes de Jaén stammen aus dem 11. Jh. und eine Legende erzählt, dass der Geist des Königs Ali, der in diesen Bädern ertrank, bis heute durch die Räume wandelt.

In dem Renaissancepalast, dessen Bau im 16. Jahrhundert von dem Vizekönig von Peru und Graf von Villardompardo, Fernando Torres y Portugal, in Auftrag gegeben wurde, ist das in Spanien einzigartige Museum für Naive Kunst (Museo Internacional de Arte Naïf) untergebracht.

Jaén Bilder

 

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Jaén Karte und Lage


Die Stadt Jaén (PLZ 23001; GPS 37.779744, -3.791427; 115.000 Einw.) liegt auf 573 m Höhe im Südwesten der gleichnamigen Provinz im Nordosten von Andalusien an der historischen Route zwischen Granada im Süden und der Meseta im Norden.

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