Ein schmaler Weg führt entlang des Ufers

Combarro: Das interessanteste Fischerdorf an den Rías Baixas

Das einzigartige Dorf Combarro, aus Stein und auf Granit gebaut, drängt sich mit seinen Fischerhäusern, Speichern und Wegkreuzen eng ans Meer.

Das Fischerdorf, unweit der Provinzhauptstadt Pontevedra am gleichnamigen Ría gelegen, fällt aus dem Rahmen der üblichen Küstenorte an den Rías Baixas. Auf dichtem Raum drängt sich hier zusammen, was unter vielen Aspekten typisch für Galicien ist.

Landwirtschaft und Fischerei waren die wichtigsten Einkommensquellen der Menschen an diesem Küstenort. Da die Flächen für den Ackerbau auf Grund der Bodenbeschaffenheit begrenzt waren, wurden die Wohnhäuser auf der Bodenplatte aus Granit gebaut, die sich wie ein Halbmond ins Meer schiebt.

Sehenswürdigkeiten in Combarro

Durch den Bau der Häuser und der Getreidespeicher direkt ans Ufer der Ría wurde Platz auf den fruchtbaren Böden gespart. Galicien ist bekannt für die Hórreos, die rechteckigen Speicher auf Stelzen, die die Funktion haben, Getreide oder Fisch zu trocknen und an einem Ort zu lagern, den Nagetiere nicht erreichen können. Das so viele Hórreos neben den Häusern direkt am Meer errichtet wurden, ist eine Besonderheit hier in Combarro.

Die Steinhäuser der Fischer reihen sich entlang der Uferlinie und den engen Gassen, deren Boden teilweise nur aus dem puren Granit besteht. Die Häuser sind klein, aber viele haben zur Sonnenseite schöne Steinbalkone. Wären nicht da die vielen Touristen aus den benachbarten Urlaubsorten, könnte die Illusion aufkommen, in einem Dorf zu sein, welches im 19. Jahrhundert stehen geblieben ist.

Blick auf Combarro
Blick auf das Fischerdorf Combarro an den Blick auf Combarro

Im Zentrum des Dorfs steht die kleine Pfarrkirche San Roque aus dem 17. Jahrhundert, davor ein Wegekreuz mit dem Bild des Heiligen und seinem Hund. Ursprünglich war die Kirche dem Heiligen Sebastían geweiht. Doch dann brach eine Pest aus, die die Anzahl der Einwohner-/innen erheblich dezimierte.  In dieser lebensbedrohlichen Situation wurde ein anderer Heiliger gebraucht. So wechselten die Leute San Roque, den Spezialisten gegen Pest und andere Krankheiten, ein.

In Combarro gibt es nicht nur ungewöhnlich viele Hórreos, sondern auch eine ansehnliche Zahl von Wegkreuzen, die in Galicien Cruceiros genannt werden. Die Steinkreuze sind typisch für Regionen, die durch die Kultur der Kelten geprägt sind, d.h. diese haben letztendlich einen vorchristlichen Ursprung. Die Cruceiros dient sowohl der Wegmarkierung wie auch dem Schutz der Reisenden vor bösen Geistern, die bekanntlich in Galicien den ganzen Tag unterwegs sind. Interessant ist die Ausrichtung der Gesichter der Dargestellten. Jesus schaut ins Land, während María auf das Meer blickt, vielleicht um die Fischer zu schützen?

Combarro Bilder und Impressionen

Wer das Fischerdorf an der Ría de Pontevedra besucht, wird sicherlich die Gelegenheit nutzen, nicht nur dem Treiben der Fischer zuzuschauen, sondern auch in einem der Fischrestaurants einkehren, um den frisch gefangenen Fisch und Meeresfrüchte zu probieren. Köstlich sind auch die selbstgemachten Liköre, die vor Ort angeboten werden.

Feste und Unterkünfte in Combarro

Im Sommer finden zwei Feste statt, die eng mit den lokalen Traditionen verbunden sind.

  • Am 16. August wird das Patronatsfest zu Ehren von San Roque gefeiert
  • In der dritten Augustwoche steigt die Festa do Mar
  • Individuelle Hotels und Unterkünfte in Combarro (P+)
  • Nordöstlich von Combarro liegt der Wohnmobilstellplatz Poio (GPS 42.43778, -8.69417) direkt an der Ría de Pontevedra

Combarro Karte und Lage


Lage: Das Dorf Combarro (GPS 42.432494, -8.704890; 1.700 Einw.) ist ein Ortsteil der Gemeinde Poio in der Provinz Pontevedra in Galicien.

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