22. September 2020
Nationalpark Coto de Doñana

Doñana Nationalpark: Bedrohtes Feuchtgebiet an der Costa de la Luz

Der Parque Nacional Coto de Doñana ist ein Ziel für Vogelbeobachtungen im Winter und im Frühjahr. Das größte europäische Vogelschutzgebiet trägt den Titel UNESCO-Weltnaturerbe.

Die Küstengegend und das dahinterliegende Marschland verdankten ihren heutigen Zustand einem königlichen Privileg. Seit dem 13. Jahrhundert durfte nur der König hier jagen. In Folge konnte sich eine fast unberührte Natur bis in das 20. Jh. herein erhalten.

Die Attraktionen im Nationalpark Coto de Doñana

Der Nationalpark Coto de Doñana ist eine wichtige Station für die Zugvögel von Europa nach Afrika. Sechs Millionen Vögel sollen hier alljährlich eintreffen.

Direkt an der Küste liegt eine Zone mit Wanderdünen, die von den Winden landeinwärts gedrückt werden. Dahinter erstrecken sich die Cotos, eine durch Pinien und Sträucher geprägte hügelige Landschaft. Dazwischen liegen die Marismas. Diese Feuchtgebiete, Marschen, sind durch den Zufluss von Salzwasser aus dem Meer geprägt. Dazwischen gibt es aber auch reine Süßwasser-Teiche.

Der Zugang zum Nationalpark ist beschränkt. Große Teile können, wenn überhaupt, nur auf organisierten Touren besucht werden. Informationen dazu gibt es unter anderem in den Tourist-Informationen in Matalascañas, El Rocío oder Sanlúcar de Barrameda.

Nationalpark Doñana
Blühender Ginster im Nationalpark Doñana

Besucherzentren im Nationalpark

Es gibt drei Informationszentren innerhalb des Nationalparks Coto de Doñana, von denen aus kleines Wanderungen oder Spaziergänge mit Vogelbeobachtungen unternommen werden können:

Bei El Rocío liegen die beiden Besucherzentren La Rocina und Palacio de Acebrón (siehe Nationalpark-Karte).  Bei Matalascañas befindet sich das Besucherzentrum El Acebuche.  Von hier aus starten auch längere Touren durch den Nationalpark mit Geländewagen.

Einen anderen Zugang bietet sich über den Fluss Guadalquivir von Sanlúcar de Barrameda aus. Hier besteht die Möglichkeit kleinere Teile des Nationalparks per Boot zu besuchen. Informationen dazu gibt Informationszentrum Fábrica de Hielo.

Doñana Nationalpark
Blick in eine traditionelle Bauernstube

Ökologische Bedrohungen

Während sich die Natur über Jahrhunderte relativ ungestört entwickeln konnte, litt der Naturpark trotz Heraufstufung zum Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe in den letzten Jahrzehnten erhebliche Schäden.

Aufgrund von wirtschaftlichen Interessen der industriellen Landwirtschaft existieren im Naturpark immer noch Hunderte illegaler Brunnen, die das Grundwasser entziehen. Hinzukommt der hohe Wasserverbrauch des Urlaubsortes Matalascañas, der den Grundwasserspiegel weiter sinken lässt und so das Austrocknen der Feuchtgebiete befördert.

Trotz Protesten sind die Planungen noch nicht endgültig vom Tisch, eine Gasleitung durch den Nationalpark zu legen.

Beste Besuchszeiten

Die besten Jahreszeiten für die Beobachtung der Vögel sind der Winter und das Frühjahr. Dies gilt im Besonderen für Tage, nachdem es geregnet hat. Zu den anderen Jahreszeiten, also im Sommer und Herbst, sind kaum Vögel zu beobachten und die Flächen des Nationalparks sind weitgehend ausgetrocknet. Trotzdem werden, gerade auch im Sommer während Hochsaison an der Costa de la Luz, Touristen in großer Zahl mit den Geländewagen durch das Naturschutzgebiet kutschiert.

Nationalpark Coto de Doñana
Piste in den Nationalpark Coto de Doñana bei Matalascañas

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Ein gutes Angebot für Unterkünfte gibt es in den Ort, die den Nationalpark Coto de Doñana umgeben, wie El Rocío, Matalascañas und Sanlúcar de Barrameda.

Coto de Doñana Nationalpark Karte und Lage

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Lage: Der Nationalpark Coto de Doñana an der Mündung des Flusses Guadalquivir in den Atlantik. Der größte Teil des Vogelschutzgebietes befindet sich dem Gebiet der Provinz Huelva.

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