30. November 2020
El Rocío (Huesca)

El Rocío: Ein Wallfahrtsort zeigt eine Seele Andalusiens

Über Pfingsten besuchen Hunderttausende das Dorf El Rocío. Dann ist der Ort Schauplatz der größten Wallfahrt in Andalusien. Die Lage am Rande des Nationalparks Doñana macht aber den Besuch auch zu anderen Jahreszeiten attraktiv.

Das Dorf El Rocío gehört zu den seltsamen Orten, die fast über das ganze Jahr hinweg in einem Zustand verharren, der der eigentlichen Bestimmung nicht entspricht.

Sehenswürdigkeiten in El Rocío

Besucher und die Einheimischen, die von Touristen und Neugierigen leben, kommen und gehen ihren Geschäften nach. Doch verlieren sie sich in den breiten mit Sand bedeckten Straßen und den Häuserreihen. Kinder reiten auf Ponys, eine Hochzeitsgesellschaft stellt sich zum Gruppenfoto auf, ein Paar lässt sich mit hoher Geschwindigkeit durch den trockenen Sand kutschieren. So El Rocío im Alltag, so präsentiert sich das Dorf Anfang März.

An vier Tagen im Jahr sieht El Rocío völlig anders aus. Von überall her strömen Menschen hierher. Sei es zu Fuß oder zu Pferde, auf einem einfachen Karren oder in einer eleganten Kutsche, mit dem eigenen Auto oder mit dem Bus. Der Ort platzt plötzlich aus allen Nähten. Die Unterkünfte der Umgebung sind ausgebucht, übernachtet wird im Freien oder im PKW. Es ist Pfingsten, es ist die Zeit der großen Wallfahrt: Die Romería del Rocío hat begonnen. Pilger-/innen aus allen Ecken Spaniens haben sich auf den Weg gemacht. Die meisten kommen jedoch aus den benachbarten Provinzen Huelva, Sevilla und Cádiz.

Bis zu eine Millionen Menschen treffen sich hier, in dem kleinen Dorf am Rande des Nationalparks Coto de Doñana. Der Ursprung der Wallfahrt soll im 13. Jahrhundert liegen. Jäger entdeckten hier am frühen Morgen eine Madonnenstatue, die dann den Namen Nuestra Señora del Rocío (Unsere Liebe Frau vom Morgentau) erhielt.

Hochzeitskutsche
Eine Hochzeit in El Rocío (Provinz Huelva)

Ablauf der Wallfahrt von Rocío

Am Pfingstsamstag treffen die Pilger in El Rocío ein. Träger der Wallfahrt sind die mehr als 100 Bruderschaften, die ihre eigene Anreise organisieren. Manche sind dafür über eine Woche unterwegs, einige davon mit einfachsten Verkehrsmitteln, zu Fuß oder zu Pferd. Die Atmosphäre gleicht einer Mischung von feucht-fröhlichen Jahrmarkt und exzentrischer Spiritualität. Am Pfingstsonntag findet die große Messe statt, die nur eine Unterbrechung des Volksfestes darstellt. Der Höhepunkt kommt am Pfingstmontag in der Frühe. Die Statue der Madonna, die weiße Taube (Paloma Blanca) wie diese im Volksmund heißt, wird von der Bruderschaft aus Almonte aus der Wallfahrtskirche getragen. Und damit beginnt die stundenlange Prozession durch das Dorf. Am Dienstag ist Abreisetag und die Pilger kehren in ihre Heimatorte zurück.

Zugang zum Nationalpark Doñana

Wer nicht zu Pfingsten nach Rocío kommt, und vielleicht ist das für den „normalen Touristen“ auch keine schlechte Idee, wird einen Abstecher in den Nationalpark Doñana machen wollen.

Südlich von Rocío liegt an der Landstraße A-483 nach Matalascañas das Besucherzentrum La Rocina des Nationalparks Doñana. Hier beginnt der 3,5 km lange Spazierweg Charco de la Boca zu einer Lagune mit zahlreichen Vogelbeobachtungsstationen.

Eine Straße führt von hier aus weiter zum etwa 4 km entfernten Besucherzentrum Palacio del Acebrón. Eine Ausstellung zeigt das traditionelle Leben und Arbeiten der Fischer und Bauern innerhalb der Feuchtgebiete des Nationalparks. Vom Palacio del Acebrón, aus führt ein kürzerer Rundweg rund um den Teich Charco del Acebrón.

El Rocío Bilder

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Vor Ort gibt es eine große Auswahl an Unterkünften wie Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sowie einen guten Campingplatz, der über das ganze Jahr geöffnet ist.

El Rocío Karte und Lage

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Lage: Das Dorf El Rocío (GPS 37.133709, -6.479653) liegt am Rand des Nationalparks Doñana zwischen den Orten Almonte und der Feriensiedlung Matalascañas in der Provinz Huelva südöstlich der Stadt Huelva. Von der Autobahn A-49 führt die Landstraße A-483 über Almonte nach El Rocío.

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