Medina Azahara

Medina Azahara: Ausgrabungen der Königsstadt vor den Toren Córdobas

Die Ausgrabungsstätte mit dem Archäologischen Museum ist ein spannendes Ziel für an maurischer Geschichte und Kultur Interessierte. Die Medina Azahara wurde als einzigartiges Zeugnis der Kultur, der Kunst und der Architektur des Kalifats der Umayyaden am 1. Juli 2018 mit dem Titel Weltkulturerbe der UNESCO ausgezeichnet.

Die Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Medina Azahara

Versuchen wir uns in das Jahr 936 zurückzuversetzen. Seit fast 200 Jahren prägen maurische Herrscher mit ihren Gefolgsleuten die Geschichte Andalusiens. Sieben Jahre zuvor erklärte Abd ar-Rahman III. die Unabhängigkeit seines Emirats von Damaskus. Damit gründete er das eigenständige Kalifat von Córdoba und rief sich selbst zum Kalifen aus.

936 – das Jahr der Gründung

Die Stadt Córdoba hatte sich im 10. Jahrhundert mit einer Einwohnerzahl von bis zu 500.000 Menschen zu einer der größten Städte der Welt entwickelt und war ein bedeutendes Zentrum der Wirtschaft und Kultur. Doch dies stellte den Kalifen nicht zufrieden.  Er wollte ein noch stärkeres Symbol seiner Größe. So erteilte er im Jahre 936 den Auftrag, vor den Toren Córdobas eine Königsstadt zu errichten.

Ein Model der Medina Azahara im Museum
Ein Model der Madinat al-Zahra im Museum

In kaum 40 Jahren wurde die Medina Azahara erbaut. Zeitgenössische Chronisten berichten von einer intensiven Bautätigkeit. Tausende Kamele und Maultiere waren täglich eingesetzt, um die Baumaterialien für die terrassenförmige Anlage am Rande der Sierra Morena heranzuschaffen. Ganz oben, auf der höchsten Ebene, wurden die prachtvollen Wohn- und Regierungsräume des Kalifen eingerichtet. Eine Etage tiefer residierten diejenigen, die im Kalifat etwas zu sagen hatten. Ganz unten schon fast in der Ebene wohnten die Handwerker, Soldaten und sonstigen Hilfskräfte. Alle Bereiche waren durch eine starke Mauer voneinander getrennt.

Die Berichte der Zeitzeugen klingen wie eine unendliche Aneinanderreihung von Superlativen, wenn der Luxus des Königspalastes beschrieben wird. Die Botschafter aus allen Teilen Europas, auch der christlichen Könige in Nordspanien, traten geblendet von dem gleißenden Licht der Kristallleuchten vor den Thron des Kalifen.

1010 – das Jahr der großen Zerstörung

Doch diese Pracht endete schon im Jahre 1010. Neue Herrscher waren mit ihren Heeren aus Nordafrika eingefallen und vertraten einen fundamentalistischen Islam. Die Medina Azahara wurde geplündert und so gründlich dem Erdboden gleichgemacht, sodass der Ort, wo sie erbaut wurde, vollständig in Vergessenheit geriet. Erst im 19. Jahrhundert wurde dieser wiederentdeckt.

Museum und Ausgrabungen

Die archäologische Anlage gliedert sich in zwei Teile. Im südlichen Eingangsbereich liegt gegenüber den Parkplätzen das Museum Medina Azahara. Neben einem Informationszentrum werden in der ständigen Ausstellung Fundstücke der Ausgrabungen gezeigt. Zwischen dem Museum und der eigentlichen Ausgrabungsstätte pendelt ein Bus.

Blick auf die Ruinen des Palastes des Kalifen
Blick auf die Ruinen des Palastes des Kalifen in der Medina Azahara

Die ursprüngliche Fläche der Palastanlage betrug ursprünglich 1.500 mal 750 Meter. Von diesen sind erst etwa 10% ausgegraben. Zu den herausragenden Ruinen zählt der Salón Rico, in dem die offiziellen Empfänge stattfanden.

Öffnungszeiten der Medina Azahara und Busse

Die Medina Azahara liegt an der Straße A-341 von Córdoba nach Palma del Río. Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 9 bis 15.30, Montag geschlossen. Im Frühling teilweise bis abends geöffnet. Es gibt einen Busservice zwischen Córdoba und Medina Azahara, der online gebucht werden kann.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Medina Azahara Karte und Lage


Lage: Die Medina Azahara (GPS 37.880823, -4.852656) liegt an der Landstraße A-341 von der Stadt Córdoba nach Palma del Río in der Provinz Córdoba.

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