Sevilla Altstadt: Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum

Sevilla: Die Altstadt mit Kathedrale, Königspalast und Viertel Santa Cruz

Tipps zu einem Rundgang zu den zentralen Sehenswürdigkeiten in der südlichen Altstadt (Casco Antiguo) von Sevilla. Attraktionen sind die Kathedrale und der Königspalast sowie Santa Cruz, das ehemalige jüdische Viertel. Alle zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Sevilla besitzt eine der flächenmäßig größten Altstädte in Europa. Daher ist es empfehlenswert, einen systematischen Rundgang auf einige Highlights pro Tag zu beschränken. Dann bleibt genug Zeit für entspannte Entdeckungen jenseits der eingefahrenen und manchmal auch etwas turbulenten Touristenrouten. Das Ziel dieses Spaziergangs ist die südliche Altstadt mit der Kathedrale, dem Alcázar (Königspalast) und dem Viertel Santa Cruz.

Die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Sevilla

Von der Plaza de San Francisco, dem großen Platz vor dem Rathaus, führt die Calle Hernando Colón in Richtung Kathedrale zur Puerta del Perdón. Das große Tor in der Form eines Hufeisens und die Ornamente weisen darauf hin, dass dieses Portal ursprünglich aus maurischer Zeit stammt.  Die christlichen Symbole wurden dann im Laufe der Zeit hinzugefügt. So zeigt das große Relief über dem Hufeisen die Vertreibung der Händler aus dem Tempel in Jerusalem.

Die Puerta del Perdón und der dahinter liegende Patio de los Naranjos gehörten zur Hauptmoschee von Sevilla, die im Jahre 1182 während der Herrschaft der Almohaden eingeweiht wurde. Nach der Eroberung von Sevilla durch Fernando III. von Kastilien im Jahre 1248 wurde die Mezquita mit dem beachtlichen Grundriss von 113 mal 135 Metern in eine christliche Kirche umgewidmet. Der Bau der größten gotischen Kirche der Welt, wie wir sie heute besichtigen können, begann dann erst im Jahre 1401.

Kathedrale von Sevilla

Der Haupteingang zur Kathedrale liegt an der Plaza Virgen de los Reyes direkt neben der Giralda. Der vielleicht bekannteste Kirchturm der Welt und eines der Wahrzeichen von Sevilla erreicht eine Höhe von 104 Metern. Der heutige Glockenturm wurde ab 1184 als Minarett der Mezquita von Sevilla errichtet und war damals 82 Metern hoch. Oben auf der Spitze des Kirchturms dreht sich im Winde die Bronzefigur Giraldillo. Die Frauengestalt soll, einer römischen Göttin gleich, den Triumph des christlichen Glaubens über den Islam symbolisieren.

Blick auf die Giralda im Zentrum von Sevilla
Blick auf die Giralda, das Wahrzeichen im Zentrum von Sevilla

Der Innenraum der Kathedrale wird durch die Puerta del Lagarto betreten. Im Zentrum des Gotteshauses befindet sich der Chor und die Capilla Mayor mit einem der größten Altaraufsätzen der Welt mit der Virgin de la Sede. Dahinter liegt in einem Anbau aus der Zeit der Renaissance die Capilla Real, die dem Eroberer Sevillas, Fernando dem Heiligen gewidmet ist. Dieser ist hier mit seiner Ehefrau Beatrix von Schwaben und seinem Sohn Alfons X. der Weise bestattet. In der Krypta wurde Pedro I., der Erbauer des Alcázars von Sevilla, beigesetzt.

Die größte Kapelle ist nicht einem Heiligen oder Fürsten gewidmet, sondern dem Seefahrer Christoph Kolumbus. Die Könige von Aragón, Kastilien, León und Navarra tragen seinen Sarg. Dieser wurde nach einer über Jahrhunderten währenden Irrfahrten im Jahre 1892 von Havanna nach Sevilla überführt. Das Grabmal in der südlichen Puerta de la Lonja stammt aus dem Jahre 1902.

Auf der linken Seite neben dem Grab des Kolumbus befindet sich die vielleicht interessantere Sacristía de los Cálices. Sehenswert ist das Gemälde von  Goya von den Stadtheiligen Justa und Rufina und das beeindruckende Kruzifix des Barockkünstlers Martínez Montañés (1568-1649).

Unsere nächste Station ist der nahegelegene Königspalast Alcázar de Sevilla. Der Weg dorthin führt von der Kathedrale über die Plaza del Triunfo, an deren südlicher Seite sich der Eingang zum königlichen Palast befindet. Auf der westlichen Seite des Platzes steht ein schlichtes Renaissancegebäude, welches seit dem Jahre 1785 das Archivo General de Indias, (Indienarchiv) beherbergt. Hier wurden die Dokumente und Karten der spanischen Kolonialherrschaft zusammengefasst und archiviert. Auch dieses Gebäude zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Sevilla im Frühling: In dem Garten des Palastes Reales Alcázares
Sevilla im Frühling: In dem Garten des Palastes Reales Alcázares

Königspalast von Sevilla

Der Königspalast, Real Alcázar de Sevilla, den wir durch die Puerta de la León betreten, präsentiert sich als Abfolge vieler historischen Baustile. Der Palast ist eines der ältesten königlichen Repräsentations- und Wohnstätten, die bis heute als solche zu diesem Zwecke genutzt werden. Der Baubeginn des maurischen Palastes liegt im 11. Jahrhundert, zeitgleich mit dem Bau der Alhambra in Granada. Erhaltene Zeugnisse der maurischen Epoche sind u.a. die Innenhöfe Patio del Yeso und Patio de la Casa de Contratación, die Sala de la Justicia sowie die Befestigungsmauern des Palastes.

Nach der Eroberung Sevillas durch König von Kastilien Fernando III., war es sein Sohn Alfonso X. (der Weise), der die Umgestaltung des maurischen Palastes in Angriff nahm. Pedro I. (der Grausame) erweiterte dann den Alcázar im maurisch-islamischen Baustil grundlegend. Der Palast von Pedro gilt als wichtigstes Zeugnis des Mudéjar-Stils in Spanien. Aus Toledo und Granada wurden Baumeister angeworben, um einen christlichen Königspalast in Sevilla zu schaffen, der einen Vergleich mit der maurischen Alhambra in Granada nicht zu scheuen bräuchte.

Nach dem Rundgang durch die Innenhöfe und die atemberaubenden Säle bieten die Gärten Jardines de los Reales Alcázares eine willkommene Abwechslung und Gelegenheit für eine längere Ruhepause. Die grüne Oase mitten in Sevilla mit Pflanzen aus aller Welt, Springbrunnen und Wasserspielen bietet ein Abbild von über 1000 Jahre Gartenbaugeschichte. Der Duft von Orangen liegt in der Luft, eine frische Brise streicht über die haushohen Palmen, der Lärm der Stadt scheint wie von Zauberhand absorbiert.

Blauer Himmel über den weißen Häusern des Barrios de Santa Cruz in Sevilla
Blauer Himmel über den weißen Häusern des Viertels Santa Cruz in Sevilla

Barrio de Santa Cruz

Nordwestlich des Alcázars liegt das Viertel Santa Cruz, eines der beliebtesten und touristisch aufgepeppten Gegenden der Altstadt, welches auch als Jüdisches Viertel bekannt ist. Nachdem die Truppen der Rekonquistadoren Sevilla erobert hatten, siedelte Fernando III. in diesem Viertel, wo zuvor Mauren lebten, Menschen jüdischen Glaubens an. So entstand das Jüdisch Viertel von Sevilla, die Judería. Knapp 150 Jahre später fanden dann die ersten antisemitischen Pogrome statt, welche das Ende des Judentums in Sevilla einleiteten.

Der Weg ins Barrio de Santa Cruz führt vom Königspalast über den Patio de Banderas durch ein Tor zur Calle Judería, an deren Ende gegenüber den Mauern der königlichen Gärten die Callejón del Agua abbiegt. Der Besuch gehört zum Pflichtprogramm und manchmal ist das Gedränge in den schmalen Gassen nicht gerade einladend. Trotzdem Bangemachen gilt nicht, denn der Gang lohnt sich!

Es macht Spaß sich einfach ziellos treiben zu lassen und auf schöne kleine Plätze wie die Plaza de Santa Cruz oder Plaza de Doña Elvira zu stoßen. An der Plaza de Refinadores steht ein Denkmal zu Ehren des Don Juan. Das ehemalige Altersheim für Priester, das Hospital de los Venerables, wird heute als Ausstellungszentrum genutzt. Am Platz davor laden wie fast überall an den kleinen Plätzen Tapas-Bars zu einem Imbiss ein.

Das Barrio de Santa Cruz ist ein Viertel zum Bummeln und Ausgehen. Wer nach ein paar Geschenken oder Reiseerinnerungen sucht, wird vielleicht in den zahlreichen Läden mit Kunsthandwerk fündig. Am Abend bietet sich der Besuch einer Flamenco Aufführung an.

Weitere Reiseinformationen und Tipps zu Sevilla

Karte der südlichen Altstadt von Sevilla

Auf der Sevilla Karte finden Sie die Lage aller genannten Sehenswürdigkeiten.


Die Altstadt von Sevilla zählt mit einer Fläche von 3,94 Quadratkilometern mit den Altstädten von Venedig und Genua zu den drei größten in Europa.

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