O Cebreiro (Provinz Lugo / Galicien)

O Cebreiro: Ein Bergdorf mit der ältesten Kirche am Jakobsweg

Das Dorf O Cebreiro (El Cebrero) liegt auf 1.330 Meter Höhe und ist die erste Station des Jakobswegs in Galicien.

Durch die landschaftlich abwechslungsreiche Bergregion im Südosten der Provinz Lugo führten im Mittelalter die traditionellen Verbindungswege zwischen den Hochebenen Kastiliens und Galiciens.

Sehenswürdigkeiten in O Cebreiro

Das älteste Zeugnis der Siedlung ist die kleine, präromanische Kirche Santa Maria (siehe Ortsplan), deren Ursprünge aus dem 9. Jahrhundert stammen. König Alfonso VI. von León siedelte im Dorf französische Mönche aus Aurillac an. Über Jahrhunderte diente das kleine Gotteshaus als Klosterkirche. Die Mönche betrieben auch die Herberge San Giraldo de Aurillac. Das Bergdorf entwickelte sich so im Mittelalter, zusätzlich durch königliche Privilegien wie Steuerfreiheit begünstigt, zu einer bedeutenden Ortschaft am Jakobsweg.

Das Wunder von Brot und Wein

Galicien ist eine Region der Sagen und Legenden. Daher überrascht es nicht, dass sich auch hier Wundersames abspielte, vor allem etwas, welches in der Lage war, den katholischen Glauben zu stärken.

Der Bauer Juan Santín aus dem Nachbardorf Barxamaior kam jeden Tag zur heiligen Messe. Als eines Tages ein Unwetter ausbrach, rechnet der Priester mit keiner Seele. Doch Juan Santín erschien. Dies machte den Priester etwas ärgerlich und ihm entfuhr sinngemäß folgender Satz: “Der kommt bei diesem Wetter nur um ein bisschen Brot und Wein zu sehen”. Da geschah ein Wunder: Die Hostie verwandelte sich in Fleisch und der Wein in Blut.

Die Geschichte, die um das Jahr 1300 abgespielt haben soll, hatte einige Folgen. Der Priester und der Bauer liegen nun nebeneinander in einer Seitenkapelle begraben. Die katholische Kirche erkannte das Wunder offiziell an. Die Könige Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón stiften nach ihrer Rückkehr von einem Besuch in Santiago de Compostela 1486 in Cebreiro zwei Phiolen zur Aufbewahrung der Reliquien. Und bis heute nehmen Hostie und Kelch einen dominanten Platz im Wappen von Galicien ein.

In der Kirche Santa María von O Cebreiro
In der Kirche Santa María von O Cebreiro

Eine besondere Sehenswürdigkeit der Kirche ist die romanische Statue Santa María la Real, die auf einem Podest an einer Wand angebracht ist. Sie ist am 8. September eines jeden Jahres Ziel einer bedeutenden Wallfahrt.

Traditionelle Architektur

Neben den schmucken Steinhäusern und der Kirche, fällt ein Gebäudetyp aus dem Rahmen. Elliptisch in der Bauform und das Dach mit Stroh statt dem hier üblichen Schiefer gedeckt. Das sind die Pallozas, Hütten wie sie zu Zeiten der Keltiberer üblich waren. Hier leben Vieh und Mensch auf engem Raum gemeinsam unter einem Dach. Davon gibt es im Dorf noch zwei, die dienstags bis sonntags im Rahmen eines Museumsbesuchs besichtigt werden können.

Bilder aus O Cebreiro

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Im Sommer kann O Cebreiro schon mal von Pilgern überlaufen werden. Hier gibt es Herbergen, Gaststätten und Lebensmittelläden. Wenn mal zu viele übernachten möchten, werden Zelten aufgestellt.

Anfahrt

Von der Autobahn A-6 von Madrid nach A Coruña bei Pedrafita do Cebreiro abbiegen und der Provinzstraße LU-633 in Richtung Samos und Sarria folgen.

O Cebreiro Karte und Lage


Lage: Das Dorf O Cebreiro (Spanisch El Cebrero), Ortsteil der Gemeinde Pedrafita do Cebreiro, liegt auf 1.330 m Höhe (GPS 42.707816, -7.043627) in der Provinz Lugo in Galicien.

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