18. September 2019
Blicke auf das "neue" Portomarín auf dem Monte do Cristo

Portomarín: Ein vor den Fluten gerettetes Dorf am Jakobsweg

Portomarín, die wichtige Pilgerstation auf dem Jakobsweg an einer Brücke über den Fluss Miño wurde in den 1960er Jahren komplett demontiert und auf dem Hügel nebenan neu aufgebaut. Unter den umgesetzten Gebäuden befindet sich eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

Der zwischen Lugo und Ourense in Nordsüdrichtung verlaufende Río Miño bildet ein traditionelles Hindernis für Menschen und Waren. Daher errichteten schon die Römer bei Portomarín (span. Puertomarín) eine Brücke, die im Mittelalter durch eine neue ersetzt wurde. Der Ort erlebte zwischen den 10. und dem 12. Jahrhundert seine Blütezeit. Gleich drei Ritterorden hatten hier ihren Sitz: der Johanniterorden (Orden de San Juan de Jerusalén), der Santiagoorden (Orden de Santiago) und der Templerorden (Caballeros templarios).

Ein Zeugnis dieser Zeit ist die Kirche San Nicolás, die auch als San Juán bezeichnet wird (galicisch: Igrexa de San Nicolao oder San Xoán). Das mit Zinnen gekrönte, einschiffige Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert besitzt ein schönes Portal, über dem ein Rosettenfenster eingefügt ist. Der Bau wurde vom Santiagoorden in Auftrag gegeben, dessen militärischer Charakter eine Entsprechung in der Architektur der Kirche findet.

Wer heute durch die gepflasterten Straßen entlang der schmucken, gut restaurierten Häuser läuft, wird sich der Umsiedlung des Ortes in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kaum bewusst. 1960 ging der ursprüngliche Ort in den Fluten des neu errichteten Stausees Embalse de Belesar unter. Bei Niedrigwasser tauchen noch heute Ruinen und die alte Brücke unter der Wasseroberfläche auf.

In den letzten 100 Jahren hat Portomarín mehr die Hälfte seiner Bewohner-/innen verloren. Eine wichtige Einnahmequelle der Menschen ist der Pilgertourismus mit zahlreichen Unterkünften (P+), Restaurants und Transportdiensten für fußkranke Pilger-/innen.

Portomarín Bilder

Das kleine Städtchen in der Provinz Lugo ist nicht nur wegen seiner reizvollen landschaftlichen Lage am Jakobsweg bekannt. Einen guten Ruf hat der in Portomarín gebrannte Schnaps. Der überall in Galicien sehr beliebte Orujo wird aus Traubentrester hergestellt. Alljährlich steigt zu Ostern die Fiesta de Aguardiente mit der Wahl des besten Schnapsbrenners.

Karte und Lage von Portomarín


Lage: Der Ort Portomarín (PLZ 27170; GPS 42.807562/ -7.615621; 1.500 Einw.) liegt in der Provinz Lugo in Galicien.

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