18. August 2019
Die Burg von Alarcón, heute 4-Sterne Hotel der Parador-Kette

Alarcón: Die mittelalterliche Festung erhebt sich hoch über der Flussschleife

Mit Zinnen bewehrte Mauern thronen auf einem felsigen Hügel über dem grünen Saum der Pinien und dem strahlenden Blau des Stausees. Der provisorische Parkplatz direkt vor dem ersten Wehrturm, dem Torre del Campo, bietet eine fantastische Aussicht auf das, was uns in Alarcón erwartet.

Obwohl die Gegend schon seit Jahrtausenden besiedelt ist, waren es zuerst die Mauren, welche die strategische Lage dieses Ortes hoch über einer engen Schleife des Flusses Júcar erkannten und dort über der Schlucht eine Festung erbauten, von wo aus der Blick bis an die heutige Grenze zur Gemeinschaft Valencia reicht. Die islamischen Herrscher gaben dem Ort den Namen Alarcón, was im arabischen nichts anderes als “Festung” bedeutet.

Im Jahre 1184 eroberte Alfonso VIII., König von Kastilien, Alarcón und baute die Verteidigungsanlagen auf den Trümmern der maurischen Vorgängerburg weiter aus. Der zentrale Wohnturm an der höchsten Stelle wurde erst später um das Jahr 1460 errichtet. Die alten Stadtmauern wie die Wehrtürme sind fast vollständig erhalten, sodass Alarcón als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungsanlagen in Spanien gilt. Was nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken ist, dass die Wehranlagen niemals von Feinden zerstört wurde.

Das Stadttor Puerta del Calabozo, direkt unter der Burg gelegen, führt in den Bereich des historischen Ortskerns. Wer mit dem Auto, vielleicht nicht gerade am Wochenende, unterwegs ist, kann noch ein Stückchen weiter geradeaus fahren, es gibt einen Parkplatz an der Calle Santiago. Auf der rechten Seite liegt die zweischiffige Kirche Santa Trinidad, unter deren Glockenturm durch einen hohen Bogen eine Gasse führt.

Der zentrale Platz mit dem Rathaus und der ehemaligen Kirche San Juan Bautista ist die Plaza del Infante Don Juan. Das Rathaus von Alarcón ist im Palacio del Concejo (16. Jahrhundert), einem kleinen zweistöckigen Renaissancepalast mit Arkaden untergebracht. An der nördlichen Stirnseite des Platzes liegt die kulturelle Attraktion des kleinen Ortes, das Centro de Arte Pintura Mural de Jesús Mateo. Die vom Verfall bedrohte Kirche wurde durch ein engagiertes Kulturprojekt gerettet und Alarcón erhielt so eine Attraktion, welche dem Niedergang des Dorfes, darunter ein massiver Einwohnerrückgang, entgegenwirkte.

Blick von der Plaza de Armas auf Alarcón
Blick von der Plaza de Armas auf Alarcón

Der 1971 in Cuenca geboren Künstler Jesús Mateo bemalte in den Jahren 1995 bis 2002 die Innenwände der Kirche und schuf so ein Werk, welches seit 1997 von der Weltkulturorganisation UNESCO ausgezeichnet und gefördert wird. Gleichzeitig haben sich namhafte Schriftsteller wie der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago mit seinem Werk beschäftigt und dieses literarisch unterstützt. Öffnungszeiten der Kunstkirche: 11:30 bis 14:00 Uhr / 16 bis 18:30 (18 bis 20:30 Juni bis September); montags geschlossen, ebenfalls in den Monaten Januar und Februar.

Von der südöstlichen Ecke des Hauptplatzes führt die Calle del Dr. Agustín Totosa vorbei an der Pfarrkirche Santa María zur Plaza de la Autonomía in Richtung der Burg von Alarcón. Die Iglesia de Santa María stammt aus den 16. Jahrhundert und besitzt ein beachtenswertes Portal.

Das Castillo de Alarcón beherbergt heute ein 4-Sterne Luxushotel der Parador-Kette. Der in der Nähe gelegene Aussichtspunkt Mirador La Peña bietet einen guten Blick auf die Landschaft mit dem Stausee Henchidero sowie die vorgelagerten Wehrtürme.

Alarcón Bilder und Sehenswürdigkeiten

In Alarcón gibt es neben den beiden Luxushotels Parador und Villa de Alarcón weitere kleine private Unterkünfte.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte in Alarcón

Alarcón Karte und Lage


Lage und Anfahrt: Alarcón (PLZ 19432; GPS 39.545742, -2.087687; 150 Einw.) liegt auf 840 Meter Höhe am Fluss Júcar im Kreis La Manchuela im Süden der Provinz Cuenca in der Gemeinschaft Kastilien-La Mancha. Alarcón liegt auf etwa der Hälfte der Strecke an der Autobahn A-3 zwischen Madrid und Valencia sowie an der ehemalige Nationalstraße N-320 zwischen Cuenca und Albacete.

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