Kathedrale und Bischofspalast von Astorga hinter der römischen Stadtmauer

Astorga: Römer, Mittelalter und Jugendstil

Die kleine sehenswerte Stadt Astorga liegt in einer weiten Ebene am Rande der Berge von León auf über 850 m Höhe. Der Ort ist eine wichtige Station auf dem Jakobsweg, der mitten durch die Altstadt führt.

Astorga ist eine der ältesten Städte der Region, die während der Herrschaft der Römer auf der iberischen Halbinsel als Asturica Augusta bekannt war. Zu dieser Zeit war Astorga der nördlichste Endpunkt der römischen Straße Via de la Plata, die von Mérida im Süden hier hinaufführte und deren gesamte Wegstrecke von 470 km gepflastert war.

In dem Bischofsstädtchen wohnen etwa 12.000 Menschen, die überwiegend im Dienstleistungsbereich beschäftigt sind. Der Tourismus spielt eine gewisse, aber keine tragende Rolle.

Wer mit dem Auto nach Astorga kommt, sollte möglichst einen Parkplatz außerhalb der Stadtmauern suchen und, wer Glück hat, findet auch einen an der Avenida de las Murallas. Schon von hier aus fällt der Blick auf die römische Stadtmauer, die Türme der Kathedrale und ein großes Gebäude mit spitzen Türmen, das deutlich mit dem Stil der Umgebung kontrastiert. Dies ist der Palast des Bischofs von Astorga, entworfen von Antoni Gaudí.

Sehenswürdigkeiten in Astorga

Ein Fußweg führt durch die Puerta Romana gegenüber dem Busbahnhof in die Innenstadt. Die Altstadt von Astorga wurde auf einem länglichen Hügel angelegt. Der Bau der Stadtmauer begann Anfang des 4. Jahrhunderts und ist bis heute in weiten Teilen noch erhalten. Das relativ übersichtliche historische Zentrum erstreckt sich von der Kathedrale von Astorga bis hin zum Rathaus an der Plaza de España.

Der Bischofspalast (Palacio Episcopal) von Astorga
Der Bischofspalast (Palacio Episcopal) von Astorga

Der Weg durch die Puerta Romana führt direkt zu zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Astorga, den Bischofspalast Palacio Episcopal und die Kathedrale Santa María.

Der verspielte Bischofspalast ist ein Werk des katalanischen Architekten Antoni Gaudí. Unter seiner Leitung begann der Bau im Jahre 1889, die er jedoch 1893 wegen Differenzen mit der Stadtverwaltung aufgab. Der im neogotischen Stil gehaltene Palast beherbergt heute ein Pilgermuseum (Museo de los Caminos) mit einer volkstümlichen Ausstellung zur Geschichte des Jakobswegs. Allerdings diente das Gebäude auch schon zu anderen Zwecken. So war es während des Spanischen Bürgerkriegs Sitz der faschistischen Falange.

Der Bau der Kathedrale von Astorga begann 1471 an der Stelle eine Vorgängerkirche aus dem Jahre 1069, die ebenfalls der Santa María geweiht war. Die Konstruktion der neuen Kirche zog sich hin bis ins 18. Jahrhundert. Daher vereint die Kathedrale unterschiedliche Stilrichtungen von der Spätgotik bis hin zum Barock. Sehenswert ist der große Hauptaltar aus dem 16. Jh. sowie das Museum der Kathedrale mit einem Reliquienschrein aus dem 10. Jh.

Am südöstlichen Rand der Altstadt ist der Paseo Blanco de Cela auf der Stadtmauer ein beliebter Spazierweg. Dieser bietet schöne Ausblicken in die Umgebung bis hin zu den Montes de León mit dem 2.183 Meter hohen Teleno, dem höchsten Berg dieses Gebirges. Am Ende befindet sich ein kleiner Garten und eine Pilgerherberge. Die Calle Padres Redentoristas führt dann in nördlicher Richtung zurück in das Zentrum vorbei am Römischen Museum zur Plaza de España.

An der Stirnseite des Hauptplatzes befindet sich das Rathaus (Ayuntamiento). Oben auf dem mittleren Glockenturm stehen zwei Figuren eine Frau und ein Mann, gekleidet in der typischen Tracht der Maragatos. So werden die Bewohner der Maragatería, der historischen Region um Astorga genannt. Der Platz und die Umgebung laden zu verweilen ein. Hier befinden sich die meisten Bars und Restaurants.

Regionale Spezialitäten

Schleckermäuler werden sofort die Schokoladengeschäfte entdecken. Die Herstellung von Schokolade hat in Astorga eine lange Tradition.

Noch typischer für Astorga und die Region ist der Cocido Maragato. Ursprünglich war das deftige Gericht aus Brühe, sieben verschiedene Fleischeinlagen, Kichererbsen und Blattkohl, ein Essen für die hart arbeitenden Arbeiter auf dem Feld. Das Besondere liegt in der Art des Verzehrs der Cocido Maragato. Zuerst wird das Fleisch serviert, dann das Gemüse und zum Schluss kommt die Brühe.

Astorga Bilder mit Sehenswürdigkeiten

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Karte und Lage von Astorga


Lage: Die Stadt Astorga (PLZ 24700 / GPS 42.457458, -6.057300) liegt auf 869 Meter Höhe in der historischen Region Maragatería in der Provinz León der Gemeinschaft Kastilien und León.

Anreise

Mit dem Auto ist Astorga über die Autobahnen A-6 (Madrid – A Coruña) und die mautpflichtige AP-71 (León – Astorga) bzw. über die entsprechenden Nationalstraßen N-120 und N-VI zu erreichen. Der Hauptbahnhof (Estación de Astorga) liegt etwas außerhalb des Zentrums im Nordosten und ist vor allem für Fernstrecken interessant. Der zentrale Busbahnhof (Estación de Autobuses de Astorga) liegt unweit der Kathedrale an der Avenida de las Murallas. Von hier aus verkehren Busse häufig nach León (tagsüber stündlich) und nach Ponferrada

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