Die Kathedrale von Zamora

Zamora: Die Stadt der Romanik am Río Duero

Zamora, die Provinzhauptstadt am Fluss Duero, gilt als die Stadt der Romanik in Spanien. Hinzu kommt eine stattliche Anzahl von Häusern im Stil des katalanischen Modernismus.

Mag der Name auch noch so wohlklingend sein, viele Besucher-/innen kommen nicht nach Zamora im Westen der Gemeinschaft Kastilien und León unweit der Grenze zu Portugal. Daher wirkt die historische Altstadt außerhalb der Saison trotz der herausragenden Sehenswürdigkeiten schon etwas verloren.

Die Stadt Zamora kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Während der Herrschaft der Römer war der Ort eine wichtige Station auf der Römerstraße Via de la Plata zwischen Mérida und Astorga. Die römische Bezeichnung Ocellum Duri, die Augen des Duero, scheint bis heute treffend. Das Kastell und die Kathedrale liegen an prominenter Stelle auf einem Hügel über dem Fluss, eine optimale Lage zur Kontrolle der Umgebung.

Blick vom Ufer des Dueros auf die Stadtmauern und die Kathedrale von Zamora

Nach der maurischen Eroberung der iberischen Halbinsel lag Zamora in dem hart umkämpften Gebiet zwischen Duero und Tajo, dass dünnbesiedelt immer wieder zum Schlachtfeld der christlichen und islamischen Truppen wurde. Nach der Zerstörung im Jahre 981 durch die Mauren wurde die Stadt erst im Laufe des 11. Jahrhunderts unter der Herrschaft des Königs von León Fernando I. wiederaufgebaut und neu besiedelt. Ein Großteil der historischen Bauten, die wir heute besichtigen können, stammt aus dem 12. und dem 13. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten in Zamora

Schon wegen der Orientierung ist es eine gute Idee, den Rundgang im Südwesten der Altstadt zu beginnen. Die alten Stadtmauern drängen sich hier über das Ufer des Flusses Duero, eine Parkanlage trennt die Ruinen der Festung von der Kathedrale.

Die Festung Castillo de Zamora im Süden der Altstadt wurde ab der Mitte des 11. Jahrhundert angelegt, in den folgenden Jahrhunderten aber erheblich verändert, so dass von der ursprünglichen Anlage kaum etwas zu erkennen ist.  Erhalten sind die bis zu zwei Meter dicken Mauern, der tiefe Burggraben sowie die drei Türme. In der Burganlage sind Skulpturen von Baltasar Lobo (1910–1993), einem Bildhauer aus Zamora, ausgestellt.

Mit dem Bau der Kathedrale von Zamora wurde im 12. Jahrhundert begonnen. Ins Auge fällt sofort der mächtige viereckige Turm und die mit Schuppen bedeckte Kuppel, die zu den Wahrzeichen von Zamora zählt. Neben Hochaltar der Kathedrale befinden sich zwei Kanzeln mit Mudéjarstil. Bemerkenswert sind die fein geschnitzten Stuhlreihen im Bereich des Chors. Schmuckstücke des kleinen Museums sind flämische Wandteppiche aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Zamora ist die Stadt der meisten romanischen Kirchen in Spanien. 22 Gotteshäuser, die in der Zeit zwischen dem 11. und dem 13. Jh. gebaut wurde, befinden sich auf dem Gebiet der Stadt. Am nördlichen Rand des Parks Parque del Castillo steht eine romanische Kirche aus den 12. Jahrhundert, die dem Heiligen Isidoro geweiht ist.

Auf dem Weg Richtung Innenstadt liegt am gleichnamigen Platz die erzbischöfliche Kirche San Pedro y San Ildefonso, deren Bau im 11. Jh. begann. Etwa die Hälfte der romanischen Kirchen können zwischen 10 und 13 sowie 17 bis 20 Uhr kostenfrei besichtigt werden. Aufgrund der guten Beschilderung ist es kein Problem, die Kirchen auch ohne Stadtplan abzulaufen, solange wie Lust und Kräfte reichen.

Der Weg in das Zentrum von Zamora führt über die Rúa de los Francos, die Plaza de Viriato und die Calle Ramos Carrión zum Hauptplatz Plaza Mayor mit dem Alten Rathaus und der Kirche San Juan Bautista. Davor steht das Merlú-Denkmal. Die beiden Personen mit gesichtsverschleiernden Kutten rufen die Angehörigen ihrer Bruderschaft mit Trommel und Horn zur Teilnahme an der österlichen Prozession.

Die Prozession während der Osterwoche Semana Santa haben in Zamora eine lange Tradition, die lebendig gepflegt wird. Zwischen Palmsonntag und Ostersonntag finden in der Stadt 18 Prozessionen statt, die von den unterschiedlichen Cofradías (Bruderschaften) organisiert werden. Zamora bemüht sich um Aufnahme ihrer Semana Santa in das immaterielle Welterbe der UNESCO. Wer sich für die Traditionen der Karwoche interessiert, dem sei der Besuch des Museums Museo de Semana Santa an der Plaza Santa María Nueva neben der gleichnamigen Kirche empfohlen. Prunkstücke der Ausstellung sind die schweren Palos, die während der Prozessionen durch die Straßen getragen werden.

Vom Plaza Major geht die Calle de Santa Clara weiter in das Einkaufsviertel der Innenstadt. Gen Süden führt die Calle Balborraz hinunter zum Río Duero. Diese heute etwas heruntergekommene Straße war im Mittelalter ein wichtiger Zugang zum Zentrum und Geschäftssitz vieler Handwerker. Wir gehen die Straße herunter und zweigen dann nach rechts in die Calle Puerta Nueva ab, die am Stadtmuseum Museo de Zamora vorbei zur Brücke Puente de Piedra führt.

Es lohnt sich bestimmt, jetzt einen kleinen Spaziergang außerhalb der Altstadt zu machen. Der Weg führt über die Brücke und wir gehen dann auf dem Fußweg am Ufer des Duero entlang zu der im Westen gelegenen Brücke Puente de los Poetas. Deren Bezeichnung, Brücke der Dichter, ist durchaus passend angesichts des grandiosen Ausblicks, der sich von hier aus auf die befestigte Altstadt und die Kathedrale bietet. Auf der anderen Seite des Flusses erkennen wir drei historische Ölmühlen.

Bilder aus Zamora

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

  • Die Touristeninformation des Fremdenverkehrsamts von Zamora liegt an der Plaza Arias Gonzalo auf dem Weg kurz vor der Kathedrale
  • Die Website der Provinz Zamora bietet auch einige Informationen auf Deutsch und Englisch
  • Hier finden Sie Hotels und weitere Unterkünfte in Zamora (P+)

Karte und Lage von Zamora


Lage: Die Stadt Zamora (PLZ 49001; GPS 41.503420/-5.746702; 63.000 Einw.) liegt auf 639 m Höhe in der gleichnamigen Provinz im Westen von Kastilien und León.

Reiseziele in der Umgebung