Valle de Baztan: Das Tal der Hexen in den Pyrenäen

Valle de Baztan / Navarra

Mythen und Traditionen prägen das relativ abgeschiedene Pyrenäental Valle de Baztan im Nordwesten von Navarra. Die Route entlang der Nationalstraße N-141-B ist eine reizvolle Alternative jenseits der Hauptstraßen zwischen Frankreich und Nordspanien. Das Tal ist ein Ziel zum Wandern, für Fahrradtouren und zum Ausprobieren der ländlichen Küche.

Inhalt
Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Bilder
Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte
Karte und Lage

Das niederschlagsreiche und damit grüne Tal ist von Bergen begrenzt, die im Süden eine Höhe von über 1.400 Metern erreichen. Namensgeber ist das Fluss Baztan, der im weiteren Verlauf seine Bezeichnung wechselt und als Bidasoa zwischen den Küstenorten Hondarribia und Hendaye, die Grenze zwischen Frankreich und Spanien bildend, in die Biskaya mündet.

Sehenswürdigkeiten und Attraktionen im Valle de Baztan

Das Valle de Baztan ist geprägt durch grüne Weide und Berghänge, dazwischen liegen Wälder aus Buchen, Eichen und Kastanien. Die Ortschaften im Valle de Baztan bilden von der Fläche her gesehen unter der Bezeichnung Baztan den größten Gemeindeverbund in Navarra, mit dem Sitz der Gemeinde in dem Hauptort Elizondo.

Im Tal wird überwiegend baskisch gesprochen und es werden die alten Traditionen gepflegt, vor allem während der lokalen Feste im Sommer zwischen Juni und August.

Die einzelnen Dörfer zeichnen sich aus durch ihre landschaftlich reizvolle Lage. Herrenhäuser mit Türmen, kleine barocke Paläste und schöne Kirchen prägen die Ortsbilder. Dazwischen liegen frei stehende Bauernhäuser, auf den Weiden grasen Kühe und Pferde.

Viele der Häuser sind mit Familienwappen geschmückt. Die selbstbewussten Familien des Tals setzten Ende 14. Jahrhundert durch, dass alle männlichen Bewohner des Baztan-Tales den Adelstitel Junker erhielten. Einige der alten Häuser dienen heute als Ferienhäuser oder Ferienwohnungen. Der ländliche Tourismus zählt inzwischen neben der Landwirtschaft zu den wichtigsten Einkommensquellen.

Sehenswerte Orte

Elizondo

Im südlichen Valle de Baztan liegt der Hauptort Elizondo, das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum. Die Hauptstraße Jaime Urrutia Karrika verläuft parallel des Fluss Baztan. Hier stehen einige schöne, mit Wappen geschmückte Herrenhäuser. Von der Brücke bietet sich ein schöner Blick auf die Altstadt und das Wehr. An der belebten Plaza los Fueros (Foru Plaza) liegen das Rathaus und die Tourist-Information. Wer Süßigkeiten mag, sollte sich in den Geschäften nach der lokalen Spezialität “urrakin egiña” umschauen. Diese Haselnuss-Schokolade schmeckt einfach gut. Elizondo ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. Wer länger im Tal bleiben möchte, findet hier eine gute Auswahl an Hotels und privaten Unterkünften.

Zugarramurdi und Urdax

Ganz im Norden, schon in der Nähe zu Frankreich, liegen die beiden geschichtsträchtigen Dörfer Urdax und Zugarramurdi. Hier oben war im Mittelalter der Glaube an die Hexenkultur tief verwurzelt. Wenn am Morgen nach dem Sonnenaufgang der Nebel aufsteigt, die Wolken noch tief im Tal hängen, während schon an einigen Stellen, die Sonnenstrahlen durch den Dunst dringen, wird tatsächlich die mythische Stimmung erlebbar, in der Fabelwesen einen Platz haben könnten.

Die Hexen von Zugarramurdi

In den düsteren Zeiten der spanischen Inquisition wurde aus der Fantasie allerdings blutige Realität. Im Jahre 1610 wurde über 200 Bewohnerinnen und Bewohner des Tals der Hexerei beschuldigt, nach Logroño verschleppt und abgeurteilt. Einige landeten auf dem Scheiterhaufen.

Treffpunkt der Hexen soll die Hexengrotte in dem Dorf Zugarramurdi gewesen sein, das nördlich des Baztan-Tales an der spanisch-französischen Grenze liegt. Die Grotte kann dienstags bis sonntags ab 11 Uhr bis Sonnenuntergang besichtigt werden. Das Hexenmuseum ist mittwochs bis sonntags geöffnet.

Urdazubi/Urdax

Das Kloster San Salvador in Urdax (baskisch: Urdazubi) diente seit dem 12. Jahrhundert als Herberge für Pilger auf der Variante des Jakobswegs, die bis heute durch das Valle de Baztan führt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die alte Wassermühle sowie eine ganze Anzahl von stattlichen Herrenhäusern und Casas de Indianos. Letztere wurden von reich gewordenen Rückkehrern aus in spanischen Eroberung in Amerika erbaut. Beliebt ist auch ein Besuch der Tropfsteinhöhlen Cuevas de Urdax, die an der Landstraße zwischen Urdax und Zugarramurdi liegen. In Urdax gibt es eine gute Auswahl von Restaurants mit lokalen Gerichten.

Erratzu

Das Dort Erratzu zählt zu den schönsten kleinen Orten im Valle de Baztan. Häuser und barocke Stadtpaläste prägen das Ortsbild. Direkt am Fluss Baztan liegt vor der Kirche San Pedro die kleine Bar Zubi Punta mit guten Pinchos. Neben ländlichen Unterkünften im Ort bietet der hervorragende Campingplatz Camping Baztan Bungalows und viele schattige Stellplätze.

Wandern und Ausflüge in die Natur

Die üppig grüne Natur, gute Möglichkeiten zum Wandern und Mountainbiking, dies sind Motive das Valle de Baztan in die Urlaubsplanung einzubeziehen.

Wanderung von Arizkun nach Elizondo

Von dem Wohnmobilstellplatz im Barrio Ordoki (GPS 43.178610, -1.488060) in der Nähe der Nationalstraße N-121-B führt eine Nebenstrecke des Jakobswegs (ausgezeichnet als P.R. NA-4 und gelbe Pfeile) über eine alte Brücke über den Río Baztan hinauf in das Dorf Arizkun. Von dort geht es weiter hinunter bis zur N-121-B, der ca. 800 Meter zu folgen ist, bis ein Fußweg links abbiegt und entlang von Feldern zum Dorf Elbete führt. Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Elizondo. Die Wegstrecke beträgt hin und zurück ca. 10 km und ist in knapp 3 Stunden zu schaffen. Wanderschuhe sind wegen des teilweisen steinigen Wanderwegs zu empfehlen.

Wanderweg zum Wasserfall

Von dem Dorf Erratzu führt ein Wanderweg (SL-NA 7) ohne große Steigungen zum Wasserfall Cascada de Xorroxin. Die einfache Wanderung führt über Weiden und durch schattenspendende Wälder. Der Rundweg ist gut 7 km lang.

Mirador del Valle de Baztan

Der Aussichtspunkt liegt südwestlich von Elizondo an der Landstraße NA-2540, die zum Dorf Ziga führt. Von hier aus genießen wir eines der schönsten Blicke auf das Pyrenäental.

El Señorío de Bértiz

Dieser Naturpark am südlichen liegt in dem Nachbartal Valle de Bertizarana. Das Naturschutzgebiet auf dem Gelände einer ehemaligen Finca umfasst dichte Wälder, in denen das Hämmern der Spechte zu hören ist. Der Botanische Garten umfasst mehr als 120 unterschiedliche Baumarten und Sträucher.

Die Höllenmühle

Der ca. 5 km lange Spazierweg führt vom Restaurant Etxebertzeko Borda an der NA-4453 entlang des Baches Infernuko Erreka zur Infernuko Errota (Molino del Infierno). In der historischen Mühle wurde früher der Mais gemahlen, der in der Umgebung angebaut wurde.

Puerto de Izpegi

Eine reizvolle Nebenstrecke (beliebt bei Mountainbiker:innen und Motorradfahrer:innen) verbinden das Dorf Erratzu im Valle de Baztan über den 672 m hohen Izpegi-Pass mit der französischen Gemeinde Saint-Étienne-de-Baïgorry. Auf der Passhöhe liegen auf spanischer Seite Ventas, also traditionelle Gasthöfe mit einem angeschlossenen Laden. Neben Kunsthandwerk gibt es hier vor allem Tabak und Alkohol zu kaufen, die in Spanien preiswerter als in Frankreich sind.

Valle de Baztan Bilder und Fotos

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte im Valle de Baztan

  • Die Tourismus-Information liegt in der Jaime Urrutia Nr. 14 in Elizondo, täglich geöffnet vom 1. Juli bis 31. August, sonst nur Freitag bis Sonntag ⇒ offizielle Website
  • Buchung von individuellen Hotels und Unterkünften im Valle de Baztan ⇒ Booking.com (P+)
  • Guter Campingplatz Camping Baztan in Erratzu
  • Navarra Reiseführer zu den schönsten Reisezielen der nordspanischen Region

Valle de Baztan Karte und Lage

Mit dem Klick auf ein Icon der Karte wird ein Informationsfenster mit Optionen geöffnet.

Lage: Das Baztan-Tal liegt im Nordwesten von Navarra. Erschlossen wird das Tal durch die Nationalstraße N-121-B, die vom Grenzort Dantxarinea im Norden bis nach Bertizarana im Südwesten führt und dort auf die Nationalstraße N-121-A (Pamplona-Irun) mündet. In der Gemeinde Baztan hat leben 7.700 Menschen, davon 3.400 im Hauptort Elizondo (PLZ 31700; GPS 43.146285, -1.518376).

Reiseziele in der Umgebung

  • Hondarribia, historisches Städtchen mit Stränden ⇨ 51 km Nationalstraße N-121-A
  • Pamplona, die Hauptstadt von Navarra ⇨ 55 km Nationalstraße N-121-A
  • Donostia-San Sebastián, Seebad an der Biskaya ⇨ 65 km Nationalstraße N-121-A / Autobahn AP-8