28. Juli 2019
Reiseziele in Navarra

Navarra: Ein Wegweiser für eine Reise durch die Comunidad Foral

Reisetipps für einen Urlaub in Navarra: Die schönsten Reiseziele, interessante Orte und abwechslungsreiche Landschaften in der nordspanischen Region zwischen Pyrenäen und Ebro.

Die Autonome Gemeinschaft Navarra zählt mit 640.000 Einwohner-/innen und einer Fläche von 10.400 Quadratkilometern zu den kleineren Gemeinschaften in Spanien. Die Region ist, auch im europäischen Vergleich, relativ wohlhabenden. In der offiziellen Bezeichnung taucht der Begriff Foral auf. Dieser geht auf die mittelalterlichen Rechte (Fueros) der Selbstverwaltung und Selbstbestimmung zurück. Die Gemeinschaft Navarra besteht nur aus einer Provinz. Die Hauptstadt von Navarra ist Pamplona (baskisch: Iruña/Iruñea).

Die Navarresen sind auf ihre Eigenständigkeit bedacht und lieben die Farbe Rot. Und dies gilt unabhängig von ihren politischen Einstellungen. Vorwiegend im Norden lebt eine starke baskische Minderheit, die ihre Heimat Naforroa nennen. Innerhalb des Kräftemessens der Königreiche auf der iberischen Halbinsel und Frankreichs zog Navarra in der Regel den Kürzeren und konnte auf Dauer nie eine entscheidende Rolle spielen.

Interessante Reiseziele in Navarra

Navarra teilt das Schicksal mit den Nachbarregionen La Rioja und Aragonien (Aragón) keinen direkten Zugang zum Meer zu haben. Der nördliche Zipfel reicht bis an den Hauptkamm der Pyrenäen, von wo aus im Westen die baskische Küste bei guter Sicht zu erkennen ist. Die Landschaften von Navarra können in drei Zonen unterteilt werden. Die Pyrenäen im Norden, die hügelige Zona Media in der Mitte sowie das fruchtbare Gebiet, die Ribera, in der Ebene des Flusses Ebro im Süden.

Pamplona

Navarra zählt nicht zu den klassischen Urlaubszielen in Spanien. Bekannter ist die Hauptstadt Pamplona. Die schafft es auf Grund eines weltbekannten Festes im Juli regelmäßig in die Abendnachrichten zu kommen: Wieder einmal sind ausländische Touristen, und hier gilt nur die männliche Form, von verängstigten Stieren auf die Hörner genommen worden.

Das von dem US-amerikanischen Schriftsteller und begeisterten Anhänger des Stierkampfs Ernest Hemingway international bekanntgemachte Stiertreiben durch Pamplona während der Fiestas de San Fermín (6. bis 14. Juli) lockt Tausende in die Hauptstadt von Navarra. Aber keine Sorge, die Altstadt behält auch dann ihren Reiz, wenn die große Fiesta vorbei ist.

Die Plaza del Castillo mit dem Café Iruña
Die Plaza del Castillo mit dem Café Iruña

Jakobsweg – Camino de Santiago

Ein anderer Reiseweg durch Navarra ist vielleicht genauso bekannt wie das Stiertreiben in Pamplona. Der klassische Jakobsweg, der Camino de Santiago, führt von den Pyrenäenpass Ibañeta über Roncesvalles nach Pamplona. Von dort aus geht der Wanderweg weiter in südwestlicher Richtung über Puente de la Reina und Estella nach Viana an der Grenze zur Rioja und deren Hauptstadt Logroño.

Pyrenäen

Die Pyrenäen in Navarra überschreiten nur an wenigen Stellen Höhen von mehr als 2.000 Metern. Die Ausläufer der atlantischen Tiefs über der Biskaya bringen im Frühjahr und Herbst reichliche Niederschläge und sorgen so in den Tälern für eine üppige Vegetation.

Die Pyrenäen sind ein interessantes Reiseziel für Touren und Wanderungen. Zu den reizvollen Landschaften zählen das Tal Valle de Baztan im Westen und die Täler Valle del Salazar und Valle del Roncal im Osten. Im Norden liegt ein großes Waldgebiet, die Selva de Irati.

Entlang des südöstlichen Randes der Pyrenäen fließt der wichtigste Fluss in Navarra, der Río Aragón. Über dem Stausee von Yesa (Embalse de Yesa) liegt das Kloster von Leyre und wenige Kilometer westlicher das Städtchen Sangüesa. Beide liegen in der Nähe einer Variante des Jakobswegs, die durch Aragón führt.

Beste Reisezeit für eine Tour durch die Täler der Pyrenäen sind der Sommer und Herbst, letztere Jahreszeit vor allem wegen der einsetzenden Verfärbung der Laubbäume. Gepflegte Orte und Städtchen wie z.B. Isaba oder Ochagavía sind auf ländlichen Tourismus (turismo rural) eingestellt.

Zona Media

Die hügeligen Mittelgebirge der Zona Media südlich von Pamplona bilden den Übergang in das Tal des Ebros im Süden. In dieser Gegend wird u.a. Wein angebaut. Sehenswerte Städte in dieser Region ist die ehemalige Residenz der Könige von Navarra Olite oder das Bergdorf Ujué.

Tal des Flusses Ebro bei Tudela
Blick vom Cerro de Santa Barbara auf die fruchtbare Ebene des Ebros bei Tudela

Das Tal des Ebros

Der Süden von Navarra, die Ribera, liegt in der Ebene der Flusses Ebro. Dank der künstlichen Bewässerung ist diese heiße und trockene Region ein fruchtbarer Gemüsegarten. Erbsen, Spargel oder Paprika aus der Ribera sind in ganz Spanien bekannt. Ein Zentrum dieser Gegend ist die sehenswerte Stadt Tudela, die mit gut 35.000 Einwohner-/innen schon die zweitgrößte Stadt in Navarra ist.

Im Nordosten von Tudela liegt eine der außergewöhnlichsten Landschaften in Nordspanien. In den Bardenas Reales haben Wind und Wetter aus dem Sedimentgestein eine wüstenähnliche Landschaft mit bizarren Formen, Kegeln und Pyramiden geschaffen.

Las Bardenas Reales
Las Bardenas Reales: Ausblick vom Cabezo de las Cortinillas

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte in Navarra

Lage: Die Gemeinschaft Navarra grenzt im Norden an das französische  Departement Pyrénées-Atlantiques, im Südosten an Aragón (Aragonien), im Süden an die La Rioja und im Westen an das Spanische Baskenland.

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