Navarra: Ein Wegweiser für eine Reise durch die Comunidad Foral

Die schönsten Reiseziele, interessante Orten und abwechslungsreiche Landschaften in der nordspanischen Region zwischen Pyrenäen und Ebro.

Die Autonome Gemeinschaft Navarra zählt mit 640.000 Einwohner-/innen und einer Fläche von 10.400 Quadratkilometern zu den kleineren, dafür aber, auch im europäischen Vergleich, relativ wohlhabenden Gemeinschaften in Spanien. In der offiziellen Bezeichnung taucht der Begriff Foral auf, welcher auf ein mittelalterliches Recht der Selbstverwaltung und Selbstbestimmung, nämlich der Fueros zurückgeht. Die Gemeinschaft besteht nur aus einer Provinz, die Hauptstadt von Navarra ist Pamplona (baskisch: Iruña/Iruñea).

Die Navarresen sind auf ihre Eigenständigkeit bedacht und lieben die Farbe Rot, unabhängig von ihrer politischen Meinung. Vorwiegend im Norden lebt eine starke baskische Minderheit, die ihre Heimat Naforroa nennen. Innerhalb des Kräftemessens der Königreiche auf der iberischen Halbinsel und Frankreichs zog Navarra in der Regel den Kürzeren und konnte nie auf Dauer eine entscheidende Rolle spielen.

Ochagavía im Salazar Tal
Ochagavía im Salazar Tal

Navarra teilt das Schicksal seinen Nachbarregionen La Rioja und Aragonien (Aragón) keinen direkten Zugang zum Meer zu haben. Der nördliche Zipfel reicht bis an den Hauptkamm der Pyrenäen, von wo im Westen die baskische Küste bei guter Sicht zu erkennen ist. Die Landschaften Navarras können in drei Zonen unterteilt werden. Die Pyrenäen im Norden, die hügelige Zona Media in der Mitte sowie das fruchtbaren Gebiet, die Ribera in der Ebene des Flusses Ebro im Süden.

Interessante Reiseziele in Navarra

Navarra zählt nicht zu den klassischen Urlaubszielen in Spanien. Bekannter sogar als der Namen der Region wird die Hauptstadt Pamplona sein, die es auf Grund einer etwas wahnwitzigen Tradition im Juli regelmäßig schafft in die Abendnachrichten zu kommen. Wieder einmal sind ausländische Touristen, und hier gilt nur die männliche Form, von verängstigten Stieren auf die Hörner genommen worden.

Das von dem US-amerikanischen Schriftsteller und Stierkampffan Ernest Hemingway international bekanntgemachte Stiertreiben durch Pamplona während der Fiestas de San Fermín (6. bis 14. Juli) lockt Tausende in die Hauptstadt von Navarra, deren Altstadt auch dann ihren Reiz behält, wenn die große Fiesta vorbei ist.

Die Plaza del Castillo mit dem Café Iruña, ein Lieblingsplatz von Ernest Hemingway
Die Plaza del Castillo mit dem Café Iruña, ein Lieblingsplatz von Ernest Hemingway

Ein anderer Reiseweg durch Navarra ist vielleicht genauso bekannt wie das Stiertreiben in Pamplona. Der klassische Jakobsweg, der Camino de Santiago, führt von den Pyrenäenpass Ibañeta über Roncesvalles nach Pamplona und von dort aus weiter in südwestlicher Richtung über Puente de la Reina und Estella nach Viana an der Grenze zur Rioja und deren Hauptstadt Logroño.

Die Pyrenäen in Navarra überschreiten nur an wenigen Stellen Höhen von mehr als 2.000 Metern. Die Ausläufer der atlantischen Tiefs über der Biskaya bringen im Frühjahr und Herbst reichliche Niederschläge und sorgen in den Tälern für eine üppige Vegetation. Zu den reizvollen Landschaften zählen das Tal Valle de Baztan im Westen und die Täler Valle del Salazar und Valle del Roncal im Osten. Im Norden liegt ein großes Waldgebiet, die Selva de Irati.

Entlang des südöstlichen Randes der Pyrenäen fließt der wichtigste Fluss in Navarra, der Río Aragón. Über dem Stausee von Yesa (Embalse de Yesa) liegt das Kloster von Leyre und wenige Kilometer westlicher das Städtchen Sangüesa, beide am Rande des Zweigs des Jakobswegs, der durch Aragón führt. Für eine Tour durch die Pyrenäentäler empfiehlt sich der Sommer und Herbst, letztere Jahreszeit vor allem wegen der einsetzenden Verfärbung der Laubbäume. Die gepflegten Orte und Städtchen wie z.B. Isaba oder Ochagavía sind auf ländlichen Tourismus (turismo rural) eingestellt.

Die hügeligen Mittelgebirge der Zona Media südlich von Pamplona bilden den Übergang in das Tal des Ebros im Süden. In dieser Gegend wird u.a. Wein angebaut. Sehenswerte Städte in dieser Region ist die ehemalige Residenz der Könige von Navarra Olite oder das Bergdorf Ujué.

Blick vom Cerro de Santa Barbara (Tudela) auf die Ribera
Blick vom Cerro de Santa Barbara (Tudela) auf die Ribera

Der Süden Navarras, die Ribera, liegt in der Ebene der Flusses Ebro. Dank der künstlichen Bewässerung gleicht diese heiße und trockene Region einem Gemüsegarten, dessen Produkte, Erbsen, Spargel oder Paprika in ganz Spanien bekannt sind. Ein Zentrum dieser Gegend ist die sehenswerte Stadt Tudela, die mit gut 35.000 Einwohner-/innen schon die zweitgrößte Stadt in Navarra ist.

Im Nordosten von Tudela liegt eine der außergewöhnlichsten Landschaften in Nordspanien. In den Bardenas Reales haben Wind und Wetter aus dem Sedimentgestein eine wüstenähnliche Landschaft mit bizarren Formen, Kegeln und Pyramiden geschaffen.

Ausblick vom Cabezo de las Cortinillas auf die Bardenas Reales
Ausblick vom Cabezo de las Cortinillas auf die Bardenas Reales

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

LageNavarra grenzt im Norden an das französische  Departement Pyrénées-Atlantiques, im Südosten an Aragón (Aragonien), im Süden an die La Rioja und im Westen an das Spanische Baskenland.