17. August 2019
Enge Gasse in Arcos de la Frontera

Arcos de la Frontera: Die weiße Stadt in der Provinz Cádiz

Die weißen Dörfer und Städte (Pueblos Blancos) zählen zu den Wahrzeichen der südspanischen Region Andalusien. Das Städtchen Arcos de la Frontera ist eines der bekanntesten in der andalusischen Provinz Cádiz.

Weiße Häuser, die in jedem Frühjahr frisch gekalkt werden, und enge unübersichtliche Gassen, Erinnerungen an das maurische Erbe, diese sind die wesentlichen Merkmale der Pueblos Blancos. Und typisch für die Gegend ist die Endung „de la Frontera“ als Bezeichnung für Grenzorte in den von den christlich-kastilischen Befehlshabern eroberten Gebieten in Nachbarschaft zu den unter maurischen Herrschaften verbliebenen islamischen Kleinkönigreichen.

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Das Reizvolle an Arcos de la Frontera sind weniger besondere Sehenswürdigkeiten als die besondere Lage. Das Städtchen liegt auf einem knapp 200 Meter hohen Bergrücken, der von dem Fluss Guadalete umflossen wird. Dieses Flüsschen hat seine Quelle am Peñón Grande in der Sierra de Grazalema , um schließlich bei El Puerto de Santa María in die Bucht von Cádiz zu münden. So präsentiert sich die über 30.000 Einwohner-/innen zählenden Gemeinde schon bei der Anfahrt in ihrem typischen Bild. Ein Gewirr von weißen Gebäuden auf einem Hügel, der von zwei markanten Glockentürmen überragt wird.

Wer mit dem Auto ankommt findet einen Parkplatz an der Avenida Duque de Arcos oder biegt am abzweigenden Paseo de Andalucía in die Parkgarage, von wo aus der direkte Zugang in das Zentrum möglich ist. Die von dem Kreisverkehr in östlicher Richtung abzweigende Calle Debajo del Corral führt über die Calle Corredera in die Calle Cuesta de Belén Nr. 5, wo sich die Touristeninformation (Oficina Municipal de Turismo) befindet.

Sehenswürdigkeiten in Arcos de la Frontera

Auf dem leicht ansteigenden Weg dorthin wechselte die Bebauung, vorbei an ehemaligen Klöstern und Palästen nähern wir uns über die Calle Dean Espinosa dem Zentrum der Altstadt von Arcos, der Plaza del Cabildo und der Basilika Santa María de la Asunción.

Der Fluss Guadalete umschlingt den Hügel mit der Altstadt von Arcos de la Frontera
Der Fluss Guadalete umschlingt den Hügel mit der Altstadt von Arcos de la Frontera

Auf der Plaza del Cabildo, an der auch das Rathaus und der Parador von Arcos liegt, fanden früher Markttage sowie Stierkämpfe statt. Heute dient der Platz als Schauplatz der örtlichen Feste, aber die meiste Zeit (leider) als Parkplatz. Während der Weihnachtszeit wird hier unter großer Beteiligung der Bevölkerung ein Krippenspiel (Belén Viviente de Nochebuena) aufgeführt. An der Nordseite des Platzes steigt der wuchtige Turm der Kirche Santa María in die Höhe, der insgesamt 11 Glocken trägt. Die jetzige Hauptkirche von Arcos wurde im 13. und 14. Jahrhundert an der Stelle der Moschee errichtet. In der Kirche zählen der Hauptaltar im Stil der Renaissance, der Chor und die Orgel zu den Sehenswürdigkeiten.

Hinter dem Rathaus blicken wir auf die Silhouette des Castillos von Arcos, dieses ist in privater Hand und kann nicht besichtigt werden. Südlich des Platzes lockt der Aussichtspunkt Balcón de la Peña Nueva mit weiten Blicken auf das Tal des Flusses Guadalete sowie die das Bergland der Sierra de Grazalema.

Plaza del Cabildo mit dem Rathaus und der Burg von Arcos de la Frontera
Plaza del Cabildo mit dem Rathaus und der Burg von Arcos de la Frontera

Wir orientieren uns weiter nach Osten auf die Calle Escribanos, die in die Calle Boticas übergeht und erreichen über die Calle Núñez del Prado die zweite große Kirche der Stadt, San Pedro. Die Kirche San Pedro ist bedeutend älter als die barocke Fassade vermuten lässt. Sie wurde im 13. Jh. erbaut. Zwischen den Pfarrkindern der beiden großen Kirchen von Arcos de la Frontera bestand eine heftige Rivalität über die Frage, welche denn nun die Hauptkirche sei. Beide Kirchengemeinden sandten im 18. Jh.  Delegationen zum Papst nach Rom, um die Frage abschließend zu klären. Dabei gingen die Vertreter der Kirche Santa María letztendlich als Sieger hervor.

Folgen wir den Schildern “Mirador” so erreichen wir über die Calle Abades (Gasse der Äbte) den gleichnamigen Aussichtspunkt. Unten liegt der Stausee von Arcos de la Frontera. Die Kulisse bilden die Ausläufer und Bergspitzen der Sierra de Grazalema.

Auf dem Weg zurück wählen wir die Calle Maldonado, die links neben San Pedro zurück zur Plaza Boticas führt. Die Gasse führt vorbei am Casa Grande, einem ehemaligen Kloster, die beiden historischen Gebäude bieten Übernachtungsmöglichkeiten, sowie dem städtischen Theater Olivares Veas.

Bei einem Rundgang durch die teilweise so engen Gassen, dass ein Moped das einzig mögliche motorisierte Fortbewegungsmittel ist, gehen wir immer wieder durch Rundbögen, welche die gegenüberliegenden Fassaden verbinden. Oft werden diese, für den Ort typischen Bögen, mit der Ortsbezeichnung Arcos in Verbindung gebracht, da im Kastilischen ArcosBogen” bedeutet. Möglich ist aber auch, dass sich der Name aus römischen Bezeichnung Coloniae Arcensium herleitet, was frei übersetzt Festung auf der Höhe heißt.

Blick vom Mirador Plaza del Cabildo auf das Tal des Flusses Guadalete
Blick vom Mirador Plaza del Cabildo auf das Tal des Flusses Guadalete

Essen und Trinken

In der Calle Boticas und ihren Verlängerungen liegen eine Reihe von Bars und Restaurants wie das traditionsreiche Don Fernando. Eine Alternative dazu sind im Sommer die aussichtsreichen Terrassen des Hotels Mesón de la Molinera oder des Restaurants El Sombrero de Tres Picos im Ortsteil El Santiscal am Ufer des Sees von Arcos.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte in Arcos de la Frontera

Arcos de la Frontera bietet eine Reihe angenehmer Übernachtungsmöglichkeiten. Reizvolle Quartiere in der Altstadt mit historischem Ambiente und guter Aussicht sind u.a. der Parador von Arcos, das in der Nähe gelegene Hotel El Convento sowie das Hostal La Casa Grande. Bekannt für ein variantenreiches Frühstück ist die das Hotel Hacienda El Santiscal unten am See. Weitere Angebote, auch B&B, finden Sie auf den bekannten Buchungsportalen.

Karte und Lage von Arcos


Lage: Die Stadt Arcos de la Frontera  (PLZ 11630; GPS 36.748600, -5.806050; 31.000 Einw.) liegt auf 185 Meter Höhe am Fluss Guadalete im Kreis Sierra de Grazalema in der Provinz Cádiz in Andalusien.

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