Ronda: Das reizvolle Pueblo Blanco in den Bergen

Ronda, die weiße Stadt in den Bergen im Hinterland der Costa del Sol, hat einem Flüsschen und einer spektakulären Schlucht viel zu verdanken.

Der Bach Guadalevín (Río Grande), der im nahe gelegenen Gebirge Sierra de las Nieves entspringt, teilt den breiten Bergrücken durch eine tiefe Schlucht. Über die Schlucht Tajo de Ronda führt die Neue Brücke Puente Nuevo, die die Altstadt mit der Neustadt von Ronda verbindet.

Die Bergstadt zählt zu den bekanntesten und am meisten besuchten Pueblos Blancos im Hinterland der Costa del Sol. Die Stadt mit ca. 36.000 Einwohner-/innen liegt inmitten einer grünen Hochebene im Nordwesten der Provinz Málaga. Der Ort hat eine lange Geschichte, von der Ruinen und Gebäude aus der Zeit der römischen und maurischen Herrschaft berichten.

Attraktionen und Sehenswürdigkeiten in Ronda

Die wichtigsten Attraktionen von Ronda sind die historische Altstadt La Ciudad, die spektakuläre Schlucht Tajo de Ronda mit den drei Brücken, die Stierkampfarena und das Viertel El Mercadillo.

Die Altstadt: La Ciudad

Das historische Zentrum von Ronda liegt auf dem Hügel südlich der Brücke  Puente Nuevo. In dem Palacio de Mondragón, in dem zeitweise der Statthalter der maurischen Nasriden residierte, ist heute das Städtische Museum von Ronda untergebracht. Sehenswert sind auch der Palast Salvatierra, die Casa del Gigante, ein gut erhaltenes Gebäude aus der islamischen Herrschaftszeit der Mauren,  sowie der freistehende Glockenturm Alminar de San Sebastián, ein ehemaliges Minarett.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kathedrale Santa María la Mayor und das Rathaus im südlichen Teil der Altstadt. Von hier aus führt eine Steingasse hinab zu Puerta de Almocábar am südlichen Rand der maurischen Stadtbefestigung. Hier schließt sich das noch relativ ursprüngliche und ruhige Viertel San Francisco an.

Stadtansicht Ronda
Blick von Süden auf die weiße Stadt Ronda

In der Altstadt werben einige kleinere Museen um Besucher-/innen. Auf das Stadtmuseum im Palacio de Mondragón wurde schon verwiesen. Nicht uninteressant ist das Bandolero-Museum, das der Geschichte der Räuber und Wegelagerer gewidmet ist. Die Bandoleros kümmerten sich im 18. Jahrhundert sowohl um eigene Interessen als auch in Grenzen um eine soziale Umverteilung, weshalb sie bei armen Menschen oft einen guten Ruf genossen.

Kunstliebhaber-/innen werden vielleicht das Joaquín Peinado Museum an der Plaza del Gigante besuchen wollen. Die Werke des in Ronda geborenen kubistischen Künstlers werden im Palacio de los Marqueses de Moctezuma ausgestellt.

Das Viertel im Tal: San Francisco

Dieses Viertel mit weiß gekalkten Häusern liegt von der Altstadt gesehen unten im Tal, gut zu erreichen über die abschüssige Calle Armiñán, dann links halten in die historische Gasse Calle Espíritu Santo, benannt nach der Kirche, die Katholischen Könige nach der Eroberung Rondas im Jahre 1485 an Stelle der bisherigen Moschee zu erbauen befahlen. Wer Hunger verspürt, sollte sich die leckeren Tapas in der Bar De Locos Tapas anschauen. Mit Blick auf das ursprünglich maurischen Stadttor Puerta de Almocábar, ein schöner Ort für eine Pause. Rund um den Hauptplatz des San Francisco Viertels, der Plaza Ruedo Alameda, liegen für den Abend eine Reihe guter Restaurants wie das Restaurant Almocabar.

Die Neustadt: El Mercadillo

Die Neustadt El Mercadillo erstreckt sich auf dem der Altstadt gegenüberliegenden, durch die Schlucht getrennten, Plateau. Hier liegt in Traumlage direkt am Steilhang der Parador von Ronda, ein vorzügliches Hotel der staatlichen Hotelkette.

Von hier ist es nicht weit bis zum Plaza de Toros mit der Stierkampfarena, die zu den ältesten in Spanien zählt. Ronda ist eine wichtige Geburtsstätte des modernen Stierkampfs. Die heimische Matadorendynastie der Romero prägte diese Entwicklung maßgeblich. Daher ist der Besuch der Arena und des angeschlossenen Museums schon fast ein Muss.

Die Hauptstraße von El Mercadillo, die Carrera Espinel, führt in das Zentrum der Neustadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Die hübsche Plaza del Socorro lädt zu einer Pause ein. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes steht ein schönes Jugendstilhaus mit Geschichte, das Casino de Ronda: Hier tagte 1918 zum ersten Mal die andalusische Versammlung, Ausdruck der föderalistischen Bewegungen in Spanien zur damaligen Zeit. Die Kirche Iglesia del Socorro wurde nach einem Brand im Jahre 1936 völlig neu errichtet.

Tajo de Ronda

Eine völlige andere Perspektive ergibt sich vom Talboden der Schlucht von Ronda. Die Calle Santo Domingo führt hinunter in den östlichen Teil der Schlucht mit der alten und der arabischen Brücke. Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zu den Baños Arabes. Die Ruinen der Arabischen Bäder in Ronda zählen zu den besterhaltenen in Andalusien. Noch spektakulärer ist der Blick  auf Ronda und die Neue Brücke von unten aus dem Tal auf der westlichen Seite.

Gastronomie und Restaurants

Die lokalen Gerichte der Region sind relativ einfach. Tomatensuppen mit Knoblauch, Eintöpfe mit Kichererbsen oder Linsen. Je nach Saison werden Spargel und Pilze serviert. Beliebt sind Wildgerichte mit Rebhuhn oder Kaninchen, aber auch gebratene Zicklein oder Ochsenschwanz stehen auf der Speisekarte. Ein typischer Nachtisch sind die Yemas del Tajo, eine Süßspeise aus Sirup, Eigelb und Brandy.

Die in der Umgebung von Ronda angebauten Weine werden unter der geschützten Bezeichnung Sierras de Málaga angeboten. Rund um Ronda gibt es zahlreiche Bodegas, die auch Weinverkostungen anbieten. Eine davon ist Descalzos Viejos in Partido de los Molinos s/n, in der auch Führungen in englischer Sprache angeboten werden.

Ein Restaurant mit typisch regionaler Küche ist das Carmen la de Ronda in der Altstadt nach der Hauptkirche an der Plaza Duquesa de Parcent Nr. 10. Angeschlossen ist ein kleines Museum, welches dem Stierkämpfer Cayetano Revera gewidmet ist. Bekannt für Ochsenschwanz (Rabo de Toro) und anderen lokale Gerichte ist das Pedro Romero in der Calle Virgen de la Paz Nr. 18 in der Neustadt. Einen guten Ruf hat auch das Restaurante Almocábar in Viertel San Francisco an der Plaza Ruedo Alameda Nr. 5. Einen herrlichen Blick auf die Altstadt von Ronda bietet das moderne Restaurante Predicatorio in der Calle Empedrada.

Feste in Ronda

  • Ostern: Santa Semana de Ronda
  • Ende Mai: Feria de Mayo
  • Anfang September: Feria y Fiestas de Pedro Romero u. a. mit Stierkämpfen in historischen Kostümen

Ronda Bilder

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

Das beste Hotel in Ronda, der Parador, liegt in fantastischer Lage direkt über der Schlucht. Daneben gibt es weitere schön gelegene Hotels und Pensionen in der Altstadt.

Ronda Karte und Lage


Lage: Die Stadt Ronda (PLZ 29400; GPS 36.741326, -5.166177; 34.000  Einw.) liegt am Fluss Guadalevín auf 723 m Höhe im Kreis Serranía de Ronda im Süden von Andalusien in der Provinz Málaga.

Anreise nach Ronda und Verbindungen

Der Bahnhof von Ronda liegt nördlich der Neustadt an der Avenida de Andalucía an der landschaftlich reizvollen Bahnstrecke Algeciras-Granada mit relativ wenigen Verbindungen. Málaga, Antequera, Córdoba und Madrid sind nur über Umsteigeverbindungen per Eisenbahn erreichbar.

Der zentrale Busbahnhof von Ronda liegt nordwestlich der Avenida de Andalucía in der Neustadt. Gute Busverbindungen gibt es nach Sevilla, Málaga, Arcos und Jerez de la Frontera sowie nach Cádiz.

Der nächste internationale Flughafen liegt bei Málaga (AGP). Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel direkt vom Flughafen nach Ronda. Vom zentralen Busbahnhof in Málaga fahren Busse nach Ronda (mindesten 2 ½ Stunden Reisezeit).

Ein paar Tage in Ronda

Das Städtchen ist ein beliebtes Ausflugsziel insbesondere für Urlauber-/innen der westlichen Costa del Sol. Die Ausflugsbusse fahren vormittags an und am Nachmittag wieder ab. In der Zeit davor und danach fällt Ronda zurück in den natürlichen Rhythmus und ist dann am schönsten. Das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten ist groß.

Ronda ist ein guter Ausgangspunkt für Touren zu den benachbarten “Weißen Dörfern” wie z. B. Setenil, Olvera, Zahara de la Sierra oder Grazalema.  Eine andere Möglichkeit sind Wanderungen in den beiden schönen Naturparks der Umgebung, in  der Sierra de Grazalema und der Sierra de Nieves.

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