17. September 2019
UNESCO Weltkulturerbe: Die romanischen Kirchen im Vall de Boí

Vall de Boí: Romanische Kirchen und Zugang zum Nationalpark Aigüestortes

Die höchsten Berge Kataloniens liegen hier im Nordwesten in einer Gegend, die neben dem Gebirge durch viel Wasser, Bäche, Flüsse und Seen geprägt ist. Über Jahrhunderte lebten die Menschen in den Tal Vall de Boí mehr oder weniger abgeschieden von Rest des Landes.

Die kunsthistorischen Schätze im Tal Vall de Boí [kastilisch: Valle de Bohí]  wurden eigentlich erst zu Beginn der 20. Jahrhunderts bekannt, als Kunsthändler die bunten romanischen Wandmalereien in den Kirchen des Tals entdeckten. Um die Verbringung dieser vor allem ins Ausland zu unterbinden, wurden die meisten Malereien aus den Kirchen entfernt und ins ferne Barcelona gebracht. Dort sind diese heute eine Attraktion im Kunstmuseum Museu d’Art de Catalunya. Dies mag die Motivation mindern, die romanischen Kirchen vor Ort selbst zu besichtigen. Denn im Wesentlichen sind nur Kopien zu sehen oder, wie in der Kirche Sant Climent in Taüll, eine multimediale Projektion.

Sehenswürdigkeiten im Vall de Boí

Trotz dieser Einschränkung geht von der Architektur dieser neun romanischen Kirchen, welche die UNESCO mit dem Titel Weltkulturerbe auszeichnete, ein besonderer Reiz aus. Errichtet wurden die Kirchen im 12. bis 13. Jahrhundert in einem Stil der Romanik, der von norditalienischen Baumeistern aus der Lombardei beeinflusst wurde. Die hochgereckten Türme der Kirchen Santa Eulàlia in Erill la Vall, Sant Climent und Santa Maria in Taüll erinnern an Signalstationen, die untereinander kommunizieren. Und es erstaunt die Tatsache, dass hier in der früheren spanischen Mark ausreichende Ressourcen zur Verfügung standen, diese Bauwerke zu errichten. Und darüber hinaus mit religiösen Malereien auszustatten, die als Lehrmaterial für die Gläubigen dienten. Denn diese konnten damals keine Bibel lesen.

Romanische Kirchen und alte Bergdörfer

Den Hauptort des durch den Fluss Noguera de Tor geprägten Tals ist das Dorf Barruera, welches als Versorgungsstation dient. Weiter talaufwärts folgen die Dörfer Erill la Vall, Boi und Taüll. Letztere liegen in einem Seitental, dem Valle de Sant Martí. In diesen Bergdörfern, die größtenteils durch die traditionelle Architektur der mit Schiefer gedeckten Steinhäuser geprägt sind, befinden sich auch die wichtigen Kirchen, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

Das Bergdorf Taüll im Vall de Boí
Das Bergdorf Taüll im Vall de Boí

In Erill la Vall liegt das Informationszentrum Centre del Romànic de la Vall de Boí, folglich die erste Anlaufstelle und Adresse für eine Besichtigungstour. Hauptattraktion im Dorf ist die romanische Kirche Santa Eulalia de Erill-la-Vall.

Auf der anderen Seite liegt das Bergdorf Boí, Namensgeber des Tals. Neben der kleinen Kirche Sant Joan de Boí befindet sich ein Informationszentrum des Nationalparks Aigüestortes i Estany de Sant Maurici, die Casa del Parc. Weiter führt eine Straße nach Taüll mit der vielleicht interessantesten Kirche des Tals: Sant Climent de Taüll. Oben im Dorf steht die Kirche Santa María de Taüll.

Skifahren und SPA

Oberhalb von Taüll liegt eines der am höchsten gelegenen Wintersportgebiete Spaniens. Das Skigebiet Boí Taüll umfasst überwiegend anspruchsvolle Pisten mit einer Gesamtlänge von über 45 km Länge.

Am nördlichen Ende des Tals liegt das Thermalbad Caldas de Boí. Die Quellen des Heilbades sprudeln mit bis zu 56 Grad Celsius aus dem Boden. SPA und Heilanwendungen werden dort angeboten.

Die Figurengruppe in der Kirche von Erill la Vall stellt die Kreuzabnahme Jesu dar
Die Figurengruppe in der Kirche von Erill la Vall stellt die Kreuzabnahme Jesu dar

Die Dörfer im Vall de Boí sind gute Startpunkte für Wanderungen in den Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici. Von Boí fahren Taxis hinauf den Nationalpark bis zu dem Parkplatz bei den Quellen von Aigüestortes.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

In den Dörfern des Tals, insbesondere in Boí und Taüll, gibt es zahlreiche Hotels, Pensionen, private Unterkünfte und Campingplätze. In Barruera gibt den einzigen Wohnmobilstellplatz (GPS 42.500806 / 0.794900), der nur nachts zwischen 20 und 8 Uhr genutzt werden darf.

Vall de Boí Karte und Lage


Lage: Das Tal von Boí [kastilisch: Valle de Bohí] liegt im Nordwesten von Katalonien in der Provinz Lleida. Die Provinzstraße L-500 zweigt nordwestlich von El Pont de Suert von der Nationalstraße N-230 ab und führt in Richtung Norden durch das Tal.

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