Vall de Boí: Romanische Kirchen und Zugang zum Nationalpark Aigüestortes

Die höchsten Berge von Katalonien liegen hier im Nordwesten in einer Gegend, die neben dem Gebirge durch viel Wasser, also Bäche, Flüsse und Seen geprägt ist. Über Jahrhunderte lebten die Menschen in den Tal Vall de Boí mehr oder weniger abgeschieden von Rest des Landes. Attraktionen sind die Dörfer mit den kleinen frühromanischen Kirchen sowie der Nationalpark Aigüestortes. Ein guter Standort für die Erkundung der Umgebung ist das Bergdorf Taüll.

UNESCO Weltkulturerbe: Vall de Boí
Der Pantocrator in der Kirche Sant Climent in Taüll (Vall de Boí)
Inhalt
Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Reiseinformationen und Unterkünfte
Karte und Lage
Bilder-Galerie
Reiseziele in der Umgebung

Die kunsthistorischen Schätze im Tal Vall de Boí [spanisch: Valle de Bohí] wurden eigentlich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt, als Kunsthändler die bunten romanischen Wandmalereien in den Kirchen des Tals entdeckten. Um die Verbringung dieser ins Ausland zu unterbinden, wurden die meisten Malereien aus den Kirchen entfernt und ins ferne Barcelona gebracht. Dort sind diese heute eine Attraktion im Kunstmuseum Museu d’Art de Catalunya. Dies mag die Motivation mindern, die romanischen Kirchen vor Ort selbst zu besichtigen. Denn im Wesentlichen sind nur Kopien zu sehen oder, wie in der Kirche Sant Climent in Taüll, eine multimediale Projektion.

Sehenswürdigkeiten im Vall de Boí

Trotz dieser Einschränkung geht von der Architektur dieser neun romanischen Kirchen, welche die UNESCO mit dem Titel Weltkulturerbe auszeichnete, ein besonderer Reiz aus. Errichtet wurden die Kirchen im 12. bis 13. Jahrhundert in einem Stil der Romanik, der von norditalienischen Baumeistern aus der Lombardei beeinflusst wurde.

La Vall de Boí / Taüll
Die Kirche Sant Climent in Taüll (UNESCO-Weltkulturerbe)

Die hochgereckten Türme der Kirchen Santa Eulàlia in Erill la Vall, Sant Climent und Santa Maria in Taüll erinnern an Signalstationen, die untereinander kommunizieren. Und es erstaunt die Tatsache, dass hier in der früheren spanischen Mark ausreichende Ressourcen zur Verfügung standen, diese Bauwerke zu errichten. Und darüber hinaus mit religiösen Malereien auszustatten, die als Lehrmaterial für die Gläubigen dienten. Denn diese konnten damals keine Bibel lesen.

Romanische Kirchen und alte Bergdörfer

Den Hauptort des durch den Fluss Noguera de Tor geprägten Tals ist das Dorf Barruera, welches als Versorgungsstation dient. Weiter talaufwärts folgen die Dörfer Erill la Vall, Boi und Taüll. Letztere liegen in einem Seitental, dem Valle de Sant Martí. In diesen Bergdörfern, die größtenteils durch die traditionelle Architektur der mit Schiefer gedeckten Steinhäusern geprägt sind, befinden sich auch die wichtigen Kirchen, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

Taüll (Vall de Boí)
Das Dorf Taüll im Vall de Boí

In Erill la Vall liegt das Informationszentrum Centre del Romànic de la Vall de Boí, folglich die erste Anlaufstelle und Adresse für eine Besichtigungstour. Hauptattraktion im Dorf ist die romanische Kirche Santa Eulalia de Erill-la-Vall.

Auf der anderen Seite liegt das Bergdorf Boí, Namensgeber des Tals. Neben der kleinen Kirche Sant Joan de Boí befindet sich ein Informationszentrum des Nationalparks Aigüestortes i Estany de Sant Maurici, die Casa del Parc. Weiter führt eine Straße nach Taüll, einem Bergdorf mit guter touristischer Infrastruktur und zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten.

Taüll

Hier besichtigen wir die vielleicht interessanteste Kirche des Tals: Sant Climent de Taüll. Die romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert besticht durch sechsstöckigen Glockenturm und die Ausgestaltung der Kirchräume. In der Apsis zieht ein Wandgemälde mit dem Weltenherrscher alle Blicke auf sich. Es ist zwar nur eine Kopie, die aber während der multimedialen Darstellung seine volle Pracht entfaltet. Oben im Dorf steht die romanische Kirche Santa María de Taüll.

Es macht Spaß, durch das Dorf zu bummeln. Köstlichen Käse gibt es in der Formatgeria de Taüll, einem urigen kleinen Laden hinter der Dorfkirche. Kurz dahinter führt ein Fußweg zu dem Mirador de la Santeta, einem schönen Aussichtspunkt mit weitem Blick auf das Tal.

Am Ortseingang liegt ein schöner Campingplatz. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, findet oberhalb von Taüll vor der Feriensiedlung Pla de l’Ermita einen Parkplatz (GPS 42.5164, 0.8562), auf dem die Übernachtung erlaubt ist.

Skifahren und SPA

Oberhalb von Taüll liegt eines der am höchsten gelegenen Wintersportgebiete Spaniens. Das Skigebiet Boí Taüll umfasst überwiegend anspruchsvolle Pisten mit einer Gesamtlänge von über 45 km Länge.

Am nördlichen Ende des Tals liegt das Thermalbad Caldas de Boí. Die Quellen des Heilbades sprudeln mit bis zu 56 Grad Celsius aus dem Boden. SPA und Heilanwendungen werden dort angeboten.

Die Dörfer im Vall de Boí sind gute Startpunkte für Wanderungen in den Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici. Von Boí fahren Taxis hinauf den Nationalpark bis zu dem Parkplatz bei den Quellen von Aigüestortes.

Reiseinformationen, Wetter und Unterkünfte

In den Dörfern des Tals, insbesondere in Boí und Taüll, gibt es zahlreiche Hotels, Pensionen, private Unterkünfte und Campingplätze. In Barruera gibt es einen Wohnmobilstellplatz (GPS 42.500806, 0.794900), der nur nachts zwischen 20 und 8 Uhr genutzt werden darf.

  • Buchung von individuellen Hotels und Unterkünften im Vall de Boí ⇒ Booking.com (P+)
  • Touristische Website Vall de Boí mit Öffnungszeiten und Eintrittspreisen der romanischen Kirchen und weiteren Angeboten
  • Aktueller Wetterbericht: 7-Tage-Wettervorhersage für das Vall de Boí vom Spanischen Wetterdienst AEMet
  • Skigebiet Boí Taüll
  • Reiseführer Provinz Lleida mit sehenswerten Orten

Vall de Boí Karte und Lage

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Lage: Das Tal von Boí [kastilisch: Valle de Bohí] liegt im Nordwesten von Katalonien in der Provinz Lleida. Die Provinzstraße L-500 zweigt nordwestlich von El Pont de Suert von der Nationalstraße N-230 ab und führt in Richtung Norden durch das Tal.

Vall de Boí Bilder und Impressionen

Reiseziele in der Umgebung

  • La Seu d’Urgell, Bischofsstadt in den Pyrenäen ⇨ 136 km Nationalstraße N-260
  • Barcelona, Hauptstadt von Katalonien ⇨ 286 km N-230 / A-2
  • Valle de Benasque, Hochtal in den Pyrenäen ⇨ 66 km Nationalstraße N-260
  • Aínsa, historisches Städtchen ⇨ 107 km N-260