24. November 2020
Cabo de Gata (Andalusien)

Cabo de Gata: Traumstrände, Vulkane und Sonne satt

Urlaub im Paradies? Hier in der andalusischen Provinz Almería, wo am Cabo de Gata einige der schönsten Strände der spanischen Mittelmeerküste liegen, konnte die Einrichtung eines Naturparks tatsächlich den Massentourismus weitestgehend eindämmen.

Inhalt
Attraktionen und Sehenswürdigkeiten
Urlaubsorte
Reiseinformationen und Unterkünfte
Karte

Es klingt ein wenig nach Übertreibung, wenn das Cabo de Gata als ein Reiseziel der Glückseligkeit gepriesen wird. So wie ein Geheimtipp nicht lange geheim bleibt, so ist auch dieses Paradies, einem erheblichen Druck ausgesetzt. Wo einige die schönsten Strände der spanischen Mittelmeerküste liegen, wer will dort nicht Urlaub machen?

Die Provinz Almería zählt zu den trockensten Gegenden in Andalusien. Minimale Niederschläge und viel Sonne, diese beiden Faktoren führten dazu, dass Region rund um das südöstlich von Almería gelegene Kap ziemlich abgeschrieben war. Hier lohnte es sich noch nicht einmal, mitten durch die Halbwüste ordentliche Straßen zu bauen. Über Jahrhunderte wurde in den Minen der vulkanischen Gebirgslandschaft nach Gold und Eisen geschürft, und das war es dann auch, was sich hier zu tun lohnte.

Mit zunehmendem Wohlstand und der Möglichkeit, sich eine Ferienunterkunft am Meer zu leisten, entwickelten sich die kleinen Fischerdörfer zu Ferienorten und es drohte mit der Zeit das zu passieren, was allzu oft an der spanischen Mittelmeerküste zu erwarten ist: die Aneinanderreihungen von Urbanisation an Urbanisation, Hotels und Apartmenthäusern. Dies konnte glücklicherweise eingedämmt werden, auch wenn der Druck weiterhin besteht, mal ein „ordentliches Hotel“ oder einen Golfplatz zu bauen.

Naturpark Cabo de Gata

Seit 1989 steht die Region als Naturpark unter Schutz und es entwickelte sich ein einigermaßen sanfter Tourismus mit überwiegend einheimischen Erholungssuchenden aus der Region. Die Gegend rund um das Kap ist vulkanischen Ursprungs. Die schönen Sandstrände sind eingebettet in steile Küstenabschnitte.

Die trockenen Täler zwischen den Bergen der Sierra de Gata, die eine Höhe von knapp bis zu 500 Metern erreichen, geben der Landschaft einen starken Kontrast. Dort, wo es Grundwasser gibt, stehen einsame Gruppen von Dattelpalmen. Typisch für die Gegend sind Zwergpalmen sowie Agaven. Und in den Salinen von Cabo de Gata stolzieren im Sommer Flamingos.

Playa de Monsul: Paradiesische Ruhe im Frühling am Cabo de Gata
Playa de Mónsul: Paradiesische Ruhe im Frühling am Cabo de Gata

Kap, Küstenort und Naturschutzgebiet

Cabo de Gata ist die Bezeichnung für die Region und den Naturpark, der auf Spanisch Parque Natural de Cabo de Gata-Níjar heißt. Níjar ist der Name des bezaubernden Städtchens, das nördlich des Naturparks liegt, aber als Sitz der Gemeinde fast für alle Urlaubsorte an der Küste zuständig ist. Und Cabo de Gata ist auch die Kurzbezeichnung für den kleinen Urlaubsort San Miguel de Cabo de Gata, der noch auf dem Gebiet der Stadt Almería liegt. Und eines ist ziemlich sicher: Das Kap hat nichts mit Katzen zu tun, wie die Übersetzung gata = Katze nahelegen könnte.

Urlaub am Cabo de Gata

Die größeren Urlaubsorte sind San Miguel de Cabo de Gata, San José und Las Negras. Die Badeorte verfügen über schöne und gepflegte Strände, kleine Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sowie Campingplätze. Im Hochsommer ist hier alles voll belegt. Die Region hat sich zu einem beliebten Ziel für Urlauber*innen mit einem Wohnmobil entwickelt. Fast alle Wohnmobilstellplätze liegen am Rande des Naturparks und sind gut ausgestattet.

Die Urlaubsorte von Nord nach Süd

Carboneras

Am nördlichen Rand des Naturparks Cabo de Gata-Níjar liegt der Ferienort Carboneras. Der Küstenort ist vor allem bei einheimischen Urlauber*innen beliebt. Die Strände sind gut, aber was die Urlaubsfreuden trübt sind das große Zementwerk und der Industriehafen am südlichen Ortsrand. Dahinter erstreckt sich die lange Playa de los Muertos an den Abhängen der Mesa Roldán. Dieser Felsblock mit einem schönen Aussichtspunkt trennt Carboneras von dem nächsten Urlaubsort Agua Amarga.

Agua Amarga

Das ehemalige Fischerdorf Agua Amarga hat sich zu einem Urlaubsort mit noch bescheidenen Dimensionen entwickelt. Der Strand ist in Ordnung, Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen bieten Unterkunft. Reisende mit Wohnmobil finden hier den einzigen Wohnmobilstellplatz im Naturpark, der relativ nah zum Strand liegt. Von Agua Amarga führt ein schöner Küstenwanderweg über 14 km vorbei ein schönen kleinen Stränden nach Las Negras.

Las Negras

Im Dorf Las Negras, das früher ausschließlich von der Fischerei und der Landwirtschaft lebte, hat einen kleinen Strand mit schwarzem Sand. Der Ferienort wird durch die zahlreichen Ferienwohnungen geprägt, die vor allem im Sommer belegt sind. Der Campingplatz La Caleta ist der einzige am Cabo de Gata, der direkt am Meer liegt.

Rodalquilar

Die Küstenstraße, die sich jetzt mehr ins Hinterland orientiert, führt nach Rodalquilar. Der Ort war früher ein Zentrum des Bergbaus, schon die Römer schürften hier nach Gold. Gleich neben der Ruinen der ehemaligen Siedlung der Grubenarbeiter hat sich eine ansehnliche Feriensiedlung entwickelt. Teile der Bergbauanlagen können besichtigt werden. Der kleine Botanische Garten führt in die heimische Flora ein. Rodalquilar ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Welt der Vulkane des Naturparks Cabo de Gata, z.B. zu dem verlassenen Kloster Cortijo del Fraile.

La Isleta del Moro

Der Fischerort La Isleta del Moro ist mit der vorgelagerten Felseninsel im Meer, dem kleine Strand und den Fischrestaurants eher ein beliebtes Ausflugsziel, denn ein Urlaubsort, aber es gibt hier auch Übernachtungsmöglichkeiten. Diese sind allerdings im Sommer praktisch ausgebucht.

Los Escullos

Etwas südlicher liegt der kleine Küstenort Los Escullos mit einem Hotel, dem Castillo de San Felipe sowie dem großen Strand Playa del Arco. Etwa 1 km außerhalb liegt im Grünen an der Straße nach Pozo de los Frailes der Campingplatz Los Escullos, der zu den schönsten Campingplätzen im Naturpark zählt.

San José

Ganz im Süden unweit des namensgebenden Kaps Cabo de Gata liegt der größte Ferienort des Naturparks, der Küstenort San José. Leider wuchern auch hier die Apartmenthäuser am Ortsrand. Nichtsdestotrotz bietet San José eine gute touristische Infrastruktur mit Hotels, guten Restaurants, einem Campingplatz sowie einem Sporthafen. Absolute Trumpfkarten sind die Traumstrände südlich des Ortes wie die Playa de los Genoveses oder die Playa de Mónsul.

San Miguel de Cabo de Gata

Jenseits der eigentlich Kaps an der Südspitze des Naturparks liegt der Ort San Miguel de Cabo de Gata oder kurz Cabo de Gata. Dieser gehört schon zur Stadt Almería. Kilometerlange Strände, die an den Strang gezogen Fischerboote sowie die Salinen zählen zu den Attraktionen des Urlaubsortes, der nur über wenige Hotels, aber einen Campingplatz im Hinterland verfügt.

Was tun?

Das Cabo de Gata ist in erster Linie ein Urlaubsziel zum Baden, Tauchen und Schnorcheln. Die Unterwasserwelt ist vielfältig und zählt ebenfalls zum Schutzbereich des Naturparks. Entlang der Küste gibt es zahlreiche Wanderwege, die allerdings oft etwas Schwindelfreiheit voraussetzen.

Viele der schönen kleinen Buchten und Traumstrände sind nicht mit dem Auto zu erreichen. Da bleibt nichts Anderes übrig, als den Rucksack mit viel Wasser und einigen Bocadillos zu packen, und sich vor allem im Sommer möglichst früh auf den Weg zu machen.

Ausflugsziele

Ein interessantes Ausflugsziel ist die Provinzhauptstadt Almería. Neben der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten sollte genügend Zeit für eine Runde durch die Bars eingeplant werden. Die Tapas von Almería sind einfach lecker. Auch lohnt sich ein Ausflug nach Níjar, dem Städtchen im Hinterland.

Beste Reisezeit

Die schönste Reisezeit ist das Frühjahr, vor allem, wenn im Winter genügend Regen gefallen ist. Dann wird das Farbenspiel der Landschaft ergänzt durch ein frisches Grün. Im Hochsommer in den Monaten Juli und August ist die Zeit der Hochsaison. Die Pisten zu den schönsten, sonst auch mit dem Auto erreichbaren Stränden, wie der Playa de los Genoveses oder Playa de Mónsul südwestlich von San José sind im Sommer gesperrt. Dafür ist ein Busverkehr eingerichtet. Ruhiger wird es dann wieder im Spätsommer und Herbst. Der Oktober produziert wunderbare Farbenspiele, sobald wie der erste Regen gefallen ist.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte am Cabo de Gata

Innerhalb des Naturparks ist das wilde Campen streng verboten. Urlauber*innen mit Wohnmobil, Zelten oder Campingwagen sollten daher für die Übernachtungen einen Wohnmobilstellplatz oder einen Campingplatz aufzusuchen. Im Hochsommer ist auf den Campingplätzen eine frühzeitige Reservierung zu empfehlen.

Wohnmobilstellplätze

  • Cabo de Gata Camper Park, gut ausgestatteter Stellplatz mit Restaurant an der Provinzstraße AL-3108 nach San José, GPS 36.81639,  -2.14917
  • Camper Park Olivares, privater Stellplatz bei Los Albaricoque, GPS 36.84806,  -2.11861
  • Agua Amarga Camper Park, privater Stellplatz nicht weit vom Strand, gute Ausstattung, GPS 36.940614, -1.936791

Campingplätze

Cabo de Gata Karte und Lage

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Lage: Der Naturpark Cabo de Gata liegt an der Mittelmeerküste Costa de Almería im Südosten von Andalusien.

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