18. September 2019
Stadt Ripoll (Girona)

Ripoll: Das romanische Kloster Santa Maria de Ripoll

Das Städtchen Ripoll beherbergt mit dem Kloster Santa María von Ripoll ein Schmuckstück der katalanischen Romanik. Für an Kunstgeschichte interessierte Reisende ist daher ein Ausflug hierhin schon fast ein Muss.

Ripoll liegt am Zusammenfluss der Flüsse Ter und Freser in den Ausläufern der katalanischen Pyrenäen. Die Kleinstadt war im 19. Jahrhundert ein Zentrum der Industrialisierung in Katalonien. Der Ort war bekannt für seine Waffenfabriken und entwickelte sich später zu einer Hochburg der anarchistischen Gewerkschaft CNT.

Der Bau des Klosters von Ripoll (siehe Stadtplan) wurde in den Jahren 879 bis 880 von dem Grafen Wilfried der Haarige (katalanisch: Guifré el Pilós) initiiert. Der Adlige gilt als „Gründer“ der katalanischen Nation.  Er wollte die fast menschenleere Region im Tal des Flusses Ter und der Ebene rund um Vic neu besiedeln. Dabei spielte das Kloster eine wichtige kulturelle und wirtschaftliche Rolle.

Berühmt war die Schreibstube des Klosters. Zu den herausragende Werke des Skriptoriums zählen eine Bibel mit zahlreichen mittelalterlichen Illustrationen sowie ein Geschichtsbuch aus dem 13. Jahrhundert, welches den Beginn der katalanischen Geschichtsschreibung markiert.

Sehenswürdigkeiten in Ripoll

Das Kloster (Monasterio) de Santa María de Ripoll

Das heutige Aussehen des Klosters ist überwiegend geprägt durch die Rekonstruktion, die zu Ende des 19. Jahrhunderts stattfand. Vorher war das Gebäude dem Verfall preisgegeben und wurde als Steinbruch genutzt. Erhalten sind das romanische Portal aus dem 11. Jahrhundert und Teile des romanischen Kreuzgangs.

Das romanische Portal, gegen die weitere Verwitterung geschützt durch eine Glaskonstruktion, ist die zentrale Sehenswürdigkeit des Klosters. Ein Meter dicke Steine bilden die Grundstruktur für die Figuren und Reliefs. Hoch oben thront Christus als Weltherrscher neben den vier Evangelisten. Die Bildsprache ist beeindruckend. Die Darstellung biblischer Geschichten repräsentieren das religiöse das Weltbild des Mittelalters.

Das romanische Portal des Klosters von Ripoll
Das romanische Portal des Klosters von Ripoll

Der romanische Kreuzgang besteht aus zwei Stockwerken. Die Kapitelle zeigen mythische Fabelwesen. In der Mitte sprudelt die Fontäne eines Brunnens. Im Schatten der Säulengänge trafen sich die Mönche, ein Ort der Ruhe und innerer Einkehr. In der Klosterkirche stehen wir vor den Gräbern der Grafen von Besalú und Barcelona. Auch Wilfredo El Velloso, der Gründer des Klosters, ist hier begraben.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Neben dem Kloster ist in der Kirche Sant Pere das Ethnologische Museum untergebracht. Ein Schwerpunkt ist die industrielle Geschichte der Stadt und ihrer Waffenindustrie. Auf der anderen Uferseite des Ters beherbergt eine modernistische Kapelle das Skriptorium.  Die moderne Ausstellung behandelt die mittelalterliche Schrift- und Bildkunst des Klosters und seiner Mönche. Im Westen der Altstadt befindet sich die Farga Palau, ein Industriedenkmal des 17. und 18. Jahrhunderts und berühmte Waffenschmiede der Stadt.

Feste in Ripoll und Märkte

  • 11. und 12. Mai: Das Hauptfest zu Ehren des Patrons Sant Eudald
  • Mitte Mai: Llana i Casament a Pagès, das „Fest der Wolle und der Heirat“ findet am Sonntag nach den 11. Mai statt
  • Juli: Internationales Musikfestival
  • Samstag und Mittwoch: Traditioneller Wochenmarkt

Ripoll Bilder

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte in Ripoll

Wer in Ripoll übernachten möchte, findet vor Ort Hotels, Pensionen sowie Ferienwohnungen für einen längeren Aufenthalt.

Ripoll Karte und Lage


Lage: Die Stadt Ripoll (PLZ 17500; GPS 42.201780, 2.191601; 10.500 Einw.) liegt auf 691 m Höhe im Kreis Ripollés in der Provinz Girona von Katalonien. Die kleine Stadt ist auch mit der Eisenbahn (Linie C3) von Barcelona aus erreichbar.

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