Valle del Nansa: Tour durch das Nansa-Tal bis zum Mirador de Piedrasluengas

Valle del Nansa (Kantabrien)

Die Tour durch das Nansa-Tal führt von der Küstenebene durch einsame Gebirgslandschaften mit Höhlen und Schluchten vorbei an reizvollen Dörfern über den Gebirgspass Piedrasluengas zu einem der schönsten Aussichtspunkten in den Bergen von Kantabrien.

Der an vielen Stellen aufgestaute Fluss Nansa ist umgeben von Wäldern mit Buchen und Eichen. Auf den steilen Abhängen wird vorwiegend Viehzucht betrieben, andere Formen der Landschaft sind kaum möglich. Die Gegend ist einsam und dünn besiedelt. Die einfache Strecke von der Autobahnabfahrt (A-8) bei Pesués bis zum Mirador de Piedrasluengas beträgt gut 60 km, für die mindestens 2 Stunden reine Fahrzeit einzurechnen ist.

Wir starten die Tour bei dem Dorf Pesués unweit der Mündung des Flusses Nansa in das Kantabrische Meer auf der Landstraße CA-181 in Richtung Puentenansa. In den Morgenstunden drängen sich die Wolken an die Küstenberge, daher ist mit Nebel zu rechnen, auch wenn der Wetterbericht einen sonnigen Tag vorhersagt.

Mirador del Poeta

Unser erster Stopp ist beim Mirador del Poeta (siehe Karte). Von dem Aussichtspunkt bietet sich ein schöner Blick in das Nansa-Tal. An diesem Streckenabschnitt verläuft der Fluss noch in seinem ursprünglichen Bett. Ein Schild verweist uns auf einen Wanderweg entlang der Nansa, dem Senda Fluvial del Nansa.

Wanderung entlang der Nansa

Falls wir gleich Lust auf einen kleinen Spaziergang haben, können wir dem steilen Pfad hinab folgen. Bequemer ist allerdings die Alternative, erst mal mit dem Wagen hinauf, in das Tal zu fahren. Dazu fahren wir ein kleines Stück zurück und biegen an der ersten Kreuzung einem Schild folgend nach links ein. Eine schmale Straße führt an Bauernhäusern vorbei in vielen Kehren herunter zu dem Elektrizitätswerk Central Hidroeléctrica de Trascudia. An dem Parkplatz mit einem Kiosk stellen das Auto ab.

Wanderweg Senda Fluvial del Nansa
Der Fluss Nansa am Wanderweg Senda Fluvial del Nansa

Wir folgen nun dem ausgezeichneten Wanderweg entlang des Flusses in nördlicher Richtung nach Muñorrodero. Zuerst müssen wir ein paar Treppen entlang einer Felswand passieren, dann wird der Weg ebener und das Plätschern des Wassers und der Gesang der Vögel begleitet uns. Der Wanderweg entlang der Nansa ist eine Teilstrecke des historischen Pilgerwegs Camino Lebaniego von San Vicente de la Barquera zum Kloster Santo Toribio de Liébana bei Potes. Daher treffen wir immer wieder auf Wanderer, die auch mit großen Rucksäcken unterwegs sind.

Bis nach Muñorrodero sind es gut sieben Kilometer, wer die gesamte Strecke wandern möchte, sollte sich für die Rückfahrt die Rufnummern der Taxis notieren, die auf dem Schild am Beginn des Wanderwegs zu finden sind. Angesichts der Zeit ist jedoch empfehlenswerter, sich auf einen kürzeren Spaziergang zu beschränken.

Mirador de La Palombera

Wir setzen die Fahrt fort, verlassen bei Puente El Arrudo die Hauptstraße für einen kurzen Abstecher und fahren auf der CA-856 ein Stückchen in Richtung Sobrelapeña. Hinter dem Dorf Cades liegt der Mirador de La Palombera. Der Aussichtspunkt bietet einen weiteren schönen Blick auf den Fluss Nansa, hier allerdings schon auf seinen gestautes Flussbecken. Danach geht es zurück auf die Hauptstrecke.

Tropfsteinhöhle El Soplao

Hinter Puente de Arrudo verweist ein Abzweiger auf eine besondere Attraktion in Valle del Nansa: Die Cueva de El Soplao ist eine sehenswerte Tropfsteinhöhle auf dem Gebiet der ehemaligen Mine El Florida. Mit der Minenbahn geht es direkt in den Untergrund der Höhle. Der Besuch der Cueva de El Soplao dauert etwa 90 Minuten, während der Hochsaison im August ist, eine frühzeitige Reservierung zu empfehlen. Ausführliche Besucherinformationen sind auf der offiziellen Website auch auf Englisch verfügbar.

Ein spontaner Besuch der Tropfsteinhöhle ist eventuell dann ratsam, wenn das Wetter nicht so gut ist. Sonst ist es besser, diese Attraktion für einen späteren Zeitpunkt aufzuschieben.

Celis

Der nächste reguläre Halt ist das Dorf Celis. Die kleine Ortschaft besticht durch die traditionellen Häuser und ermöglicht mit Bars und Restaurants, eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Sehenswert ist die kleine Kirche San Pedro.

Kirche San Pedro in Celis (Valle del Nansa)
Kirche San Pedro in Celis

Puentenansa

Der nächste große Ort ist Puentenansa am Rande der Sierra del Escudo de Cabuérniga. Hier kreuzt eine reizvolle Strecke, die vom Valle de Cabuérniga über Carmona, Puentenansa, Sobrelapeña, den Mirador de Santa Catalina und Linares nach La Hermida im Tal des Flusses Deva führt. Puentenansa verfügt über eine relativ gute touristische Infrastruktur und bietet sich so als mögliche Übernachtungsstation z. B. für den Rückweg an.

Tudanca

Wir halten uns weiter auf der Straße in Richtung Norden auf der Landstraße CA-281 Puentenansa-Piedrasluengas. Das Tal wird immer enger, nach der Passage der Dörfer Sarceda und Santotís liegt auf der linken Seite das sehenswerte Dorf Tudanca. Kurz vor La Lastra führt eine Zufahrtsstraße auf die andere Seite der Nansa. Am Ortseingang von Tudanca liegt bei der Kirche San Pedro ein Parkplatz.

Das Dorf Tudanca steht unter Denkmalschutz und ist bekannt für seine typischen Landhäuser. In einem dieser Herrenhäuser aus dem 18. Jahrhundert wohnte der Dichter José María de Cossío. Sein Wohnhaus, die Casa de Tudanca mit einer großen Bibliothek, kann besichtigt werden.

Casa de Tudanca
Casa de Tudanca

Tudanca ist Namensgeber für eine einheimische Rinderrasse, welche den ausgestorbenen Auerochsen ähneln sollen. Die überwiegend schwarzen Kühe gelten als sehr robust und sind eine typische Hausrinderrasse der Kantabrischen Berge.  

Es macht Spaß, durch das malerische Dorf zu schlendern, bevor wir uns auf den Rückweg machen und bei La Lastra die Fahrt fortsetzen.

Stausee La Cohilla

Jetzt geht es über viele Kehren hinauf zum Stausee Embalse de La Cohilla. Hinter dem Stausee liegt im Tal das Dorf Puente Pumar mit barocken Herrenhäusern. Der größte Ort der Gemeinde Polaciones  beheimatet das Ecomuseum des Kreises Saja-Nansa.

Schlucht im Nansa-Tal
Schlucht vor dem Stausee La Cohilla

Valle de Polaciones

Weiter geht es durch das obere Nansa-Tal, das hier auch als Valle de Polaciones bekannt ist. Bei Pejanda liegt die Bar Casa Molleda, ein beliebtes Ausflugslokal. Seit 1928 führt die Familie Molleda diese Herberge, Bar und ländliche Unterkunft. Hier sollten wir auf jedem Fall ein Stopp einlegen, denn dies ist die letzte Möglichkeit sich mit Verpflegung zu versorgen.

Bar Casa Molleda
Bar Casa Molleda in Pejanda

Die Bergstraße schraubt sich weiter in die Höhe. Wir blicken zurück auf das Valle del Nansa und die Berge der Sierra del Cordel (Sierra de Híjar). Blickfang auf der linken Seite ist der markante Gipfel Peña Labra (2.018 m) mit seinen Zinnen aus Kalksteinfelsen.

Mirador de la Cruz de la Cabezuela

Unser nächster Halt ist der Parkplatz am Mirador de la Cruz de la Cabezuela (1.153 m). Hier haben wir das Ende des Nansa-Tals erreicht. Von hier bietet sich ein Panorama auf das Tal der Liébana und die Berge der Sierra de Peña Sagra. Im Hintergrund reihen sich die Gipfel der östlichen Picos de Europa. Es folgen weitere Aussichtspunkte wie der Mirador del Zorro und der Mirador del Jabalí.

Ein kurzes Stück weiter wechselt der Asphalt der Straße, die Grenze zur Gemeinschaft Kastilien und León ist erreicht. An einer spitzen Einfahrt geht es gerade aus weiter zum Pass Puerto de Piedrasluengas. Hier zweigt die Landstraße CA-184 ab, die durch die Liébana nach Potes, dem Hauptort der kantabrischen Picos de Europa, führt.

Mirador de Piedrasluengas

Nach drei Kilometern erreichen wir hinter dem Pass Piedrasluengas (1.355 m) den Mirador de Piedrasluengas, dem Ziel unsere Tour durch das Valle del Nansa. Hoffentlich ist das Wetter gut, denn hier oben ballen sich oft die Wolken und versperren die Sicht. Bei klarer Sicht geht der Blick weit in die Ferne auf die Picos de Europa. Zur linken Hand liegen die Ausläufer der Montaña Palentina, zur Rechten blicken wir auf die Sierra de Peña Sagra. Zu unseren Füßen liegt das Tal des Flusses Bullón, der nördlich von Potes in die Deva mündet. In Richtung Osten erhebt sich majestätisch der Peña Labra.

Mirador de Piedrasluengas
Blick vom Mirador de Piedrasluengas auf die Liébana und die Picos de Europa

Wie weiter? Reiseziele in der Umgebung

Zur Rückkehr an einen Urlaubsort an der Küste wie San Vicente de la Barquera oder Comillas geht die Fahrt zurück auf der gleichen Straße durch das Valle del Nansa.

Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, findet den nächsten guten Stellplatz San Salvador de Cantamuda und folgt der Landstraße CL-627 herunter in Richtung Cervera de Pisuerga.

Alternative Reisewege und Reiseziele sind Potes im Westen oder eine Übernachtung in Puentenansa. Von hier aus bietet sich die Weiterfahrt nach Westen in das Deva-Tal oder nach Osten über Carmona in das Valle de Cabuérniga an.

Der Blick auf die Kantabrien Karte verrät, der Mirador de Piedrasluengas liegt in Luftlinie nicht weit von einem noch schöneres Aussichtspunkt des Kantabrischen Gebirges, dem Pico Tres Mares. Die kürzeste Strecke mit 93 km führt über Cervera de Pisuerga und Espinilla ins Hochtal Alto Campoo, an dessen Ende der Gipfel Tres Mares liegt. Eine alternative Tour (109 km) führt über Puentenansa, Carmona, Valle (de Cabuérniga), Abstecher nach Bárcena Mayor plus 20 km, Espinilla zum Pico Tres Mares.

Weitere Reiseinformationen und Unterkünfte

  • Tourismus-Informationen über das Valle del Nansa ⇒ Website
  • Buchung von individuellen Hotels und Unterkünften in Puentenansa und Umgebung ⇒ Booking.com (P+)

Valle del Nansa Karte und Lage

Lage: Das Nansa-Tal liegt im Osten von Kantabrien und zieht sich von der Kantabrischen Küste in Nordsüdrichtung bis hinauf in die Sierra de Peña Labra im Kantabrischen Gebirge.