Ebro: Der Wasserspender im nördlichen Spanien

Brücke über den Ebro

Der Ebro ist mit 930 km der wasserreichste und längste Fluss Spaniens. Iberus hieß der Strom bei den Römern und wurde so zum Namensgeber der gesamten Iberischen Halbinsel.

Die Römer vermuteten die Quelle des Ebros bei dem Ort Fontibre (Lateinisch Fontes Iberis). Hier ist ein kleiner Park angelegt, der durch einen Rundweg erschlossen ist. Heutige Untersuchungen belegen aber, dass die Quelle des Flusses Ebro eher in der Sierra de Híjar, einem südlichen Randgebirge des Kantabrischen Gebirges, zu verorten ist. Damit ist der Río Híjar der eigentliche Quellfluss, der zu Füßen des Gipfels Tres Mares entspringt. Dieser mündete dann bei Reinosa in den Ebro.

Weiler Fontibre, Hermandad de Campoo de Suso, Campoo-Los Valles, Kantabrien, PLZ 39212, Spanien
Die traditionelle Quelle des Flusses Ebro bei Fontibre

Der Ebro durchfließt in südöstlicher Richtung große Teile von Nordspanien und mündet im südlichen Katalonien in der Provinz Tarragona ins Mittelmeer.

Das weite Ebro-Tal wird im Norden begrenzt durch das Kantabrische Gebirge und die Pyrenäen, im Süden durch das Iberische Gebirge (Sistema Ibérico) und im Osten durch das Katalanische Küstengebirge (Cordilleras Costeras Catalanas). Auf seinen Weg zum Meer durchfließt der Ebro die Autonomen Gemeinschaften Kantabrien, Kastilien und León, La Rioja, Baskenland, Navarra, Aragonien (Aragón)  und Katalonien.

Der Fluss Ebro bei Logroño, der Hauptstadt der Rioja
Der Fluss Ebro bei Logroño, der Hauptstadt der Rioja

Das Wassereinzugsgebiet umfasst mehr als 85.000 qkm. Der Wasserstand schwankt jahreszeitlich extrem. Starke Überschwemmungen kommen vor allem im Mittellauf vor. Entlang des Flusses wurden zahlreiche Stauseen gebaut, die sowohl der Wasserregulierung wie auch der Stromgewinnung dienen. Die größten Stauseen sind die Embalse del Ebro bei Reinosa und die Embalse de Mequinenza im südlichen Aragonien.

Die Embalse de Mequinenza (Mar de Aragón) ist der größte Stausee des Ebros im südlichen Aragon
Die Embalse de Mequinenza (Mar de Aragón) ist der größte Stausee des Ebros im südlichen Aragon

Das Wasser des Ebros ist ein wichtiger Faktor für die künstliche Bewässerung in der Landwirtschaft. Davon zeugen historische Bauten wie der Canal Imperial de Aragón aus dem 18. Jahrhundert, der zum Zwecke des Transports vor allem von Weizen sowie der Bewässerung der Felder gebaut wurde.

Kathedrale von Zaragoza El Pilar am Ebro
El Pilar, die Kathedrale von Zaragoza, liegt am Ufer des Flusses Ebro

Ebro-Delta

Der Ebro mündet im Süden von Katalonien ins Mittelmeer. Hier haben die Sedimente des Flusses ein Delta gebildet, welches sich weit ins Meer hineinschiebt. Kanäle und Lagunen durchziehen das größte Feuchtgebiet der spanischen Mittelmeerküste. Hier wird vorwiegend Reis angebaut. Weite Teile der Küstenregionen stehen unter Naturschutz und als Naturpark (Parc natural del Delta de l’Ebre) ausgewiesen. Das Ebro-Delta ist ein Paradies für Vogelbeobachtungen.

Die Mündung des Ebros in das Mittelmeer im südlichen Katalonien
Die Mündung des Ebros in das Mittelmeer im südlichen Katalonien

Verkehrsverbindungen

Die wichtigste Verkehrsverbindung durch das Ebrotal ist die Autobahn. Der Ebro selbst ist nur auf den Stauseen schiffbar. Die Autobahn AP-2 (Autopista del Nordeste) führt von Barcelona über Lleida nach Zaragoza. Weiter nach Nordwesten führt die AP-68 (Autopista Vasco-Aragonesa)  über Tudela und Logroño nach Miranda de Ebro, um nach Norden in Richtung Bilbao abzuzweigen.

Wer viel Zeit mitbringt, kann auch durch das Ebrotal wandern. Der Fernwanderweg GR-99 führt in 42 Etappen über 1.280 km von der Quelle bis zur Mündung.

Sehenswerte Orte und Städte am Ebro

Das Ebrotal ist in weiten Gebieten landwirtschaftlich geprägt und relativ dünn besiedelt. Die meisten Menschen wohnen in den industrialisierten Großstädten. Sehenswerte Orte und Städte entlang des Ebros sind:

Ebro Karte mit sehenswerten Orten

Mit dem Klick auf ein Icon der Karte wird ein Informationsfenster mit Optionen geöffnet.