19. September 2019
Reisetipps zu den schönsten Orten und Landschaften in Galicien

Galicien: Reizvolle Landschaften und außergewöhnliche Städte

Die Region Galicien im Nordwesten von Spanien ist nicht nur wegen der Stadt Santiago de Compostela ein reizvolles Reise- und Urlaubsziel: Wunderschöne Landschaften, traumhafte Strände sowie einzigartige Orte an der Küste und im Hinterland.

Die nordwestlichste Region in Spanien, offiziell Comunidade Autónoma de Galicia, ist ein deutlicher Farbtupfer auf dem ziemlich multikulturellen Teppich der iberischen Halbinsel. Der Dudelsack symbolisiert die kulturelle Verbindung zu den Kelten. Die galicische Sprache verweist auf die enge Nachbarschaft zu Portugal. Und die Vorliebe, Hexen und Feen eine reale Bedeutung zuzumessen, zeigt, dass hier am “Ende der Welt” die Gewalten der Natur und das Überirdische noch in einem Zusammenhang gesehen werden.

Galicien (nicht zu verwechseln mit der historischen Region Galizien zwischen Polen und der Ukraine) gehörte immer schon zu den armen Gebieten auf der Iberischen Halbinsel. Daher entschlossen sich viele Menschen Galicien zu verlassen und suchten ihr Glück in der Migration. In südamerikanischen Ländern wie Argentinien werden alle Einwanderer aus Spanien als Galicier bezeichnet, so bedeutend war diese Volksgruppe.

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Die Städte

Die galicischen Küsten sind vor allem ein Reiseziel für Menschen ist, die die Natur und einsame Gegenden lieben. Dagegen bieten die kleineren und größeren Städte eine Menge Kultur sowie alte und moderne Architektur. Das Top-Städtereiseziel in Galicien mit Millionen von Tourist-/innen im Jahr ist Santiago de Compostela, der Endpunkt der Jakobswege aus allen Himmelsrichtungen.

Xelmírez Palast und San Xerome Kolleg in Santiago de Compostela
Xelmírez Palast und San Xerome Kolleg in Santiago de Compostela

Neben der Hauptstadt von Galicien verblassen ein wenig die Hauptstädte der vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra. Doch auch deren Besuch lohnt sich. Jede Provinzhauptstadt hat für sich einen besonderen Reiz. A Coruña und Pontevedra stehen für das zum Meer hin orientiere Galicien. Lugo und Ourense dagegen präsentieren auf unterschiedliche Art und Weise das galicische Binnen- und Bergland.

Die Landschaften, Berge und Flüsse

Große Flächen des hügeligen Berglands sind bewaldet. Leider fördert die Papierindustrie den Ersatz der traditionellen Eichen durch schnell wachsende Bäume wie Pinien und Eukalyptus. Im Osten bilden bis zu 2.000 Meter hohe Berge die Grenze zu Kastilien.

Ein weite Teile der Landschaft prägender Fluss ist der Miño. Dieser hat mit seinen Nebenflüssen wie dem Sil, tiefe Schluchten in die Landschaft gegraben.

Blick vom Mirador de la Columna auf die Schlucht des Flusses Sil
Blick vom Mirador de la Columna auf die Schlucht des Flusses Sil

An den Hängen wird Wein angebaut. Die Weinreben brachten im Mittelalter u.a. Mönche von der Mosel hierher, um für ihre Klostergründungen eine wirtschaftliche Basis zu schaffen.

Die Küsten und Strände in Galicien

Die Küstenlandschaften zählen zu den abwechslungsreichsten in Europa. Die Rías gliedern die galicische Küste.  Dies sind sich tief ins Binnenland ziehenden ursprüngliche Flussmündungen, die vom Meer überflutet wurden. Hügelige, weich geschwungene Abschnitte mit feinen Stränden wechseln sich mit schroffen Steilküsten ab.

An den Rías Baixas im Westen von Galicien sind im Sommer die Wassertemperaturen am höchsten. Die schönen Sandstrände an der Westküste eignen sich auch für einen Badeurlaub.

Praia de Soesto bei Laxe an der Costa da Morte
Der Strand Praia de Soesto bei Laxe an der Costa da Morte

Die durch viele Schiffsunglücke bekannte und deshalb so benannte Costa da Morte im Nordwesten und ganz besonders die Rías Altas im Norden sind geprägt durch Steilküsten und starke Strömungen. Hier ist das Baden an vielen Stellen sehr gefährlich und nicht zu empfehlen.

Die Galicische Sprache

Galicisch ist kein Dialekt des Spanischen, sondern eine eigenständige romanische Sprache. Diese wird von über 90% der Galicier gesprochen. Während der Franco-Diktatur war der Gebrauch des Galicischen verboten. Seit 1978 ist sie die offizielle Sprache. Im Laufe dieser Anerkennung wurden die spanischen Ortsbezeichnungen durch die galicischen ersetzt. Daher benutzen wir auch diese Namen bei den Beschreibungen der Orte und Städte.

Fischerei und Landwirtschaft prägen Galicien

Landwirtschaft und Fischfang sind heute noch die bedeutendsten Wirtschaftszweige in Galicien. Die Industrie ist wenig entwickelt. Der Tourismus konzentriert vorrangig sich auf das Ziel Santiago de Compostela und mit weitem Abstand auf die Westküste Galiciens, die Rías Baixas.

Die Region war wegen fehlender Reichtümer und der hinter Bergen geschützten Randlage nie das bevorzugte Ziel von fremden Eroberern. Die Mauren begnügten sich mit sporadischen Brandschatzungen. Der mächtige östliche Nachbar Kastilien konnte die Oberherrschaft erst im 15. Jahrhundert durchsetzen. Jedoch konnten die Galicier immer eine relative Eigenständigkeit bewahren.

Im politischen Feld dominierten konservative Kräfte, die zwar die kulturellen Eigenarten gegenüber dem spanischen Staat betonten, aber gleichzeitig eine Trennung von Spanien wie im Baskenland oder Katalonien nicht wirklich auf ihrem Programm hatten. Kirche und Staat hielten fest zusammen, so dass es dem Galicier und späteren Diktator Francisco Franco gelang, während seiner Diktatur die Sprache der eigenen Landsleute zu unterdrücken.

Trotz, oder gerade wegen seiner Randlage, zählt Galicien zu den attraktivsten Reisezielen in Spanien. Ein vom Atlantik geprägtes Klima bringt die Natur dazu, ein prächtiges grünes Kleid anzulegen, das im Frühjahr zusätzlich durch wahre Blumenmeere geschmückt wird.

Weitere Reiseinformationen, Unterkünfte und Reisetipps

Reisezeit

Die beste Reisezeit für Galicien ist der Sommer. Die offizielle Badesaison beginnt Mitte Juni und endet Mitte September. Mehr als 18 Grad Wassertemperatur sind kaum zu erwarten. Etwas wärmer ist das Wasser an den geschützten Stränden der Rías Baixas. Wer unabhängig vom Wetter ist und auch mal ein paar Regentage vertragen kann, wird sich für Frühling oder Herbst entscheiden. Diese farbenfrohen Jahreszeiten sind empfehlenswerte Reisezeiten vor allem für Rundfahrten und Stadtbesichtigungen.

Anreise

Der wichtigste internationale Flughafen von Galicien liegt in der Nähe von Santiago de Compostela. Die besten Verbindungen mit dem Auto sind die Autobahnen A-8 (Autovía del Cantábrico), A-6 (Autovía del Noroeste) und A-52 (Autovía de las Rías Bajas).

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