30. November 2020
Provinz Huesca (Aragón)

Huesca (Provinz): In den höchsten Gipfeln der Pyrenäen

Die Zentralpyrenäen, dies sind die Attraktion der Provinz Huesca, im Norden von Aragón. Ein Reiseziel für Freunde der Natur, zum Wandern und für Entdeckungstouren zu reizvollen Dörfern und kleinen Städten.

Benannt ist die Provinz, wie so oft in Spanien, nach ihrer Hauptstadt. Die Pyrenäenkette ist von der Stadt Huesca aus nur in der Ferne zu erkennen. Trotzdem gilt die Stadt als Tor zu den Pyrenäen. Was für Reisenden aus dem Süden, also in erster Linie für die Spanier selbst, auch seine Berechtigung hat. Doch wir kommen in der Regel aus dem Norden. Daher ist die Provinzhauptstadt für uns eher ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden, z. B. nach Zaragoza.

Die Pyrenäen in der Provinz Huesca

Egal aus welcher Richtung die Anreise erfolgt, die wichtigste Verkehrsverbindung entlang der Pyrenäenkette ist die Nationalstraße N-240 bzw. N-260. Diese Hauptstraße erschließt alle Täler, die mehr oder weniger in Nord-Süd-Richtung verlaufen, sowie die National- bzw. Naturparks.

Die Täler im Westen

Die beiden Pyrenäentäler Valle de Ansó und Valle de Hecho liegen im Westen von Aragón in Richtung der benachbarten Region Navarra. Sie erschließen den Naturpark Los Valles Occidentales und liegen vergleichsweise abgeschieden. Daher sind sie touristisch noch nicht so erschlossen. Vor allem im Sommer bietet dies Vorteile. Hier gibt es neben ländlichen Unterkünften viele Campingplätze inmitten einer fast unberührten Natur. Die beiden Täler sind ein Tipp für Wanderer, die Ruhe und Erholung suchen.

Valle de Ansó

Das westlichste Tal der aragonischen Pyrenäen ist das Valle de Ansó, benannt nach dem sehenswerten Bergdorf Ansó. Durch das Tal fließt der Fluss Veral. Nördlich von Ansó führt eine schmale Straße weiter zum Refugio de Linza in dem Naturpark Los Valles Occidentales mit vielen Möglichkeiten zum Wandern.

Valle de Ansó
Wanderwege im Valle de Ansó

Das Tal von Ansó ist sowohl über die Nationalstraße N-240 vom Süden wie über zwei Verbindungsstraßen aus dem westlichen Nachbartal Valle de Roncal (Navarra) zu erreichen.

Valle de Hecho

Das Pyrenäental Valle de Hecho erstreckt entlang des Flusses Estarrún. Der Hauptort des Tals ist Hecho. Echo schreiben Einheimische das Dorf. Von Hecho geht eine kleine Bergstraße weiter in Richtung Selva de Oza. Nach dem Dorf Siresa mit einem bekannten Kloster verengt sich die Straße. Hinter der Teufelsschlucht geht durch Weg durch Wälder und Wiesen in den Naturpark Los Valles Occidentales mit zahlreichen Wanderwegen.

Das Valle de Hecho besitzt zwei Zufahrten. Von Süden zweigt die Landstraße A-176 bei Puente La Reina de Jaca von der N-240 ab. Eine alternative Route führt direkt vom Valle de Ansó nach Hecho.

Tal des Flusses Aragón

Das nächste große Pyrenäental (Valle del Aragón) folgt dem Verlauf des Flusses Aragón und ist vor allem als Verkehrsverbindung zwischen Frankreich und Spanien von Bedeutung. Oben im Tal liegen der Wintersportort Candanchú sowie der historische Bahnhof von Canfranc. Durch das Tal führt die viel befahrene Nationalstraße N-330. Am südlichen Ende des Tals liegt Jaca. Das historische Städtchen lohnt einen kurzen Stopp und eignet sich durchaus als Übernachtungsstation.

Tal des Flusses Gállego

Das obere Tal des Flusses Gállego bildet eine weitere wichtige Nord-Süd-Verkehrsachse zwischen Frankreich und Spanien. Zahlreiche Stauseen prägen dieses Pyrenäental. Im Nordosten liegt in den Bergen der kleine Badeort Baños de Panticosa. Kurz vor der Grenze zu Frankreich schmiegen sich die beiden modernen Wintersportorte Sallent de Gállego und Formigal an die Berge der Pyrenäen.

Durch das Tal führt die streckenweise sehr reizvolle Landstraße A-136 mit einigen schönen Panoramablicken auf die Bergketten und Gipfel der Pyrenäen. Diese Straße zweigt bei der Stadt Sabiñánigo von der Autobahn A-23 (N-260) in nördlicher Richtung ab.

Nationalpark Ordesa und Monte Perdido

Der beliebte Nationalpark “Parque Nacional de Ordesa y Monte Perdido” zählt zu den Hauptattraktionen in den spanischen Pyrenäen und ist daher im Sommer in den Monaten Juli und August leider oft überlaufen. Dies gilt vor allem für die Wochenenden. Wer den Nationalpark besuchen möchte, hat zwei alternative Zugänge. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln, d.h. Bussen, ist der westliche Teil bei dem Bergdorf Torla-Ordesa besser zu erreichen. Die Alternative ist das Städtchen Bielsa im Osten. Von beiden Orten aus bestehen im Sommer regelmäßige Transfers in den Nationalpark mit guten Wandermöglichkeiten.

Nationalpark Ordesa y Monte Perdido
Wanderpause im Cañón de Añisclo (Parque Nacional de Ordesa y Monte Perdido)

Zwischen die beiden Orten liegt im Süden, in verkehrstechnisch guter Lage, das historische Städtchen Aínsa. Die malerische Altstadt auf dem Hügel lädt schon von Weitem zu einem Bummel ein. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, wird den großen Parkplatz hinter der Altstadt zu schätzen wissen. Hier ist auch eine Übernachtung erlaubt.

Naturpark Posets-Maladeta

Der Parque Natural Posets-Maladeta liegt ganz in Nordosten von Aragón und grenzt an Frankreich und die Nachbarregion Katalonien. In diesem Naturpark erheben sich die höchsten Berge der Pyrenäen. Das Schutzgebiet mit vielen Wanderwegen wird durch zwei Täler erschlossen, das Valle de Chistau und das Valle de Benasque.

Valle de Chistau

Das Valle de Chistau (Valle de Gistau) wird durch die Landstraße A-2609 erschlossen, die südlich von Bielsa von der A-138 in östliche Richtung abzweigt. Die Bergstraße führte über die reizvollen Dörfer Plan und San Juan de Plan nach Gistaín (Chistén). Vor Gistaín zweigt eine Piste von der Straße ab, die entlang dem Verlauf des Flüsschens Cinqueta zu dem Refugio Viadós im Naturpark Posets-Maladeta führt.

Valle de Benasque

Wesentlich bekannter und auch häufiger besucht, ist das östlichste Pyrenäental in Aragón, das Tal von Benasque. Den oberen Teil des Tals erschließt die Landstraße A-139, die bei Castejón de Sos in nördlicher von der Nationalstraße N-260 abzweigt. Hauptort des Tals ist die historische Kleinstadt Benasque. Im Winter bietet das Skigebiet von Cerler gute Wintersportmöglichkeiten.

Valle de Benasque
Schafe weiden vor prächtiger Kulisse

Weitere Attraktionen in der Provinz Huesca

Die Landschaft der Provinz zwischen den Pyrenäen und der Provinzhauptstadt Huesca ist durch Berge, grüne Wälder und Seen geprägt.

Die Landstraße A-132 führt auf einer reizvollen Nebenstrecke von Puente La Reina im Nordwesten hinunter nach Huesca. Bei Murillo de Gállego liegen die Mallos de Riglos. Die Gegend rund um die imposanten Felsformationen ist ein beliebtes Ziel für Kletterer und Wanderer.

Weiter östlich davon liegt die Burg von Loarre. Das Castillo de Loarre zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen in Spanien. Von den Burgmauern bietet sich ein schöner Blick bis herunter in die Ebene des Flusses Ebro.

Auf der Weiterfahrt nach Süden, könnte ein Stopp in der Stadt Huesca eingelegt werden. Von hier aus führt die Autobahn A-22 nach Lleida in Richtung Katalonien sowie die Autobahn A-23 nach Zaragoza, der sehenswerten Hauptstadt von Aragón.

Zusätzliche Reiseinformationen und Unterkünfte

Huesca Karte

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